Börse New York
Konjunkturdaten wecken Anleger

Unerwartet positive Konjunkturdaten haben die Stimmung an der Wall Street aufgehellt. Überraschend stieg auch der Industrie-Einkaufsmanager-Index. Der Dow Jones stieg kurzfristig sogar auf ein Vierjahreshoch.
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New YorkUnerwartet positive Konjunkturdaten haben die Wall Street am Dienstag beflügelt. In den USA hellte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie im April überraschend auf. Der entsprechende Index stieg auf 54,8 Zähler von 53,4 Punkten im Vormonat. Analysten hatten indes im Durchschnitt mit einem Rückgang auf 53,0 Punkte gerechnet. Der ISM-Index gilt als Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität.

Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung. "Die amerikanische Volkswirtschaft ist nicht so schwach, wie manche denken. Sie entwickelt sich sehr gut", sagte Stephen Massocca von Wedbush Morgan in San Franciso.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher auf 13.279 Punkten - dem höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,6 Prozent auf 1405 Punkte vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,1 Prozent auf 3050 Stellen zu. In Europa und Asien blieben viele Aktienmärkte wegen des Maifeiertags geschlossen. Auch an der Frankfurter Börse wurde nicht gearbeitet, während der Londoner Aktienmarkt im Aufwind der Lloyds -Papiere im Plus notierte.

Bei den US-Einzelwerten gaben die Papiere des Pharmariesen Pfizer 0,6 Prozent nach. Das Unternehmen hat zunehmend mit dem Verlust von Patenten auf wichtige Produkte in zentralen Märkten zu kämpfen. Trotz eines scharfen Sparkurses ging der Gewinn zu Jahresbeginn deutlich zurück.

Auf Talfahrt gingen die Dividendenpapiere des US-Kosmetik-Konzerns Avon. Das Unternehmen findet für seine Produkte immer weniger Abnehmer. Im ersten Quartal verkaufte der angeschlagene US-Konzern weniger Cremes, Lippenstifte und Parfüms und setzte mit 2,58 Milliarden Dollar ein Prozent weniger um als im Vorjahr. Der Gewinn brach wegen höherer Arbeits- und Produktionskosten um mehr als 80 Prozent auf 26,5 Millionen Dollar ein, wie das von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann umworbene Unternehmen bekanntgab. Die Avon-Aktie rauschte rund acht Prozent in die Tiefe.

Auch für die in den USA notierten Aktien des britischen Ölmulti BP ging es abwärts. Das Unternehmen spürt weiterhin die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Der Gewinn aus dem laufenden Geschäft sank trotz gestiegener Ölpreise im ersten Quartal 13 Prozent. Die Fördermenge sank. Der Konzern musste Ölfelder verkaufen, um die Kosten der Umweltkatastrophe zu decken. Die BP-Anteilsscheine verbilligten sich um 1,6 Prozent.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen indes die Aktien von Finanzwerten, die von den guten Konjunkturdaten profitierten. Citigroup, Wells Fargo und Bank of America legten jeweils um mehr als 1,7 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 770 Millionen Aktien den Besitzer. 1940 Werte legten zu, 1054 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1181 im Plus, 1332 im Minus und 110 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der DAX steht übrigens akt. bei 6853 (High 6864) Indikativ auf meinem Reuters (XETRA-Schluss gestern war 6761), für alle die es interessiert .....

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