Börse New York
Konjunktursorgen belasten die Wall Street

Zwar begannen die US-Börsen den Tag fast unverändert. Aber dann kamen die neue Sorgen wegen der US-Konjunktur auf. Dann blieben die Anleger lieber in Deckung. Der Dow Jones knickte leicht ein.
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New YorkNach der jüngsten Rally haben die New Yorker Aktienmärkte am Donnerstag Federn gelassen. Die Anleger sorgten sich wieder verstärkt um die US-Konjunktur und wagten sich vorerst nicht aus der Deckung. Die Washingtoner Regierung signalisierte im Handelsverlauf, dass sie in diesem Jahr mit einem deutlich niedrigeren Wirtschaftswachstum rechnet als bisher. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten nach dem Verlust des Top-Ratings der USA hätten ihre Spuren hinterlassen, hieß es. Die Anleger richteten ihren Blick sorgenvoll auf den am Freitag erwarteten Arbeitsmarktbericht.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 11.716 und einem Tief von 11.488 Punkten. Er schloss gut ein Prozent leichter bei 11.493 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500--Index verlor 1,2 Prozent auf 1204 Zähler. Die Technologie-Börse Nasdaq sank um 1,3 Prozent auf 2546 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 5730 Stellen aus dem Handel.

In New York lieferten neue Konjunkturdaten nicht den erhofften Zündfunken. Dabei zeigte sich die US-Industrie im August unerwartet robust. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gingen zuletzt wie prognostiziert zurück. Die Entwicklung nahm den Anlegern im Verlauf aber vorübergehend etwas von ihrer Befürchtung, dass die Vereinigten Staaten längst auf dem Weg in eine neue Rezession sein könnten. „Ermutigend ist die Bestätigung, dass einige Zahlen gar nicht so schlecht sind“, sagte Mark Foster von Kirr Marbach & Co.

So hat die US-Industrie im vergangenen Monat zwar weiter etwas an Fahrt verloren, verbuchte aber entgegen den Erwartungen keinen Geschäftsrückgang: Der viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel leicht auf 50,6 von 50,9 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Das Barometer blieb aber überraschend über der - auch psychologisch wichtigen - Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 48,5 Punkte gerechnet.

Die jüngsten Konjunkturdaten zeigten, dass die Geschäftswelt doch nicht den Rückwärtsgang eingelegt habe, sagte Marc Pado, Marktstratege bei Cantor Fitzgerald. Vielmehr habe bewege sich die Wirtschaft nach vorne - allerdings im Schneckentempo. Unter Druck gerieten die Titel von Goldman Sachs. Die Papiere schlossen 3,5 Prozent im Minus, nachdem neue Hürden bei der Beilegung des Streits um Zwangsversteigerungen aufgetaucht waren. Auch JPMorgan Chase und Bank of America büßten mehr als drei Prozent ein.

An der Nasdaq schossen die Titel des Kommunikationsausrüsters Ciena gut 20 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen machte zur Überraschung der Analysten erstmals seit drei Jahren einen Gewinn. GM-Aktien wurden 4,2 Prozent niedriger gehandelt. Die amerikanische Opel-Mutter meldete ein Plus seines heimischen Absatzes von 18 Prozent im August. Chrysler wies einen Anstieg von 31 Prozent und den besten August-Absatz seit 2007.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 800 Werte legten zu, 2206 gaben nach und 90 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 516 im Plus, 2006 im Minus und 96 unverändert.

Die US-Staatsanleihen haben am Donnerstag zugelegt. Aus den jüngsten Wirtschaftsdaten schlossen die Anleger, dass die Konjunkturerholung nach der Rezession nicht vorankommt. Die zehnjährigen Staatsanleihen verbesserten sich auf 99-29/32. Sie rentierten mit 2,14 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten auf 104-16/32 und hatten eine Rendite von 3,51 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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