Börse New York
JP Morgan-Desaster schickt Wall Street ins Minus

Die größte Bank der USA hat sich um mehrere Milliarden verzockt – die Aktie bricht ein. Allerdings federn die US-Konjunkturdaten die JP Morgen-Hiobsbotschaft ab verbreitet Optimismus.
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DüsseldorfDer spektakuläre Handelsskandal bei JPMorgan hat die Wall Street am Freitag ins Minus gezogen. Zwar wirkten starke Technologiewerte dem Abwärtssog entgegen und unerwartet gute Konjunkturdaten schafften es sogar, die wichtigsten Indizes vorübergehend ins Plus zu ziehen. Am Ende des Handelstages konnte sich aber nur der Technologie-Index Nasdaq aus dem roten Bereich retten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 0,3 Prozent auf 12.820 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.918 und 12.779 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls 0,3 Prozent auf 1353 Punkte ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss praktisch unverändert mit 2933 Punkten. Im Wochenüberblick verloren alle drei Indizes: Der Dow 1,7 Prozent, S&P 1,1 Prozent und die Nasdaq 0,8 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax 0,95 Prozent höher bei 6579 Punkten.

Der von Reuters und der University of Michigan ermittelte Index des Verbrauchervertrauens für Mai stieg auf den höchsten Wert seit vier Jahren. Die Nachricht half den wichtigsten Indizes zunächst ins Plus, nachdem sie mit deutlichen Verlusten begonnen hatten.

Diese gingen insbesondere auf das Eingeständnis von JPMorgan zurück, mit hochriskanten Wetten zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt zu haben. JPMorgan galt bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern. Das Institut musste nun sogar einräumen, dass die Verluste am Ende noch höher ausfallen könnten. Der Vorgang dürfte auch eine Rolle bei der Diskussion in Washington über eine stärkere Regulierung des Banksektors spielen. Der republikanische Senator Bob Corker kündete eine Anhörung an. "JPMorgen wird ein Fall für die Politik werden", sagte auch Tim Ghriskey von der Solaris Group. "Zumindest für eine Weile werden die Banken stärker reguliert werden."

Entsprechend schlossen nicht nur JPMorgan-Titel mit 9,3 Prozent im Minus. Auch die Citigroup kam mit einem Verlust von 4,2 Prozent unter die Räder. Mitgefangen wurde auch die Bank of America. Das Institut konnte sich zwischenzeitlich ins Plus hochkämpfen, rutschte jedoch später um etwa zwei Prozent ins Minus.

Börsianer reagierten beunruhigt auf Nachrichten aus Europa. Euro-Wackelkandidat Griechenland steuert nach dem gescheiterten Anlauf der Reformer zur Regierungsbildung auf Neuwahlen und eine ungewisse Zukunft zu, die zu einem Austritt aus der Euro-Zone führen könnte.

Bei den Einzelwerten stachen die Titel von Nvidia hervor, die 6,3 Prozent zulegten. Der Chiphersteller hatte zuvor Quartalszahlen vorgelegt, die über den Markterwartungen lagen. Die Titel des Online-Jobbörsenbetreibers Monster Worldwide schossen wegen eines Berichts über eine geplante Übernahme 19 Prozent in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1182 Werte legten zu, 1785 gaben nach und 126 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 1006 im Plus, 1459 im Minus und 148 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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