Börse New York
Hoffnung auf lockere Fed-Politik bringt Rekordkurse

Morgen wird die Federal Reserve weitere Hinweise für ihre künftige Geldpolitik liefern. An Aktienmärkten wurde allerdings schon heute gekauft. Die Anleger spekulieren auf eine Verschiebung des „Tapering“.
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New YorkUS-Aktienanleger haben am Dienstag darauf gesetzt, dass die Notenbank Fed auch künftig die geldpolitischen Zügel sehr locker halten wird. In dieser Erwartung griffen sie bei Aktien zu. "Die jüngsten Konjunkturdaten in den USA waren nicht so gut, dass sie ein Rückfahren des Anleihenkaufprogramms rechtfertigen würden", begründete Stratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co die Hoffnung der Anleger. Die Fed kauft derzeit monatlich Anleihen und Immobilienpapiere über 85 Milliarden Dollar. Die nächste Zinsentscheidung wird am Mittwoch verkündet.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,7 Prozent auf einen Rekordschlussstand von 15.680 Punkten zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 1772 Zähler und damit ebenfalls auf einen Rekordschluss. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,3 Prozent auf 3952 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,5 Prozent fester auf einem Rekordhoch 9022 Punkten aus dem Handel.

Der Quartalsbericht von Apple enttäuschte die Investoren. Apple-Aktien ließen 2,5 Prozent Federn. Trotz des Rekordabsatzes von iPhones verdiente der erfolgsverwöhnte Konzern in seinem vierten Geschäftsquartal erneut weniger. Die Gewinnmarge fiel um drei Punkte auf 37 Prozent. Seit Ende September bietet Apple eine günstigere Version des iPhone an, was weiter auf die Marge drücken dürfte.

Dem US-Pharmakonzern Pfizer macht nach wie vor die Konkurrenz mit Nachahmerprodukten zu schaffen. Der Gewinn fiel im dritten Quartal um 19 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Da Pfizer aber langsam mit neuen Krebsmitteln Boden gutmacht, übertraf der Konzern die Erwartungen des Marktes. Die Aktie gewann 1,7 Prozent an Wert. Der IT-Dienstleister IBM nimmt weitere 15 Milliarden Dollar zum Rückkauf eigener Aktien in die Hand. IBM-Aktien verteuerten sich um 2,7 Prozent.

Die Anteilsscheine von JPMorgan traten auf der Stelle, obwohl die vorläufige 13-Milliarden Dollar schwere Abmachung der Großbank mit dem US-Justizministerium zur Beilegung eines Hypothekenstreits einer Zeitung zufolge zu platzen droht.

Die Stimmung der US-Verbraucher ist nach der Beinahe-Pleite des Staates im Zuge des Haushaltsstreits in den Keller gerauscht. Das Barometer für die Konsumlaune fiel im Oktober zum Vormonat um neun Punkte auf 71,2 Zähler, wie das Conference Board zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Das ist der niedrigste Wert seit April. Diese Stimmungseintrübung könnte auch der klassische Einzelhandel zu spüren bekommen, der noch im September gute Geschäfte gemacht hatte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 1836 Werte legten zu, 1129 gaben nach und 105 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1505 im Plus, 1035 im Minus und 109 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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