Börse New York
GM und Irland beflügeln die Wall Street

Anleger erwarten eine Lösung der irischen Schuldenkrise und auch vom Arbeitsmarkt kommen positive Daten. GM-Aktien fahren bei ihrem Debüt ein sattes Plus ein. Das beflügelt auch den Dow Jones. Die US-Aktienmärkte verzeichnen ordentliche Kursgewinne.

HB NEW YORK. Die Hoffnung auf eine baldige Lösung der Schuldenkrise in Irland hat die US-Börsen am Donnerstag kräftig Fahrt aufnehmen lassen. Zudem sorgte die erfolgreiche Rückkehr des Autoherstellers General Motors an den Aktienmarkt für Euphorie. Die beim möglicherweise weltweit größten Börsengang ohnehin schon am obersten Ende der Preisspanne ausgegebenen Papiere legten bei ihrem Debüt 3,6 Prozent zu. Auch Daten vom Arbeitsmarkt hellten die Stimmung auf: Die Zahl der Arbeitslosen-Erstanträge stieg nicht so stark wie befürchtet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,6 Prozent fester mit 11.181 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.010 und 11.199 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 legte 1,5 Prozent zu auf 1196 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 1,6 Prozent höher bei 2514 Stellen. In Frankfurt kletterte der Dax zwei Prozent auf 6832 Zähler.

Irland werde zur Lösung seiner Schuldenkrise vermutlich einen zweistelligen Milliarden-Kredit von EU und IWF in Anspruch nehmen, erklärte der irische Notenbank-Chef Patrick Honohan. Bislang hatte es so ausgesehen, als ob Irland Hilfen ablehnen würde. Sorgen vor einem Übergreifen der Krise auf andere Länder wurden größer. Erleichterung über die sich nun anbahnende Lösung entfachte daher nun eine breite Rally.

Die in New York gelisteten Aktien der Bank of Ireland schnellten mehr als 33 Prozent in die Höhe. "Die Angst war: Was passiert, wenn Irland fällt? Welchen Nachhall und welche Nachbeben werden wir erleben", sagte der Aktienstratege Paul Larson von Morningstar. Es habe Sorgen vor einem Domino-Effekt gegeben. Doch der erste Stein stehe nun fester.

Auf Unternehmensseite richteten sich alle Augen auf GM: Die Titel der Opel-Mutter legten um 3,6 Prozent auf 34,19 Dollar zu. Zeitweise betrug das Plus mehr als sieben Prozent. "Dies ist mehr als bloß ein IPO. Es ist die Rückkehr einer amerikanischen Ikone und dies sorgt für Optimismus am Aktienmarkt", sagte der Präsident von McGinn Investment Management, Bernie McGinn. Der Konzern habe sich aus dem Sumpf gezogen, indem er seine Kosten gesenkt habe, sagte Analyst Larson. Daher gebe es einen guten Grund für die Begeisterung und die hohe Nachfrage.

Zudem gebe der Branchenausblick Anlass für Optimismus. Mit einem zu erwartenden Gesamterlös von 23 Milliarden Dollar schlägt der Börsengang wohl alle Rekorde.

Ebenfalls nach oben gingen die Aktien des weltgrößten Chip-Ausrüsters Applied Materials. Das kalifornische Unternehmen verdreifachte seinen Gewinn und wurde deshalb von den Anlegern mit einem Kursplus von 2,2 Prozent belohnt. Durch die Decke gingen die Aktien das Pharmaunternehmens Exelixis mit einem Plus von 32 Prozent. Das Unternehmen veröffentlichte vielversprechende Test-Ergebnisse eines Krebs-Medikamentes.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,21 Milliarden Aktien den Besitzer. 2448 Werte legten zu, 568 gaben nach und 76 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 1979 im Plus, 662 im Minus und 102 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 06/32 auf 97-19/32. Sie rentierten mit 2,904 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten hingegen 02/32 auf 99-14/32 und hatten eine Rendite von 4,283 Prozent.

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