Börse New York
Keine gemeinsame Richtung an der Wall Street

Die US-Börsen haben nach der Bilanzflut am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Starke Firmenbilanzen und Spekulationen auf eine verlängerte Zinspause der US-Notenbank hatten die Wall Street zuvor angetrieben.
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New YorkDie US-Börsen haben nach der Bilanzflut am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Händler stiegen nach den Rekordständen im frühen Geschäft vor allem bei den Technologie- und Transportwerten aus. Starke Firmenbilanzen und Spekulationen auf eine verlängerte Zinspause der US-Notenbank hatten die Wall Street zunächst angetrieben. Die jüngsten Aussagen der Fed deuteten darauf hin, dass die niedrige Inflation den Notenbankern Kopfzerbrechen bereitet, sagte Anlagestratege Antoine Bouvet von der Mizhuo Bank. Anleger schätzen die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung vor dem Jahresende inzwischen auf weniger als 50 Prozent, obwohl die US-Notenbank einen derartigen Schritt signalisiert hat.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher auf 21.796 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 2475 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 6382 Punkte.

Unabhängig davon sei die Bedeutung der Firmenergebnisse aktuell größer als üblich, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Schließlich habe US-Präsident Donald Trump bislang noch keines seiner Versprechen zur Ankurbelung der Konjunktur eingelöst. Dank des ermutigenden Auftakts der Bilanzsaison rechnen Experten nun damit, dass die Gewinne der im S&P 500 notierten Firmen im zweiten Quartal im Schnitt um 9,9 statt acht Prozent zugelegt haben.

Facebook steigerte den Überschuss dank glänzender Geschäfte mit Smartphone-Werbung sogar um 71 Prozent. Dies trieb die Aktie des Online-Netzwerks fast drei Prozent in die Höhe. Konkurrent Twitter kämpft dagegen mit fallenden Nutzer-Zahlen und höheren Verlusten. Die Papiere des Kurznachrichten-Dienstes fielen daraufhin um mehr als 14 Prozent.

Bei den Titeln von Verizon griffen Anleger ebenfalls beherzt zu und verhalfen dem größten US-Mobilfunker zu einem Kursplus von 7,7 Prozent. Das Unternehmen gewann 614.000 neue Kunden - fast zehn Mal so viele wie erwartet. Der Gewinn versechsfachte sich auf 4,36 Milliarden Dollar.

Der Euro-Höhenflug und gemischte Firmenbilanzen bremsten die europäischen Börsen aus. Der Dax verlor zwar wegen enttäuschender Geschäftszahlen von Bayer und Deutscher Bank 0,8 Prozent auf 12.212 Punkte, der EuroStoxx50 hielt sich dagegen knapp im Plus bei 3493 Zählern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 930 Millionen Aktien den Besitzer. 1261 Werte legten zu, 1609 gaben nach und 190 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,46 Milliarden Aktien 948 im Plus, 1926 im Minus und 212 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 8/32 auf 100-18/32. Die Rendite stieg auf 2,310 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 24/32 auf 101-14/32 und rentierte mit 2,928 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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