Börse New York
Konjunkturdaten retten Dow ins Plus

Trotz der schlechten Stimmung wegen des US-Etatstreits schlossen die wichtigsten Indizes am Donnerstag mit Gewinnen. Für Aufsehen sorgt der Autovermieter Hertz.
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New YorkErmutigende Konjunkturdaten haben am Donnerstag den US-Börsen Auftrieb gegeben. Alle großen Indizes schlossen in New York im Plus. Das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten legte im zweiten Vierteljahr mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent zu und damit deutlich stärker als im ersten Quartal. Außerdem gab es in der Vorwoche weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Wegen des schwelenden Haushaltsstreits seien die Anleger aber immer noch verunsichert, sagten Händler.

Einigen sich die Parteien in Washington nicht oder wird die Schulden-Obergrenze nicht abermals angehoben, droht der weltgrößten Volkswirtschaft der finanzielle Kollaps. Bis zum 1. Oktober müssen Demokraten und Republikaner im Kongress zunächst provisorisch dafür sorgen, dass den USA nicht das Geld ausgeht - sonst droht Staatsbediensteten der Zwangsurlaub.

In einem zweiten Schritt muss die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar angehoben werden. Die Analysten der Deutschen Bank äußerten sich zuversichtlich, dass schon bis Montag eine - zumindest vorübergehende - Lösung gefunden wird. „Wir rechnen unter keinen Umständen damit, dass das US-Finanzministerium seinen Verpflichtungen nicht nachkommen wird.“

Auch der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses John Boehner zeigte sich überzeugt, dass es nicht zu Schließungen von Regierungsbehörden kommt. Er forderte seine Parteifreunde auf, flexibel zu sein. Allerdings sei nicht damit zu rechnen, dass die von den Republikanern dominierte Kammer ein Gesetz passieren lasse, dass die bestehenden Ausgaben einfach nur fortschreibe. Während die Republikaner Steuererhöhungen ablehnen, wollen die Demokraten keine weiteren Ausgabenkürzungen hinnehmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,36 Prozent auf 15.328 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,35 Prozent auf 1698 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,7 Prozent auf 3787 Stellen zu. Der Dax ging kaum verändert bei 8664 Zählern aus dem Handel. Der EuroStoxx50 büßte 0,2 Prozent ein auf 2923 Punkte ein.

Unter den Einzelwerten ließen Hertz mehr als 16 Prozent Federn, nachdem der Autovermieter seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt hatte. J.C. Penney schlossen nach frühen Verlusten knapp drei Prozent im Plus. Auslöser der positiven Stimmung waren Aussagen von Konzernchef Myron Ullman, der laut CNBC sagte, dass im laufenden Jahr wohl keine Kapitalerhöhung nötig sei. Facebook-Aktien verteuerten sich um knapp zwei Prozent. Eli-Lilly -Papiere verloren knapp drei Prozent. Der Pharma-Riese musste schlechte Testergebnisse bei der Behandlung von Brustkrebs hinnehmen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 600 Millionen Aktien den Besitzer. 1883 Werte legten zu, 1076 gaben nach und 133 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 1512 im Plus, 1003 im Minus und 110 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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