Börse New York
Griechenland verstärkt Pessimismus an der Wall Street

Die Griechenlandkrise sorgt für Unruhe an den Märkten. Der Dow Jones fiel um 0,9 Prozent. Das Telefonat der griechischen Regierung mit der Gläubiger-Troika beruhigt wenige Anleger, auch der UBS-Handelskandal zeigte Wirkung.
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New YorkNeue Ängste vor einer Pleite Griechenlands haben die Wall Street am Montag auf Talfahrt geschickt. Zu den größten Verlierern zählten die Anleger von Finanztiteln. Wegen eines Rückgangs des Ölpreises rutschten auch die Energiewerte deutlich ins Minus. Nach den Kursaufschlägen in der Vorwoche nahmen einige Anleger außerdem Gewinne mit. Einige Investoren traten die Flucht in als sicher geltende Anlagen wie Gold an.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 11.401 Punkten aus dem Handel, nachdem er zeitweise mehr als zwei Prozent schwächer tendiert hatte. Im Verlauf pendelte der Index zwischen 11.255 und 11.506 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel knapp ein Prozent auf 1204 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor rund 0,4 Prozent auf 2612 Punkte.

In Frankfurt rutschte der Dax zeitweise bis zu 3,8 Prozent ab und ging mit einem Minus von 2,8 Prozent bei 5415 Zählern aus dem Handel. Eine mit Spannung erwartete Telefonkonferenz der griechischen Regierung mit der Gläubiger-Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank war am Montagabend ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Das Finanzministerium in Athen erklärte lediglich, das Gespräch sei „produktiv und substanziell“ gewesen. Eine weitere Telefonkonferenz wurde für Dienstagabend angesetzt.

Aus dem griechischen Finanzministerium verlautete aber, dass eine Einigung zum Greifen nahe sei. Daraufhin machten die US-Aktienmärkte einige ihrer Verluste wieder wett.

Bei den Finanztiteln stach Goldman Sachs mit einem Minus von 2,5 Prozent hervor. Die Aktionäre der Bank of America mussten sogar einen Kursverlust von 3,3 Prozent hinnehmen. Der S&P-Banken-Index tendierte 2,7 Prozent im Minus. Der S&P-Energie-Index lag 1,5 Prozent tiefer, nachdem die Ölpreise auf breiter Front nachgelassen hatten. Bei den Einzelwerten sprangen die Aktien von Tyco um mehr als zwei Prozent in die Höhe. Der US-Mischkonzern spaltet sich auf. Dabei sollen drei eigenständige, an der Börse gelistete Unternehmen entstehen. Die drei neuen Gesellschaften sollen zu 100 Prozent den Aktionären gehören.

Die in den USA gehandelten Anteilsscheine von UBS fielen dagegen mehr als drei Prozent. Der in der vergangenen Woche aufgedeckte Handelsskandal kommt die Schweizer Großbank teurer zu stehen als zunächst angenommen. Der Schaden, den ein Händler mit nicht erlaubten Geschäften angerichtet habe, belaufe sich auf 2,3 Milliarden Dollar, teilte UBS am Sonntag mit. Am Donnerstag hatte die Bank den Schaden noch auf zwei Milliarden Dollar geschätzt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 910 Millionen Aktien den Besitzer. 667 Werte legten zu, 2310 gaben nach, und 83 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,89 Milliarden Aktien 552 im Plus, 2030 im Minus und 75 unverändert. Die Wall Street hat am Montag im Minus geschlossen. Händler verwiesen auf die anhaltenden Sorgen um das von einer Staatspleite bedrohte Griechenland.

 

 


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Mensch ist halt mal so gepolt, dass er für alles irgendeinen Grund sucht, durch den er sich seine Dummheit sich nicht zugestehen braucht.
    Die Börsen leiden nicht durch ihre Krisen, sondern durch ihre zwischenzeitlich durch und durch Glückspiel Struktur. Es ist also kein externes, sondern ein Strukturproblem, genau so wie das Finazproblem und das Wirtschaftsproblem auch, aber auch das Politproblem und alle diese Probleme addieren sich und sind abhängig voneinander.
    Die aktuelle Wiesn- und Volksfest Zeit bietet da einen schönen Vergleich an. Die Finanz Handelsplätze sind vergleichbar mit den klassischen Kettenkarusells. Die Geschwindigkeit wird dort nur noch durch einige wenige Motoren bestimmt, die soviel Gas geben oder Bremsen wie es ihnen beliebt. Die Mitfahrer bezahlen für ihren kurzen Spass und geben ihr Billet dafür ab. Bei Bedarf fliegen sie raus durch zu viel Power und gelegentlich greift man zusätzlich ein und manipuliert einzelne Ketten dazu. Die Sessel kehren bei herausgeflogen immer wieder von selbst zurück.
    Kurzer Halt genügt für die neue Ladung.

  • Das ist ja lustig, dass sich die amerikanischen Anlager Sorgen wegen Griechenland machen. Sie sollten sich lieber um ihr eigenes Schuldendesaster Sorgen machen. Denn ihr eigenen Schulden und das Unvermögen die Krise zu überwinden, sind ein weit größeres Problem als Griechenland.

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