Börse New York
Konjunkturdaten belasten die Wall Street

Die US-Börsen leiden unter den schwachen Konjunturdaten – die Produktivität in den USA macht den Anlegern sorgen. Die wichtigsten Indizes notieren am Donnerstag im Minus. Im Fokus: die Telekom-Tochter T-Mobile US.
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New YorkDie Schuldenkrise in Griechenland hat am Donnerstag auch die Stimmung an der Wall Street getrübt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) gewährte dem von der Staatspleite bedrohten südeuropäischen Land Aufschub bis Monatsende für die am Freitag fällige Kredittranche in Höhe von 300 Millionen Euro und sorgte damit für Verunsicherung bei den Anlegern. Alle Entwicklungen in Athen würden derzeit mit Argusaugen beobachtet, sagten Händler.

Zudem belasteten enttäuschende Konjunkturdaten die US-Börsen. Die Produktivität der US-Wirtschaft ließ auch zum Jahresanfang nach. Sie sank zwischen Januar und März auf das Jahr hochgerechnet um 3,1 Prozent zum Vorquartal. Damit fiel die Produktivität der weltgrößten Volkswirtschaft erstmals seit 2006 zwei Quartale in Folge. Nach Ansicht des Internationalen IWF sollte die US-Notenbank nun die Zinswende auf das kommende Jahr verschieben. Es gelte abzuwarten, bis sich bei Preisen und Löhnen größere Steigerungsraten abzeichneten, heißt es in einem Konjunkturausblick des IWF. Falls sich Wachstum und Preise nicht stärker als erwartet nach oben bewegten, wäre eine Zinsanhebung demnach in der ersten Jahreshälfte 2016 angebracht.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte schloss mit 0,9 Prozent im Minus bei 17.905 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank fast 0,9 Prozent auf 2095 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,8 Prozent auf 5059 Punkte. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 11.340,60 Punkten in den Feierabend.

Bei den Einzelwerten kletterten die Aktien von T-Mobile US um 2,6 Prozent. Die amerikanische Mobilfunk-Tochter der Deutschen Telekom steht womöglich vor einer milliardenschweren Fusion. Das "Wall Street Journal" berichtete, es gebe Verhandlungen mit dem Pay-TV-Anbieter Dish. Dish-Anteilsscheine stiegen um fast fünf Prozent.

Die Aktien von Molycorp brachen dagegen mehr als 14 Prozent ein. Der US-Produzent von Seltenen Erden konnte vor kurzem eine fällige Zinstilgung nicht leisten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 729 Millionen Aktien den Besitzer. 677 Werte legten zu, 2374 gaben nach und 127 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 769 im Plus, 1994 im Minus und 141 unverändert.

Die US-Staatsanleihen verbuchten Gewinne. Experten sprachen von einer technischen Reaktion. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 16/32 auf 98-11/32. Sie rentierten mit 2,31 Prozent. Die 30-jährigen Bonds steigen um 1-9/32 auf 99-9/32 und hatten eine Rendite von 3,04 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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