Börse New York
Hoffnung auf Konjunkturhilfen beflügelt Wall Street

Der Dow in New York ist erstmals seit Mai wieder über 13.000 Punkten. An der Wall Street setzen Anleger auf die Euro-Retter. Facebook sorgte für Aufsehen, da die Aktien des Online-Netzwerks ins Bodenlose fielen.
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New YorkHoffnungen auf neue Hilfsaktionen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed haben die Wall Street zum Wochenschluss beflügelt. Das Bekenntnis von EZB-Präsident Mario Draghi, alles für den Erhalt des Euro tun zu wollen, fachte Spekulationen auf ein stärkeres Engagement der Zentralbank an. Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete, dass sich Draghi mit Bundesbank-Chef Jens Weidmann treffen wolle, um verschiedene Schritte - darunter auch Anleihekäufe - zu besprechen, zogen die Indizes nochmal deutlich an. Die Bundesbank steht Bondkäufen der EZB skeptisch gegenüber.

Auch von dem Pendant in den USA erwarten die Anleger weitere Konjunkturhilfen. Dies wurde von neuesten Daten unterstützt. Vor allem die Zurückhaltung der US-Verbraucher sorgte dafür, dass die US-Wirtschaft weiter an Fahrt verliert und im Frühjahr so wenig gewachsen ist wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Die US-Regierung senkte kurz darauf ihre Wachstumsprognose für 2012 auf plus 2,3 Prozent und für 2013 auf 2,7 Prozent.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte knackte die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten und beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 13.077 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 12.888 und 13.117 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 1,9 Prozent auf 1385 Zähler und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 4. Mai. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2,2 Prozent auf 2957 Zähler zu. In Frankfurt ging der Dax 1,6 Prozent höher aus dem Handel.

Auf Wochensicht verbuchte der Dow Jones ein Plus von zwei Prozent, der S&P von 1,7 Prozent und die Nasdaq gewann 1,1 Prozent.

"Der Grund für die gute Entwicklung gestern und heute sind positive Aussagen aus Europa", sagte Anlagestratege Leo Grohowski von BNY Mellon Wealth Management. Sowohl bei der Fed (Mittwoch) als auch bei der EZB (Donnerstag) stehen in der kommenden Woche Zinsentscheidungen an.

Wenig Freude bereitete den Anlegern der Internetkonzern Facebook. Sie zogen sich in Scharen zurück. Die Aktien brachen um knapp zwölf Prozent ein. Das einst gefeierte Online-Netzwerk betrübte seine Investoren mit einem schwachen Umsatzwachstum im abgelaufenen Quartal. Dass Firmenchef Mark Zuckerberg zudem keine Prognose für das laufende Quartal abgab, verunsicherte die Investoren zusätzlich. Seit dem Börsengang im Mai vernichtete Facebook damit rund 30 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Die Papiere von Starbucks gerieten ebenfalls unter Druck, nachdem die Kaffeehaus-Kette ihre Prognose für das laufende Quartal angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche gesenkt hatte. Der Kurs fiel um neun Prozent.

Besser schlugen sich die Aktien von Merck & Co, die um vier Prozent zulegten. Der Pharmakonzern verdiente im abgelaufenen Quartal mehr Geld als erwartet. Dafür sorgten die starke Nachfrage von Impfstoffen sowie Diabetes- und HIV-Medikamenten.

Auch Amazon-Anteilscheine gehörten zu den Gewinnern. Sie gewannen acht Prozent an Wert. Zwar bremsten Investitionen den Online-Händler aus, der im zweiten Quartal einen heftigen Gewinneinbruch verbuchte. Die Brutto-Gewinnmarge lag mit über 26 Prozent jedoch auf dem höchsten Stand seit neun Jahren. Das stimmte die Anleger positiv.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,91 Milliarden Aktien den Besitzer. 2512 Werte legten zu, 493 gaben nach und 86 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,07 Milliarden Aktien 1920 im Plus, 562 im Minus und 96 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die große Frage ist ja ob am Ende eine Inflationären Währung der Zusammenbruch steht oder ob es einfach munter weiter geht.
    Schauen wir uns mal die Wertverluste von der DM hinweg zum Euro und jetzt die drohende Draghi Notenpresse an.
    Mit Einführung der DM haben sich fast alle Preise einfach mal verdoppelt von der Pizza bis hin zum Cafe Besuch. Super was uns der Euro alles gebracht hat, die DM wäre heute härter als der CH Franken wenn wir diesem Euro Wahnsinn (der uns ja soviel genützt hat) nicht beigetreten wären.
    Wenn jetzt noch Ramsch-Anleihen von der EZB von Schrottländern aufgekauft werden, können wir nochmal 20% Inflation dazurechnen und das Jahr für Jahr weil die Pleite Länder wirtschaften ja nicht effinzienter, die muss man auf lange Sicht durchfüttern wie in GR und dagegen war die Wiedervereinigung noch ein finanzieller Pustekuchen dagegegen..

  • Tomate schreibt:

    "Langsam glaube ich dass auch die Deutschen die Lösung des inflationierens möchten."

    => In den politischen Kreisen gibt es niemanden, der auch nur etwas Ähnliches wie eine Lösung im Auge hat. Was wir derzeit erleben, ist eine Bekämpfung von Symptomen auf dem Weg zum Zusammenbruch des Weltgeld-Systems. Damit können sie den Zusammenbruch des Weltgeld-Systems zwar verzögern, aber desto lauter krachend wird er letztlich eintreten.

    Denken Sie doch einmal darüber nach, was so alles los sein wird, wenn der Welthandel nicht mehr mit Geld abgewickelt werden kann, weil kein Lieferant dem Geld noch trauen wird! Das ist das Schreckgespenst, was u.a. Merkel und Hollande vor Augen haben! Und dieses Schreckgespenst treibt sie - zu immer irrsinnigeren "Rettungsaktionen"!

    Die vom Großkapital als Marionetten geführten Zauberlehrlinge, die Politiker, haben mit ihrer faulen Zauberei eine Lage entstehen und eskalieren lassen, derer sie gar nicht mehr Herr werden können! Sie sind nur noch damit beschäftigt, den Zusammenbruch hinauszuschieben, etwas anderes haben sie weder vor Augen noch in ihrem Werkzeugkasten!

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    Ungefährliches, friedliches und legales Mittel des Widerstandes:

    Die Zeugungsverweigerung

    http://belljangler.wordpress.com/zeugungsverweigerung-als-mittel-des-widerstandes/

  • Na klaro! Der ESM ist doch viel zu klein gesized von seinem Volumen! Ist der ESM erstmal leer pumpt die EZB frisches Geld in ihn!
    Langsam glaube ich dass auch die Deutschen die Lösung des inflationierens möchten.
    Streng nach dem Motto, hauptsache die Konsum Party geht weiter. Wer in dieser Welt Gerechtigkeit sucht ist fehl am Platze. Da wird auch mit einem breiten Schweigen in Deutschland aktzeptiert werden, dass die Sparer -5 bis -10% auf die nächsten drei Jahre gesehen von Ihren Groschen verlieren werden.
    Hauptsache die Enkel/innen dürfen weiter Schulden machen :-)

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