Börse New York
Immobilienmarkt zieht US-Börsen ins Minus

Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt haben den amerikanischenim Aktienmärkten den Wind aus den Segel genommen. Erstmals seit drei Handelstagen schlossen die US-Börsen im Minus. Auf die Stimmung schlugen aber auch skeptische Prognosen größerer Softwarekonzerne.
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HB NEW YORK. Schwache Daten vom US-Immobilienmarkt haben den Börsen den Wind aus den Segeln genommen. Erstmals Die Zahl der Wohnbaubeginne brach aufs Jahr hochgerechnet so stark ein wie seit Januar nicht mehr, auch die Zahl der Baugenehmigungen ging zurück. Auf die Stimmung drückten zudem skeptische Prognosen großer Softwarekonzerne. Die Rückschläge dämpften die Hoffnung der Anleger auf eine zügige konjunkturelle Erholung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,1 Prozent auf 10 426 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 10 360 und 10 432 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 gab ebenfalls 0,1 Prozent nach auf 1109 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,5 Prozent auf 2193 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf 5787 Stellen aus dem Handel.

Die Zahl der Baubeginne gab im Oktober nach Angaben des Handelsministeriums um 10,6 Prozent nach. Aufs Jahr hochgerechnet liefen die Bauarbeiten für 529 000 Wohnungen an - so wenige waren es zuletzt im April.

Abwärts ging es auch im Technologiesektor, nachdem der Software-Hersteller Autodesk mit einer schwachen Geschäftsprognose aufschreckte. Die Titel der Firma brachen um mehr als zehn Prozent ein. Die Aktien von Salesforce.com fielen um 3,1 Prozent, weil das Unternehmen ein schleppendes Geschäft bei Neukunden vermeldete. „Technologiewerte waren ein solider Bereich des Marktes, aber diese beiden Ergebnisse haben ihnen den Schwung genommen“, sagte ein Analyst.

Viele Marktteilnehmer betrachteten den Rückgang aber lediglich als Verschnaufpause. Die niedrigen Zinsen, die staatlichen Konjunkturanreize und die bisherigen Anzeichen einer Erholung dürften den Markt demnach auch weiterhin stützen.

Die Aktien des Süßwaren-Herstellers Hershey notierten zwei Prozent schwächer, nachdem das Unternehmen Interesse an Cadbury anmeldete. Der britische Schokoladenkonzern kämpft derzeit gegen eine feindliche Übernahme durch den US-Lebensmittelriesen Kraft, dessen Aktien 1,4 Prozent nachgaben.

In Grenzen gehalten wurden die Abschläge durch Kursgewinne bei Finanzwerten. Die Papiere des Anleiheversicherers Ambac schossen um mehr als 44 Prozent auf knapp einen Dollar in die Höhe. Das Institut teilte mit, seine Kernsparte habe zum Ende des dritten Quartals über mehr Liquidität verfügt als vorgeschrieben. Die Titel der Bank of America profitierten vom Kommentar eines der einflussreichsten Investoren an der Wall Street, wonach sich der Börsenwert des Geldhauses binnen zwei Jahren verdoppeln könnte. BoA-Aktien verteuerten sich um 3,7 Prozent.

Die Aktien des Kreditkartenkonzerns American Express notierten nach der angekündigten Übernahme der internetbasierten Bezahlplattform Revolution Money für 300 Mio. Dollar 0,5 Prozent stärker.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,06 Mrd. Aktien den Besitzer. 1 381 Werte legten zu, 1 640 gaben nach und 118 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,99 Mrd. Aktien 1045 im Plus, 1 629 im Minus und 137 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 100-20/32. Sie rentierten mit 3,368 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 22/32 auf 101-08/32 und hatten eine Rendite von 4,299 Prozent.

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