Börse New York: Griechenland-Sorgen drücken Dow auf Dreimonatstief

Börse New YorkGriechenland-Sorgen drücken Dow auf Dreimonatstief

Nach dem größten Wochenverlust für den Dow Jones im Jahr 2012 setzte sich die Talfahrt auch in der neuen Woche fort. In den USA kommen die Gerüchte um einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone schlecht an.
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New YorkDie Sorgen vor einer Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise und der Abkühlung der Konjunktur in China haben den US-Börsen am Montag Verluste eingebrockt. Wie schon in Europa und Asien gaben die Kurse an der Wall Street nach, weil die Furcht vor einer Pleite Griechenlands und dem Austritt des Landes aus der Euro-Zone wuchs.

Präsident Karolos Papoulias vertagte am Montagabend den letzten Versuch zur Regierungsbildung auf Dienstag. Die Aussicht auf einen Erfolg wurde als gering eingeschätzt. Die Wahrscheinlichkeit von Neuwahlen im Juni ist damit hoch. Erneut im Fokus standen die Aktien von JPMorgan nach dem Milliarden-Verlust im Handelsgeschäft. Die größte US-Bank entließ Investmentchefin Ina Drew. Die Papiere gingen mit einem Minus von 3,2 Prozent aus dem Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit Abschlägen von 1,0 Prozent auf 12.695 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 12.661 und 12.818 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,1 Prozent auf 1338 Zähler nach. Zwischenzeitlich war der S&P auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten gefallen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 Prozent auf 2902 Stellen. Der Dax schloss 1,9 Prozent tiefer bei 6451 Punkten.

"Die gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland der Euro-Zone 'Lebewohl' sagt, macht die ganze Region mit Blick auf mögliche Ansteckungsgefahren zu einem Reich des Unbekannten", sagte Aktienstratege Peter Boockvar von Millar Tabak. Das zeige sich unter anderem daran, dass die Kosten für spanische Kreditausfallsversicherungen stiegen. Am Markt wird befürchtet, dass die Krise in Griechenland auf Spanien und Italien überschwappt.

In China hatte die Zentralbank am Wochenende abermals die Mindestreserve-Vorschriften für Geschäftsbanken gelockert. Damit wird den Instituten mehr Spielraum für die Kreditvergabe eingeräumt, um die Konjunktur weiter anzukurbeln. Mit der dritten Kürzung der Mindestreserve binnen sechs Monaten reagierte die Notenbank offenkundig auf die unerwartet schwachen Konjunkturdaten der vergangenen Tage. So verlangsamte sich die Industrieproduktion im April deutlich, und die Investitionen sanken auf den niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren.

Finanzwerte sowie Rohstoff-Papiere gehörten am Montag zu den größten Verlierern. Die Papiere von Morgan Stanley büßten 4,3 Prozent ein. Goldman-Sachs-Anteilsscheine verbilligten sich um 2,3 Prozent. Der Kupfer- und Goldkonzern Freeport McMoran Copper & Gold tendierte 1,3 Prozent leichter.

Gegen den Trend legten Aktien von Avon 3,8 Prozent auf rund 21 Dollar zu. Der von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrollierte Parfümhersteller Coty will Avon übernehmen und hat die Offerte auf 24,75 Dollar pro Anteilsschein angehoben. Das Avon-Management will sich aber nicht von Cotys Ultimatum unter Druck setzen lassen, sich bis Montagabend entscheiden zu müssen.

Yahoo-Papiere stiegen um zwei Prozent. Der angeschlagene Internetpionier muss den dritten Chefwechsel binnen drei Jahren verkraften. Der erst im Januar angetretene Konzernlenker Scott Thompson zog die Konsequenzen aus der Affäre um einen angeblich geschönten Lebenslauf und trat zurück. Zugleich sichert sich der aggressive Großaktionär Daniel Loeb, der die Affäre losgetreten hatte, drei Sitze im Führungsgremium von Yahoo und kann dessen Geschicke nun entscheidend mitprägen.

Stark gefragt waren auch die Groupon -Anteilsscheine. Anleger hofften auf gute Quartalszahlen und griffen zu - das Papier sprang um 18,5 Prozent in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 472 Werte legten zu, 2556 gaben nach und 79 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 614 Werte im Plus, 1921 im Minus und 102 unverändert.

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