Börse New York
Konjunktur verleiht Wall Street kaum Rückenwind

Die US-Wirtschaft bewegt sich auf Erholungskurs, zeigen die Daten des US-Wirtschaftsministeriums. Das BIP ist im vergangenen Quartal um vier Prozent gewachsen. Die erste Begeisterung wich aber schnell wieder einer Sorge.
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New YorkDie Wall Street ist am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Die Anleger hatten mit wichtigen Konjunkturdaten und dem Zinsentscheid der US-Notenbank eine Fülle von Informationen zu verdauen, was die Börsenbarometer zwischen Gewinnen und Verlusten schwanken ließ. Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft legte von April bis Juni überraschend kräftig um vier Prozent zu.

Die erste Begeisterung darüber musste in New York aber zunächst der Sorge weichen, die Federal Reserve könne wegen des Aufschwungs bald an der Zinsschraube drehen. Doch die Zentralbank ließ den Leitzins nicht nur wie erwartet bei 0,25 Prozent, sondern will ihn auch noch geraume Zeit niedrig halten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte machte nach einer Berg- und Talfahrt zwar seine Verluste etwas wett, blieb aber 0,2 Prozent im Minus und schloss auf 16.880 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 erholte sich etwas stärker und ging praktisch unverändert bei einem Stand von 1970 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich dagegen um 0,5 Prozent und beendete den Tag auf 4462 Punkten. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent niedriger bei 9593 Punkten.

Die Fed habe signalisiert, dass sie auch nach dem Erreichen von Inflationszielen an ihrer laxen Politik festhalten werde, sagte Art Hogan, leitender Marktstratege beim Anlagehaus Wunderlich Securities. Nach dem Zinsentscheid ging es vor allem für Finanztitel bergauf. So verteuerten sich Wells Fargo um 1,1 Prozent und Morgan Stanley um 2,1 Prozent.

Bereits vor Handelsbeginn wurde bekannt, dass die US-Konjunktur im zweiten Quartal überraschend stark gewachsen war. „Die Zahlen können nach dem schwachen Auftaktquartal überzeugen. Der deutlich über den Erwartungen liegende Anstieg des BIP-Wachstums sowie der robuste Konsum sind Zeichen dafür, dass der Aufschwung intakt ist. Die heutigen Zahlen untermauern das Szenario einer robusten Expansion der US-Wirtschaft“, kommentierte Helaba-Volkswirt Johannes Jander.

Zu den größten Gewinnern zählten Twitter mit einem Plus von knapp 20 Prozent. Der Kurznachrichtendienst wächst schneller als erwartet. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Nutzer um fast ein Viertel auf 271 Millionen. Gleichzeitig verbuchte der Konzern mehr als doppelt so hohe Werbeeinnahmen wie vor einem Jahr. Das dämpfte Sorgen der Anleger, das Unternehmen könnte den Anschluss an den deutlich größeren Rivalen Facebook endgültig verlieren. Facebook notierten 1,3 Prozent fester.

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