Börse New York
Ifo-Index belastet Wall Street

Die US-Börsen zeigten sich vom deutschen Konjunkturpessimismus beeindruckt. Die großen Indizes verharrten in der Verlustzone. Besonders tief fiel die Aktie eines Pharmakonzerns, der mit seiner Quartalsbilanz enttäuschte.
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New YorkDie trübe Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat am Montag auch die New Yorker Börsen belastet. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts für Europas größte Volkswirtschaft verschlechterte sich im Oktober den sechsten Monat in Folge und liegt nun so tief wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Der Rückgang war unerwartet deutlich. Dies schürte auch an der Wall Street Konjunktursorgen.

Der Dow-Jones-Index schloss 0,1 Prozent höher bei 16.817 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel dagegen 0,1 Prozent auf 1961 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,1 Prozent auf 4485 Punkte vor. In Frankfurt verlor der Dax ein Prozent auf 8902 Punkte, der EuroStoxx50 büßte ebenfalls ein Prozent ein.

Zu den größten Verlierern an den New Yorker Börsen gehörte der amerikanische Pharmakonzern Merck & Co. Er enttäuschte mit seinem Umsatz aufgrund abgelaufener Patente und rückläufiger Geschäfte mit einem wichtigen Krebsimpfstoff. Merck-Aktien verbilligten sich um zwei Prozent.

Dagegen profitierte der Festplattenhersteller Seagate Technology von einer starken Nachfrage bei PCs und Internet-basierten Anwendungen, dem Cloud Computing. Gewinn und Umsatz fielen im Quartal höher aus als von Experten vorhergesagt. Die Seagate-Titel stiegen um 0,7 Prozent.

Die Anteilsscheine von Micron Technology kletterten um fast vier Prozent, nachdem der Chipkonzern einen Aktienrückkauf im Volumen von einer Milliarde Dollar bekanntgegeben hatte.

Gefragt waren auch Amazon.com mit einem Kursaufschlag von mehr als einem Prozent. Der Versandhändler übernimmt den Online-Mediendienstleister Rooftop Media.

Nach Börsenschluss wurden die Kennzahlen von Twitter und Amgen erwartet. Twitter-Papiere fielen um 2,8 Prozent.

Auf den Verkaufslisten standen auch die Aktien von ExxonMobil und Chevron wegen der sinkenden Ölpreise. Die Aktien beider Unternehmen gaben rund ein Prozent nach.

Mit einer Verkaufswelle reagierten die Anleger an der brasilianischen Börse auf die Wiederwahl der in der Wirtschaft unbeliebten Präsidentin Dilma Rousseff. Der Leitindex an der Börse in Sao Paolo verlor 4,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 1308 Werte legten zu, 1737 gaben nach, und 150 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 1235 im Plus, 1424 im Minus und 139 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 4/32 auf 101-1/32. Die Rendite sank auf 2,26 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 8/32 auf 101-22/32 und rentierte mit 3,04 Prozent. Händler sagten, dass die festverzinslichen Papiere angesichts enttäuschender Konjunkturdaten als sicherer Hafen gesucht gewesen seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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