Börse New York: Konjunktursorgen belasten die Wall Street

Börse New York
Konjunktursorgen belasten die Wall Street

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New YorkWegen der Lage in Japan hatten die US-Börsen bereits zu Beginn dieser Woche nachgegeben.

Am Mittwoch haben die Atom-Krise in Japan und ein erneuter Ölpreis-Anstieg wegen der Unruhen in Bahrain die Wall Street auf Talfahrt geschickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor zwei Prozent auf 11.613 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab ebenfalls zwei Prozent auf 1256 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zuletzt 1,9 Prozent tiefer mit 2616 Stellen.

Der Kurs des Yen hat am Mittwoch angesichts der Nervosität um die Atom-Katastrophe in Japan ein neues Rekordhoch zum US-Dollar erreicht. Im New Yorker Handel mussten für einen US-Dollar zuletzt nur noch 79,595 Yen gezahlt werden. Damit stellte die japanische Währung ihren bislang höchsten Stand aus dem April 1995 ein. Einige Analysten äußerten daraufhin die Erwartung, dass Japan bald intervenierend eingreifen könnte, um die stetig steigende japanische Währung wieder zu schwächen. Ein stärkerer Yen würde die japanischen Exporte weniger wettbewerbsfähig machen und so noch mehr Druck auf die dortige Wirtschaft ausüben. „Angesichts der bedrohlichen Lage in Japan und den Auswirkungen an den Finanzmärkten könnten die Japaner gar eine international koordinierte Intervention anstreben“, sagte ein Börsianer.

Die Kursgewinne an der Tokioter Börse beruhigten die Gemüter der Anleger nur kurz. Der Nikkei holte 5,7 Prozent auf. Am Montag und Dienstag war der japanische Leitindex aber so stark eingebrochen, dass sich das Minus seit Wochenbeginn auf gut 17 Prozent belief. Der Deutsche Aktienindex Dax ging zwei Prozent tiefer auf 6513 Punkten aus dem Handel.

Auch die neusten Konjunkturdaten drückten auf die Stimmung. Die Erzeugerpreise stiegen im Februar um 1,6 Prozent und damit mehr als doppelt so stark wie von Volkswirten erwartet. Dies war zudem der kräftigste Zuwachs seit rund eineinhalb Jahren. Wegen der Lage in Japan hatten die US-Börsen bereits an den ersten beiden Handelstagen in dieser Woche nachgegeben. Japan drohte seinen Kampf gegen einen Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verlieren. Viele Investoren blieben Händlern zufolge sehr vorsichtig.

Außerdem sanken die Wohnungsbaubeginne im Februar um 22,5 Prozent. Gleichzeitig brachen die Baugenehmigungen auf ein Allzeittief von 517000 ein. „Zwar markieren die Daten einen Rückschlag, doch hilft die geringe Neubautätigkeit, den Überhang an leerstehenden Immobilien abzubauen", schrieb Commerzbank-Analyst Christoph Balz in einem Kommentar.

In Bahrain ging die Regierung mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Die Opposition sprach von einem „Vernichtungskrieg“. Die Unruhen könnten sich zu einem schweren Konflikt in der ölreichen Golfregion ausweiten. Die Anleger fürchten eine Ausweitung der Proteste auf den weltgrößten Öl-Exporteur Saudi-Arabien, der das Königreich am Persischen Golf seit Montag mit Soldaten unterstützt. Beunruhigt wurden Anleger auch von den Entwicklungen in Nordafrika. In Libyen rückten die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi im Kampf gegen Oppositionelle weiter nach Osten vor.

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