Börse New York
Griechischer Schuldenstreit belastet Wall Street

Auch die US-Anleger blicken nach Athen – und sind nach dem erneuten Rückschlag im Schuldenstreit besorgter denn je. Erfreuliche Nachrichten über die US-Konjunktur zu Jahresbeginn geraten da schonmal in den Hintergrund.
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New YorkDie Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern haben US-Anleger am Mittwoch in Atem gehalten. Der zunächst ergebnislose Verlauf der Gespräche in Brüssel belastete die Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,98 Prozent auf 17.966 Zähler nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 2108 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq fiel um ebenfalls 0,7 Prozent auf 5122 Stellen.

Auch an den europäischen Aktienbörsen bekamen die Anleger kalte Füße. Der Dax gab 0,6 Prozent ab auf 11.471 Punkte, der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent auf 3612 Zähler. Der Athener Leitindex fiel um 1,8 Prozent, die Bankentitel rauschten um 6,6 Prozent nach unten.

Nach dem Höhenflug der vergangenen Tage, ausgelöst durch Hoffnungen auf ein Happy End im Schuldenstreit, machten die Investoren sicherheitshalber Kasse. „Der US-Markt greift einige Signale von der Schwäche in Europa auf“, sagte John Canally von LPL Financial in Boston. Der Markt mache sich Sorgen, was eine Pleite Griechenlands für die Weltwirtschaft bedeuten könne, sagte Adam Sarhan, Chef der Finanzberatungsfirma Sarhan Capital.

Zu den größten Verlierern unter den Einzelwerten gehörten Monsanto -Aktien, die sich um 5,7 Prozent verbilligten. Der Saatguthersteller kündigte an, im Übernahmepoker um den Schweizer Agrochemiekonzern Syngenta nicht locker zu lassen. GM -Aktien verloren 3,1 Prozent, nachdem Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne sagte, die Gruppe sei weit davon entfernt, den Aktionären des US-Autobauers ein Angebot für einen möglichen Zusammenschluss vorzulegen.

0,9 Prozent aufwärts ging es dagegen mit Apple-Anteilscheinen. Starinvestor Carl Icahn sagte, er traue dem Technologieriesen das gleiche Potenzial zu, wie Netflix vor einigen Jahren. Gleichzeitig teilte er mit, seine verbliebene Beteiligung an dem Streamingdienst verkauft zu haben. Das sorgte dafür, dass Netflix-Papiere ihre zuvor erzielten Gewinne wieder vollkommen abgaben und 0,4 Prozent schwächer endeten. Die Aktien waren zunächst deutlich gestiegen, nachdem der Konzern Pläne für einen Aktiensplit vorgestellt hatte. Netflix will aus einem Anteilschein künftig sieben machen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 869 Werte legten zu, 2163 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 784 im Plus, 1987 im Minus und 135 unverändert.

Angesichts der Verunsicherung durch den Verlauf der Verhandlungen in Brüssel waren US-Staatsanleihen gefragt. Die zehnjährigen Bonds legten 8/32 auf 97-25/32 zu. Sie rentierten mit 2,380 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 27/32 auf 96-32/32 und hatten eine Rendite von 3,157 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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