Börse New York
Konjunkturdaten aus China belasten US-Börsen

Aus Sorge vor einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft haben sich Anleger auch von den US-Börsen zurückgezogen: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Montag deutlich nach. Alcoa-Aktien sind jedoch gefragt.

New YorkZum Wochenauftakt haben sich Anleger aus Sorge vor einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft auch aus den US-Börsen zurückgezogen. Auf die Stimmung drückte der Einbruch der Gewinne in der Industrie der Volksrepublik. Nun richteten Investoren ihren Blick auf das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager am Donnerstag, sagte Andreas Paciorek, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Von diesen Daten erhoffen sie sich Hinweise darauf, ob die nach den USA weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft die Talsohle erreicht hat.

Zudem belastete Unsicherheit über den Zeitpunkt der ersten US-Zinsanhebung seit Jahren die Wall Street. US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte vergangene Woche erklärt, sie werde die Zinswende wohl noch in diesem Jahr wagen. Wann genau es so weit sein wird, blieb aber offen. Auch aus aktuellen Konjunkturdaten vom Montag, die einen etwas stärker als erwarteten US-Konsum auswiesen, konnten Händler nicht ablesen, ob die Fed schon im Oktober handeln könnte. Die Notenbank hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Die Fed ist nach Angaben ihres Mitglieds Charles Evans jedoch grundsätzlich zu weiteren Konjunkturimpulsen bereit, sollte dies nötig sein. "Sollten sich die Dinge sehr abschwächen", wären zusätzliche Anleiheaufkäufe eine Möglichkeit, sagte der Präsident der Notenbank von Chicago am Montag bei einer Veranstaltung in Milwaukee. Ein Plan B wie dieser müsse in Betracht gezogen werden. Das globale Umfeld bleibe schwierig. Die Wirtschaft könne aber auch überraschend anziehen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,9 Prozent tiefer auf 16.001 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 2,6 Prozent auf 1881 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq drei Prozent auf 4543 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 2,1 Prozent tiefer auf 9483,55 Punkte aus dem Handel, der EuroStoxx50 büßte 2,4 Prozent ein.

Der US-Konsum zog im August um 0,4 Prozent zum Vormonat an. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur 0,3 Prozent erwartet. Die Amerikaner gaben vor allem mehr für Autos und andere größere Anschaffungen aus. Ihre Einkommen erhöhten sich um 0,3 Prozent. Die Daten signalisieren, dass die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft rund läuft.

Unter den Einzelwerten stiegen Alcoa um 5,7 Prozent. Der Aluminiumkonzern hat überraschend angekündigt, sich in zwei Unternehmen aufzuspalten. Das Traditionsgeschäft der Aluminiumproduktion soll von der Sparte getrennt werden, die höherwertige, weiterverarbeitete Produkte unter anderem für die Autobranche anbietet.

Apple verloren rund zwei Prozent, obwohl der Konzern nach eigenen Angaben binnen drei Tagen nach Markteinführung rund 13 Millionen Stück seiner neuen iPhones 6s und 6s Plus verkauft und damit einen hauseigenen Rekord aufgestellt hat.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen auch die Papiere des amerikanischen Gaspipeline-Betreibers Williams Companies, der für lediglich knapp 38 Milliarden Dollar vom Konkurrenten Energy Transfer Equity (ETE) übernommen wird. Im Juni hatte Williams eine Offerte von ETE von 53,1 Milliarden Dollar noch als zu niedrig zurückgewiesen. Williams- und ELE-Aktien brachen um jeweils rund zwölf Prozent ein.

Die Aktien von Facebook verloren knapp vier Prozent, nachdem die Internetseite des sozialen Netzwerks nicht mehr aufrufbar war.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,05 Milliarden Aktien den Besitzer. 316 Werte legten zu, 2796 gaben nach und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,37 Milliarden Aktien 452 im Plus, 2397 im Minus und 153 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen gesucht und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 20/32 auf 99-4/32. Die Rendite sank auf 2,098 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-22/32 auf 100-1/32 und rentierte mit 2,874 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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