Börse New York
Konjunkturdaten drücken Dow ins Minus

Schwache Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Mittwoch ins Minus gezogen. Der für die amerikanische Wirtschaft zentrale Dienstleistungssektor beschleunigte im Juli überraschend seine Talfahrt. Zudem fiel der Stellenabbau in der Privatwirtschaft höher aus als erwartet.

HB NEW YORK. Beides ließ die Anleger abermals an der Kraft der Wirtschaftserholung zweifeln. Experten sprachen nach der jüngsten Rally auch von Gewinnmitnahmen und einer Verschnaufpause des Marktes. Zudem drückten schwache Zahlen des Konsumgüter-Giganten Procter & Gamble auf die Stimmung. Dagegen erlebte der angeschlagene Versicherer AIG ein wahres Kursfeuerwerk, weil die Anleger bei den für Freitag erwarteten Quartalszahlen auf eine Stabilisierung setzen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 9318 und einem Tief von 9206 Punkten. Er verließ den Handel 0,4 Prozent leichter bei 9280 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,3 Prozent auf 1002 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,9 Prozent auf 1993 Stellen nach. In Frankfurt schloss der Dax 1,2 Prozent leichter bei 5353 Punkten.

„Die Leute machen sich keine Sorgen um die Wirtschaftserholung selbst, sondern um die Stärke der Erholung“, sagte Mark Bronzo von Security Global Advisors. „Und die heutigen Zahlen zum Arbeitsmarkt und dem Dienstleistungssektor fielen schwächer aus als erwartet.“ So gingen in der Privatwirtschaft nach Zahlen der Arbeitsagentur ADP im vergangenen Monat 371 000 Jobs verloren - mehr als von Analysten erwartet. Mit Spannung warteten die Anleger nun auf den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung.

Der Dienstleistungssektor, zu dem unter anderem Banken, Fluggesellschaften und Hotels gehören, macht in den USA 80 Prozent der Wirtschaftsleitung aus. In diesen wichtigen Branchen ging es zuletzt wieder schneller bergab, wie der an den Finanzmärkten viel beachtete ISM-Service-Index erkennen ließ.

Auf Unternehmensseite stand Procter & Gamble im Mittelpunkt: Der weltgrößte Konsumgüter-Hersteller erlitt im zurückliegenden Quartal einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang. Der Hersteller von Pampers-Windeln und Ariel-Waschmittel leidet unter der Sparsamkeit der Verbraucher, die angesichts der Krise auf billigere Produkte umsteigen. Auf die Stimmung der Anleger drückte auch der Ausblick. Die P&G-Aktie verlor 2,8 Prozent.

Um fast 63 Prozent schossen dagegen AIG-Aktien in die Höhe und notierten zu Handelsschluss bei 22,00 Dollar. Bei den Zahlen zum zweiten Quartal rechnen Analysten mit einem operativen Gewinn von 1,31 Dollar je Aktie. Der einst weltgrößte Versicherer hatte im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 99 Mrd. Dollar eingefahren und zuletzt im dritten Quartal 2007 einen Gewinn erwirtschaftet. Die Investoren knüpften zudem große Erwartungen an den Start des designierten AIG-Chefs Robert Benmosche, der als erfahrener Versicherungs-Topmanager gilt und bei AIG am kommenden Montag das Ruder übernehmen soll.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,9 Mrd. Aktien den Besitzer. 1388 Werte legten zu, 1640 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von knapp 2,4 Mrd. Aktien 969 Titel im Plus, 1701 im Minus und 97 unverändert. Die zehnjährigen Staatsanleihen gaben im späten Handel auf 94-27/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 3,76 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren auf 94-28/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,57 Prozent.

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