Börse New York
Konjunkturdaten belasten US-Börsen

Sorgen um die US-Wirtschaft haben die Wall Street am Montag ins Minus gedrückt. Börsianer verwiesen auf schwache Konjunkturdaten. Zudem falle mit dem Auslaufen der Berichtssaison ein wichtiger Kurstreiber weg.
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New YorkWegen der Sorgen um die weitere Entwicklung der Konjunktur ist die Wall Street mit Verlusten in die Woche gestartet. Besonders Einzelhandels- und Technikaktien gerieten am Montag unter Druck, während im Dow-Jones-Index Finanztitel die Verluste begrenzten.

Für Unruhe sorgten die Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn. „Diese Unsicherheit paart sich mit Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft und belastet fast alle Märkte der Welt“, sagte Peter Boockvar von Miller Tabak + Co.

In Brüssel trafen sich die Euro-Finanzminister, um über den künftigen Euro-Rettungsschirm ESM zu verhandeln. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 0,4 Prozent auf 12.548 Punkte nach. Während des Tages pendelte er zwischen den Marken von 12.530 und 12.642. Beim breiter gefassten S+P 500-Index betrug das Minus 0,6 Prozent - er schloss bei 1329 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab sogar 1,6 Prozent auf 2782 Stellen nach.

In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent niedriger. Er stand bei 7387 Punkten. Die Konjunktursorgen der Anleger wurden mit Zahlen untermauert. In einer Schlüsselregion der USA verlor die Industrie im Mai überraschend deutlich an Schwung. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe im US-Bundesstaat New York sank auf 11,88 Punkte von 21,70 Zählern im April. Dies war der niedrigste Stand seit Dezember 2010. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 19,85 Punkte gerechnet. Analysten führten den Kursrückgang auch auf das nahe Ende des Liquiditätsprogrammes der Notenbank Fed zurück. Zudem hat der S+P seit Anfang September 2010 etwa 27 Prozent an Wert gewonnen.

Bei den Unternehmenswerten verloren Aktien der Nyse Euronext 12,6 Prozent, nachdem Nasdaq OMX und ICE ankündigten, wegen kartellrechtlicher Probleme nicht mehr für die New Yorker Börse zu bieten. Damit bietet nun nur noch die Deutsche Börse für die Nyse. Für die Aktien der Einzelhandelskette J.C. Penney ging es um 3,2 Prozent abwärts, obwohl das Unternehmen zu Jahresbeginn mehr Gewinn schrieb als von Analysten erwartet und seinen Ausblick für das Gesamtjahr anhob.

Am Dienstag folgen die Einzelhandelsketten Wal-Mart und Home Depot mit ihren Quartalsbilanzen. Auch an der Nasdaq standen Einzelhandelsaktien im Mittelpunkt. So gaben das Internet-Handelshaus Amazon.com fast fünf Prozent und der Konkurrent eBay 3,6 Prozent nach. Eine schwächere Wirtschaft und eine abnehmende Kauflaune der Amerikaner würden diese Unternehmen vermutlich treffen. An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Millionen Aktien den Besitzer. 957 Werte legten zu, 2033 gaben nach, und 115 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,09 Milliarden Aktien 528 im Plus, 2085 im Minus und 89 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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