Börse New York
Kauflaune an der Wall Street wieder verflogen

Konjunkturdaten und schwache Unternehmensbilanzen lasten auf den US-Börsen. Die Kauflaune, die gestern aufgekommen war, ist damit auch schon wieder weg. Der Dow Jones weitete seine Verluste im Handelsverlauf aus.
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New YorkDie US-Aktienbörsen sind am Dienstag wieder auf Talfahrt gegangen. Die leichte Erholung vom Montag erwies sich damit als nicht nachhaltig. Vielmehr überwogen Börsianern zufolge die Sorgen über eine unerwartet frühe Anhebung der US-Zinsen. Auslöser dafür waren überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA.

Hinzu kam die Furcht vor einer Verschärfung des Konfliktes zwischen Russland und dem Westen. So hatte Kremlchef Wladimir Putin mit einer Reaktion auf die Sanktionen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten gegen sein Land im Ukraine-Konflikt gedroht. Die USA äußerten sich besorgt über eine Verstärkung russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine.

Der Dow Jones Industrial fiel um 0,84 Prozent auf 16 429,47 Punkte. So tief stand das bekannteste Börsenbarometer der Welt zuletzt im Mai. Am Montag hatte der US-Leitindex noch einen kleinen Teil seiner Verluste der vergangenen Woche wieder wettgemacht. Für den wichtigen marktbreiten S&P-500-Index ging es am Dienstag um 0,97 Prozent auf 1920,21 Punkte nach unten. An der Technologiebörse fiel der Nasdaq 100 um 0,87 Prozent auf 3874,94 Punkte.

Anleger fürchten, dass die Notenbank ihre konjunkturstützende Nullzinspolitik zügiger zurückfährt, wenn sich die Wirtschaft in den USA schnell erholt. Darauf könnten die jüngsten Wirtschaftsnachrichten hindeuten: So wird die Stimmung im Dienstleistungssektor immer besser. Zudem hatte die US-Industrie im Juni mehr Aufträge als erwartet erhalten.

Als weitere Belastung kamen schwache Konjunkturdaten aus China hinzu. Dort hatte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im Juli deutlich eingetrübt. Aktien des Versicherers AIG konnten sich der wieder etwas eingetrübten Marktstimmung nicht entziehen und büßten ihre Gewinne aus dem frühen Handel ein. Zum Handelsschluss gaben die Papiere um 0,87 Prozent nach.

Das Unternehmen, das in der Finanzkrise am Rande der Pleite gestanden hatte und nur durch ein staatliches Rettungspaket überlebte, verbuchte im zweiten Quartal ein sattes Gewinnplus. Der scheidende AIG-Chef Robert Benmosche konnte einen Überschuss von fast 3,1 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) vorweisen, das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Papiere von Target fielen als einer der schwächsten Werte im S&P 500 um 4,40 Prozent. Die Warenhauskette hatte ihr Gewinnziel für das zweite Quartal gesenkt. Hintergrund sind die massiven Diebstähle von Kreditkarten-Daten Ende letzten Jahres. Bei den Aktien von Motorola Solutions stand ein Minus von 4,24 Prozent zu Buche, nachdem der Gewinn des Funkgeräte-Anbieters im zweiten Quartal die Erwartungen verfehlt hatte.

Im Dow notierten mit Ausnahme des Baumarktbetreibers Home Depot, des Konsumgüterherstellers Procter & Gamble und des Flugzeugbauers Boeing alle Aktien im Minus. Am Indexende fielen die Titel des Chipherstellers Intel um knapp 3 Prozent auf 32,82 Dollar.

In den hinteren Unternehmensreihen schickte eine Umsatz- und Gewinnwarnung die Papiere von RetailMeNot auf Talfahrt: Die Aktien büßten mehr als ein Viertel an Wert ein. Das Unternehmen vertreibt Coupons, mit denen sich Nutzer Vergünstigungen bei diversen Online-Händlern sichern können.

Papiere des bekannteren Branchenkollegen Groupon stiegen zwar um 0,57 Prozent, brachen nachbörslich aber um rund 17 Prozent ein. Die nach Börsenschluss veröffentlichten Geschäftszahlen verschreckten die Anleger: Der Umsatz im zweiten Quartal verfehlte die Erwartungen und auch die Prognose für den Gewinn je Aktie im dritten Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück.

Der Euro stand weiter unter Druck und notierte zuletzt bei 1,3375 US-Dollar. Händler begründeten dies mit den robusten Konjunkturdaten aus den USA. Am US-Rentenmarkt gaben richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen entsprechend um 1/32 Punkte auf 100 3/32 Punkte nach und rentierten mit 2,498 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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