Börse New York
Japans Notenbank-Kurs belastet Wall Street

Auf der Wall Street regiert die Furcht vor dem Abebben der Geldschwemme. Am Dienstag gingen alle drei großen Indizes mit Verlusten aus dem Handel. Es gab aber auch einen spektakulären Gewinner.
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New YorkDie Enttäuschung über den geldpolitischen Kurs der Notenbank in Japan hat am Dienstag die Wall Street belastet. Die Währungshüter der drittgrößten Volkswirtschaft kündigten keine zusätzlichen Anleihekäufe an, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Das verstimmte auch die US-Anleger, die sich ohnehin seit Wochen Sorgen über den Kurs ihrer heimischen Geldpolitik machen. Die Talfahrt wurde etwas abgebremst, weil zahlreiche Investoren den Kursrutsch als Kaufgelegenheit nutzten.

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten sank um 0,8 Prozent auf 15.122 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,0 Prozent auf 1626 Zähler. Der Nasdaq ging 1,1 Prozent schwächer bei 3436 Punkten aus dem Handel. Der Dax schloss ein Prozent schwächer bei 8222 Zählern.

„Das nahende Ende der Unterstützung durch die Notenbanken oder zumindest die Einsicht, dass wir da am Limit sind, schafft Volatilität“, erklärte Doug Cote von ING in New York. „Aber es ist die richtige Entwicklung, weil einige wirtschaftliche Daten signalisieren, dass wir uns der Normalität nähern.“ Viele Investoren stellen sich darauf ein, dass die US-Notenbank Federal Reserve zum Jahresende ihre Käufe von Staatsanleihen drosseln wird.

Bei den Einzelwerten stand der drittgrößte Mobilfunkkonzern Sprint im Vordergrund. Der japanische Anbieter Softbank erhöhte im Bieterkampf mit dem US-Rivalen Dish seine Offerte für Sprint. Die Sprint-Aktie stieg um 2,4 Prozent, das Dish-Papier erhöhte sich um 0,8 Prozent.

Der Anteilschein des Sportartikel-Herstellers Lululemon Athletica stürzte um 18 Prozent ab, weil die Konzernchefin ihren Rücktritt bekanntgab. Die in New York notierten Aktien des chinesischen Solar-Unternehmens LDK Solar büßten elf Prozent ein, weil der hoch verschuldete Konzern den achten Quartalsverlust in Folge verbuchte und mit seinen Gläubigern noch keine Einigung zu einer Umschuldung erzielen konnte.

Dagegen schossen die Aktien von Dole um über 22 Prozent nach oben, weil der 90-jährige Unternehmenschef David Murdock den Obst- und Gemüsekonzern komplett kaufen will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 401 Werte legten zu, 2659 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,55 Milliarden Aktien 651 im Plus, 1837 im Minus und 86 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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