Börse New York
Kaum Bewegung an den US-Börsen

Eine Leitzinserhöhung in den USA wird es im Juni wohl noch nicht geben. Die Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung rissen keinen Anleger vom Hocker. Citigroup und JPMorgan geben wegen Strafe im Devisenskandal nach.
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New YorkNach der jüngsten Rekordjagd haben sich die Anleger an der Wall Street am Mittwoch bedeckt gehalten. Die Hoffnung auf konkrete Hinweise zum Zeitpunkt der Zinswende in den USA blieb aus. Zwar signalisierten die Protokolle der jüngsten Notenbanksitzung, dass die Federal Reserve den Leitzins voraussichtlich noch nicht im Juni anheben wird. Händler verwiesen aber darauf, dass die Währungshüter in ihren Mitschriften insgesamt kaum neue Erkenntnisse geliefert hätten. "Sie gaben wenig handfeste Hinweise darauf, dass sie irgendetwas anders machen werden, als es der Markt annimmt", sagte Analyst Mark Luschini vom Broker Janney Montgomery Scott.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte, der am Vortag zum zweiten Mal in Folge ein Allzeithoch markiert hatte, schloss knapp 0,2 Prozent tiefer bei 18.285 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 0,1 Prozent auf 2125 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 5071 Punkten auf der Stelle. Aus Unsicherheit über die weitere Geldpolitik der Fed hielten sich auch die Anleger an den europäischen Börsen bedeckt. Der Dax schloss in Frankfurt mit 11.848,47 Punkten kaum verändert.

Den Fed-Protokollen zufolge halten es viele Teilnehmer der jüngsten Notenbanksitzung für unwahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft nach dem Schwächeanfall zu Jahresbeginn eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik so bald verkraften würde. Zwar sieht die Fed die Konjunkturabkühlung von Anfang des Jahres als vorübergehend an.

Doch die Wirtschaftsaussichten seien mit erhöhter Unsicherheit behaftet, warnten die Währungshüter. Dabei äußerten sie auch verstärkte Sorge über Risiken in Übersee und nannten ausdrücklich die schwächelnde Wirtschaft Chinas sowie die Schuldenkrise um Griechenland. Nach einer Reihe enttäuschender Konjunkturdaten rechnen viele Volkswirte eher damit, dass Fed-Chefin Janet Yellen die Zinswende erst im September oder Ende 2015 einleiten wird.

Zu den Verlierern an der Wall Street gehörte die Geldhäuser Citigroup und JPMorgan mit Abschlägen von je 0,8 Prozent. Sie gehörten neben den britischen Instituten Barclays und Royal Bank of Scotland sowie der Schweizer UBS zu dem Kreis von Banken, die wegen des Skandals um manipulierte Devisenkurse eine Strafe von zusammen 5,7 Milliarden Dollar aufgebrummt bekamen.

Auch die Aktien der Baumarktkette Lowe's standen im Blickpunkt. Sie gaben 4,6 Prozent nach. Gewinn wie auch Umsatz fielen im abgelaufenen Quartal unter den Markterwartungen aus. Noch stärkere Verluste mit rund 18 Prozent verzeichnete die Onlineplattform Etsy, die Anleger mit einem höheren Verlust enttäuschte.

Zu den Gewinnern gehörten Yahoo -Aktien, die sich nach einem Einbruch am Vortag um 4,4 Prozent erholten. Anleger befürchteten, dass mögliche neue Regulierungsvorhaben die Abspaltung des Anteils am chinesischen Online-Händler Alibaba erschweren könnten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 690 Millionen Aktien den Besitzer. 1571 Werte legten zu, 1426 gaben nach und 181 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1367 im Plus, 1388 im Minus und 146 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 08/32 auf 98-25/32. Sie rentierten mit 2,260 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 09/32 auf 98-27/32 und hatten eine Rendite von 3,058 Prozent. Händler verwiesen zur Begründung darauf, dass nach den Fed-Protokollen nicht mit einer Zinserhöhung schon im Juni zu rechnen sei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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