Börse New York
Konjunkturdaten drücken US-Börsen ins Minus

Enttäuschung über das Tempo der Konjunkturerholung in den USA hat den amerikanischen Aktienmärkten am Dienstag den Schwung genommen. Nach dem geradezu euphorischen Wochenauftakt nahmen die Händler Gewinne mit; der Dow Jones schloss knapp im Minus.
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HB NEW YORK. Enttäuschung über das Tempo der Konjunkturerholung in den USA hat den New Yorker Börsen am Dienstag den Schwung genommen. Nach einem geradezu euphorischen Wochenauftakt mit einem 13-Monats-Hoch bei den Standardwerten nahmen die Händler zudem Gewinne mit. Der wachsende Optimismus der US-Notenbank Federal Reserve für die US-Wirtschaft half aber im Verlauf, die Verluste zu begrenzen. Der Handel blieb vor dem Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag dünn.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10 453 und einem Tief von 10 395 Punkten. Er ging 0,16 Prozent leichter bei 10 433 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 blieb praktisch unverändert bei 1105 Zählern. Die Technologiebörse Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 2169 Punkte nach. In Frankfurt schloss der Dax 0,5 Prozent tiefer bei 5769 Punkten.

Die größte Volkswirtschaft wuchs im dritten Quartal deutlich langsamer als zunächst geschätzt, nämlich aufs Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent. In einer ersten Schätzung war die Regierung noch von 3,5 Prozent ausgegangen, Analysten hatten wenigstens mit 2,9 Prozent gerechnet. „Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal war ein bisschen enttäuschend“, sagte Jeff Kleintopp von LPL Financial. Vor allem die mangelnde Konsumfreude der Amerikaner schüre unter den Anlegern kurz vor dem Weihnachtsgeschäft Sorgen. Auch der Häusermarkt trübt weiter die Stimmung. Die Hauspreise stiegen laut dem Case-Shiller-Index im September zwar - jedoch deutlich weniger als erwartet.

Die Federal Reserve hob ihre Wachstumserwartungen an und zeigte sich in ihrem im Börsenverlauf veröffentlichten Sitzungsprotokoll zunehmend optimistisch. Das hellte die Stimmung auf, und insgesamt sprachen Händler von einem Wechselbad der Gefühle - allerdings ohne übermäßige Auswirkungen auf die Kurse. „Die Reaktion am Markt ist kurz vor dem Feiertag moderat“, sagte Jim Awad von Zephyr Management in New York. Am Donnerstag bleiben die US-Börsen wegen Thanksgiving geschlossen, am Freitag wird nur den halben Tag gehandelt.

Unterstützung erhielt die Wall Street auch vom Konsumklima, das sich im November überraschend stark aufhellte. Die Verbraucher beurteilten vor allem die Aussichten optimistischer.

Bei den Einzelwerten wurde der Kurs von Warner Music mit Abschlägen von mehr als zwölf Prozent dafür bestraft, dass der drittgrößte Musikkonzern in seinem vierten Geschäftsquartal zur allgemeinen Überraschung in die roten Zahlen gerutscht ist.

Unter Druck gerieten auch Finanzwerte wie JPMorgan Chase und Bank of America. Hintergrund ist Händlern zufolge vor allem die Forderung der Fed, dass staatlich gestützte Institute Pläne zur Rückzahlung vorlegen. JPMorgan fielen 1,9, Bank of America rund 1,2 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 952 Mio. Aktien den Besitzer. 1 386 Werte legten zu, 1 628 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Mrd. Aktien 1 096 Titel im Plus, 1 584 im Minus und 151 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen legten im späten Handel auf 100-18/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,31 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen auf 102-02/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,25 Prozent.

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