Börse New York
Japans Zinssenkung beflügelt US-Indizes

Jubel über die Nullzinspolitik: Die überraschende Entscheidung in Japan hat die New Yorker Börsen am Dienstag beflügelt. Auch Konjunkturdaten gaben Auftrieb. Alle Indizes legten mehr als 1,5 Prozent zu.
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HB NEW YORK. Die Anleger an der Wall Street haben am Dienstag Japans überraschende Rückkehr zur Nullzinspolitik und ermutigende US-Konjunkturdaten gefeiert. Börsianer äußerten die Hoffnung, dass die weltwirtschaftliche Erholung dank verstärkter Unterstützung der Regierungen an Fahrt gewinnt. Alle drei US-Indizes schnellten kräftig nach oben, der S&P kletterte auf seinen höchsten Schlussstand seit dem 12. Mai.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,8 Prozent im Plus auf 10 944 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 10 752 und 10 965 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 2,1 Prozent auf 1160 Zähler und durchbrach dabei die charttechnisch viel beachtete Hürde von 1150 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2,4 Prozent auf 2399 Punkte zu. In Frankfurt war der Dax mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 6215 Stellen aus dem Handel gegangen.

Die Bank of Japan (BoJ) hatte im Kampf gegen die Wirtschaftskrise und den starken Yen den Zinssatz auf null von 0,1 Prozent reduziert. Zudem flutet sie den Markt weiter mit billigem Geld, indem sie über einen Fonds Vermögenswerte kaufen und Milliarden-Kredite zur Verfügung stellen will. Japan feuere aus allen Rohren, um die Wirtschaft in die Gänge zu bekommen, sagte Aktienstratege Phil Orlando von Federated Investors. Die Erwartungen stiegen, dass die USA in ähnlicher Art nachziehen.

Der Euro kletterte auf den höchsten Stand zum Dollar seit Februar. Auch Rohstoffpreise legten zu, wovon zahlreiche Unternehmen aus der Branche profitierten. So verteuerten sich etwa die Papiere des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan um 4,6 Prozent.

Für gute Stimmung sorgte ferner, dass das Wachstum der US-Dienstleister im September unerwartet an Tempo gewann. Zudem zeigte die Beschäftigungskomponente des ISM-Einkaufsmanagerindexes für das nicht-verarbeitende Gewerbe, dass die Firmen wieder etwas Personal einstellten - ein wichtiges Signal vor den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktdaten für den Vormonat.

Unter den Einzelwerten stachen auch Finanztitel hervor. Aktien der Bank of America gewannen 3,1 Prozent, die von JPMorgan 1,7 Prozent. Die Papiere von Chevron verteuerten sich um 2,6 Prozent. Der Ölkonzern hatte zuvor bekanntgegeben, die vierteljährlichen Aktienrückkäufe von bis zu einer Milliarde Dollar wieder aufzunehmen. 2,6 Prozent legten die Titel von Walgreen zu. Die Drogeriekette steigerte ihren Umsatz im September stärker als erwartet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,24 Mrd. Aktien den Besitzer. 2448 Werte legten zu, 561 gaben nach und 84 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,2 Mrd. Aktien 2146 im Plus, 491 im Minus und 119 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 01/32 auf 101-10/32. Sie rentierten mit 2,476 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen hingegen 17/32 auf 102-13/32 und hatten eine Rendite von 3,739 Prozent.

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