Börse New York
Konjunkturdaten verunsichern US-Anleger

Zuerst drückte die Aussicht auf ein Ende der Geldschwemme die Kurse, dann gewannen die Papiere, weil Konjunkturdaten enttäuschten. Die Anleger an der Wall Street sind verunsichert, die Börsenbarometer leicht im Minus.
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New YorkUnterschiedlich ausgefallene Daten zur US-Wirtschaft haben am Mittwoch an der New Yorker Börse für Verunsicherung und einen orientierungslosen Handel gesorgt. Gute Daten vom Arbeitsmarkt lösten zu Beginn zunächst Zweifel an der Einschätzung aus, wonach die US-Notenbank Fed erst im März mit der Drosselung der Anleihekäufe von derzeit monatlich 85 Milliarden Dollar beginnen dürfte. Die Aussicht auf einen frühzeitigen Wegfall der Konjunkturstütze drückte in der Folge die Kurse. Ein enttäuschender ISM-Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe in den USA dämpfte diese Spekulationen später und machte die Kursverluste teilweise wieder wett.

Der Dow-Jones-Index mit den 30 Standardwerten schloss schließlich 0,16 Prozent niedriger bei 15.889 Punkten. Er pendelte dabei zwischen 15.791 und 15.960 Zählern. Der breiter aufgestellte S&P 500 gab um 0,13 Prozent auf 1792 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss nahezu unverändert bei 4038 Zählern. In Deutschland trennten sich Anleger ebenfalls von Aktien: Der Dax in Frankfurt fiel um 0,9 Prozent auf 9140 Punkte.

Die US-Arbeitsmarktdaten des Dienstleisters ADP für November übertrafen alle Erwartungen der Analysten. Demnach schufen Unternehmen 215.000 Stellen. Im Schnitt hatten Experten mit 173.000 gerechnet. Mit der Erholung auf dem Arbeitsmarkt steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed ihr Anleihenkaufprogramm eher als bislang erwartet zurückfahren wird. Die Kursgewinne am Aktienmarkt der vergangenen Monate waren maßgeblich auf die ultralockere Geldpolitik der Fed zurückzuführen. "Eine stärkere Wirtschaft bedeutet ein früheres Zurückfahren, was schlecht für den Markt ist", sagte Bruce McCain von Key Private Bank in Cleveland. "Hinzukommt: wir haben mit viel Optimismus solche Höhen erklommen haben, dass dies normalerweise nach einer Korrektur verlangt, wenn auch nur kurz".

Bei den Einzelwerten standen Papiere der angeschlagenen Kaufhauskette JC Penney im Blickpunkt. Der Konzern konnte seinen Umsatz im November bereinigt zwar um zehn Prozent steigern. Die Aktie sank dennoch um 4,5 Prozent. Papiere der Modekette Express gaben 23 Prozent nach, weil das Unternehmen in diesem Quartal wohl weniger verdienen wird als von Analysten erwartet. Als Grund nannte Express schwache Geschäfte zu Thanksgiving in der vergangenen Woche. Bergab ging es auch für das High-Tech-Unternehmen OmniVision Technologies, das Bildsensoren für Kameras und Smartphones herstellt. Die kalifornische Firma erwartet in diesem Quartal einen Umsatz, der deutlich unter den Erwartungen von Analysten liegt. Die Aktie verlor knapp drei Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1132 Werte legten zu, 1875 gaben nach und 90 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Milliarden Aktien 1074 im Plus, 1485 im Minus und 100 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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