Börse New York Haushaltsstreit trübt Stimmung

Ein Dämpfer für den US-Wohnungsbaumarkt sowie den Konjunkturindex der Fed von Philadelphia und der andauernde Haushaltsstreit in Washington sorgten am Donnerstag für Verluste. Auf Talfahrt gingen die Aktien von Alcoa.
Update: 18.01.2018 - 22:48 Uhr Kommentieren

New YorkBelastet von dem seit Monaten schwelenden Haushaltsstreit hat die Wall Street am Donnerstag leicht nachgegeben. Sollten sich Republikaner und Demokraten nicht auf eine Finanzierung von Regierung und Bundesbehörden einigen, könnte es ab Freitagnacht einen Regierungsstillstand geben. Seit Beginn des Finanzjahres am 1. Oktober drohte dies schon drei Mal. Die Kontrahenten konnten sich bislang nicht auf eine langfristige Finanzierung einigen, so dass nur Überbrückungsgelder genehmigt wurden.

Darüber hinaus trübten einige Statistiken die Stimmung etwas. So erhielt der Wohnungsbau in den USA im Dezember überraschend einen Dämpfer. Der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia für Januar fiel niedriger als erwartet aus.

Der Dow Jones schloss 0,4 Prozent tiefer auf 26.017 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,2 Prozent auf 2798 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 7296 Punkten in etwa auf der Stelle.

Mit Morgan Stanley legte die letzte US-Großbank ihre Bilanz vor. Wie bei den Rivalen belastete vor allem die geplante Steuerreform das Ergebnis. Zugleich lief es im Tagesgeschäft aber dank der robusten Konjunktur rund. Die Aktien notierten zuletzt 0,9 Prozent höher.

Weiter im Rampenlicht stand Apple. Der Tech-Konzern nutzt die Steuerreform für ein milliardenschweres Investitionsprogramm in den USA und will 38 Milliarden Dollar an Steuern auf sein Auslandsvermögen zahlen. Einige Börsianer vermuteten, dass Apple nun Spielraum für Aktienrückkäufe und höhere Dividenden hat, ohne wieder in die Kritik zu geraten. Die Aktien stiegen um 0,1 Prozent, nachdem sie am Mittwoch 1,7 Prozent zugelegt hatten.

Auf Talfahrt gingen Alcoa mit einem Abschlag von rund sieben Prozent. Der Aluminiumproduzent rutschte im vierten Quartal tiefer in die roten Zahlen. Eine Kaufempfehlung hievte dagegen Hertz um 6,5 Prozent in die Höhe. Die Analysten der australischen Bank Macquarie stuften die Papiere des Autovermieters auf „outperform“ von „neutral“ hoch. IBM notierten 0,3 Prozent höher. Der IT-Konzern legte nach Handelsschluss seine Zahlen vor.

Bei den europäischen Aktien griffen die Anleger zu. Die erneute Aufwertung des Euro, die die Wettbewerbschancen heimischer Firmen auf dem Weltmarkt schmälert, bremste den Anstieg von Dax & Co. allerdings. Der deutsche Leitindex ging am Donnerstag 0,7 Prozent höher auf 13.281 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50 notierte 0,2 Prozent im Plus bei 3620 Zählern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 806 Werte legten zu, 2132 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Milliarden Aktien 1071 im Plus, 1862 im Minus und 196 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 12/32 auf 96-25/32. Die Rendite stieg auf 2,6237 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 1-1/32 auf 97-1/32 und rentierte mit 2,9009 Prozent. Händler verwiesen auf das starke Wachstumstempo in China. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Volksrepublik legte 2017 um 6,9 Prozent zu.

  • rtr
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