Börse New York
Konjunkturdaten und Energietitel beflügeln Wall Street

Gute Konjunkturdaten aus dem eigenen Land helfen den Indizes ins Plus. Trotzdem halten Sorgen um die Euro-Schuldenkrise die Kursgewinne in Grenzen. Bei den Einzelwerten zeigt sich die Microsoft solide.
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New YorkÜberraschend positive Konjunkturdaten und Kursgewinne im Energiesektor haben den US-Aktienmärkten am Mittwoch Auftrieb gegeben. Allerdings wagten sich viele Anleger vor dem mit Spannung erwarteten EU-Gipfel zur Eindämmung der Schuldenkrise kaum aus der Deckung.

Auch an der Wall Street wurde nicht mit bahnbrechenden Ergebnissen der zweitägigen Beratungen in Brüssel gerechnet. Einen Tag vor dem Spitzentreffen warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Scheinlösungen und bekräftigte ihr Nein zu gemeinsamen europäischen Anleihen, wie sie etwa Frankreich, Italien und Spanien fordern. "Was da drüben passiert, ist wie ein Autounfall in Zeitlupe", kommentierte Analyst Robert Pavlik, Chef-Marktstratege bei Banyan Partners.

Einen leichten Schub erhielten die Börsen durch neue Konjunkturdaten aus der Heimat. Die Nachfrage nach langlebigen Gütern stieg im Mai um 1,1 Prozent und damit unerwartet stark. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. "Auch wenn das wichtige Daten sind, den Markt beherrschen immer noch die Nachrichten aus Europa", sagte David Carter, Chef-Investmentstratege bei Lenox Wealth Advisors.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent fester bei 12.627 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.532 und 12.646 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte um 0,9 Prozent auf 1331 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 2875 Punkte. Dank des höheren Ölpreises stieg der S&P-Index für den Energiesektor um 1,9 Prozent. In Frankfurt ging der Dax angesichts der positiven Konjunkturdaten aus den USA mit einem Plus von 1,5 Prozent bei knapp 6229 Punkten aus dem Handel.

Bei den Einzelwerten stach der Sauerstoff-Gerätehersteller Lincare mit einem Kurssprung von mehr als 23 Prozent hervor. Der deutsche Industriegasekonzern Linde plant einem Medienbericht zufolge die Übernahme des US-Konkurrenten. Das Münchner Unternehmen habe im Bieterrennen die Nase vorn und könnte mindestens 3,4 Milliarden Dollar für den Konzern aus Florida auf den Tisch legen.

Die Aktie von Microsoft stieg um 0,5 Prozent, obwohl der Softwaregigant im Kartellstreit mit der EU-Kommission eine herbe Niederlage erlitt. Die vor vier Jahren verhängte Kartellstrafe wurde vom zweithöchsten EU-Gericht bestätigt. Allerdings reduzierten die Richter das Bußgeld um 39 Millionen auf 860 Millionen Euro.

Die Präsentation von Googles erstem Tablet-Computer verhalf der Aktie des Internetriesen zu einem Plus von 0,8 Prozent. Der Suchmaschinenbetreiber nimmt mit dem neuen Gerät "Nexus 7" nicht nur Amazons "Kindle Fire" ins Visier, sondern auch den Platzhirsch Apple. Der iPad-Hersteller errang unterdessen im Patentstreit mit Samsung einen wichtigen Etappensieg. Die Apple-Aktie gewann 0,4 Prozent.

Dagegen verlor die Facebook-Aktie 2,6 Prozent, nachdem eine Reihe von Top-Wall-Street-Analysten die Aussicht auf weitere Kursgewinne nur verhalten optimistisch eingeschätzt hatten. In den vergangenen zwei Wochen war die Facebook-Aktie mehr als 20 Prozent gestiegen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 2377 Werte legten zu, 649 gaben nach und 96 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,64 Milliarden Aktien 1766 im Plus, 706 im Minus und 103 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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