Börse New York
Grexit-Gefahr drückt US-Börsen ins Minus

Die Verschärfung des griechischen Schuldendramas hat den Aktienhandel an der Wall Street am Montag ins Minus gedrückt. Dow Jones & Co. verlieren jeweils. Insgesamt bleiben die Reaktionen der Aktionäre jedoch verhalten.
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New YorkDie Zuspitzung im griechischen Schuldenstreit hat auch die Wall Street zum Wochenauftakt ins Minus gedrückt. Der Abbruch der Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und den Gläubigern schürte an den Finanzmärkten die Furcht vor einer Pleite des Euro-Landes.

Auslöser war die überraschende Ankündigung der griechischen Regierung vom Wochenende, ein Referendum über die Reformforderungen der Geldgeber abzuhalten. Ohne weitere Finanzspritzen kann Griechenland nach Regierungsangaben die nächste 1,6 Milliarden Euro schwere Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) am Dienstag nicht zurückzahlen.

„Durch die vergleichsweise gefasste Reaktion der Finanzmärkte auf die neue politische Ausgangslage und die hiermit deutlich gestiegene 'Grexit'-Gefahr sehen wir uns in unserer Auffassung bestätigt, dass ein Euro-Ausscheiden Griechenlands zwar ein herber Einschnitt für Europa wäre, aber außerhalb Griechenlands kein Katastrophenszenario darstellt“, erklärte LBBW-Experte Markus Herrmann.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss zwei Prozent tiefer auf 17.596 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,1 Prozent auf 2057 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank 2,4 Prozent auf 4958 Punkte.

Unter den Einzelwerten standen die Titel des Versicherers Assured Guaranty im Fokus, die mehr als 13 Prozent abstürzten. Hintergrund war eine Herabstufung der Aktie im Zusammenhang mit den Schuldenproblemen Puerto Ricos.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer befanden sich auch die Anteilscheine der Banken. Goldman-Sachs-Papiere verbilligten sich um 2,6 Prozent, Bank-of-America-Scheine um knapp drei Prozent.

Der Frankfurter Leitindex Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 3,6 Prozent auf 11.083,20 Punkte aus dem Handel. Der europäische Auswahlindex EuroStoxx50 schloss 4,2 Prozent tiefer bei 3468,90 Zählern.

Am Devisenmarkt fiel der Euro zu Wochenbeginn zeitweise um etwa zwei US-Cent auf ein Vier-Wochen-Tief von 1,0953 Dollar, allerdings fing sich die Gemeinschaftswährung relativ schnell wieder und legte am Abend sogar auf 1,1242 Dollar zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 282 Werte legten zu, 2874 gaben nach und 70 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von zwei Milliarden Aktien 369 im Plus, 2468 im Minus und 94 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten angesichts der Griechenland-Krise kräftig zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 1-9/32 auf 98-7/32. Die Rendite sank auf 2,330 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 2-26/32 auf 98-2/32 und rentierte mit 3,100 Prozent. Händler sagten, dass die Staatspapiere als sicherer Hafen gesucht gewesen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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