Börse New York
Konjunktursorgen lasten auf Wall Street

Die US-Börsen sind am Donnerstag deutlich schwächer aus dem Handel gegangen. Schwache US-Arbeitsmarktdaten drücken die US-Indizes ins Minus. Notenbanker schürt Zweifel an Unterstützung durch die Fed.
  • 0

New YorkSorgen wegen einer weiteren Abschwächung der US-Wirtschaft sowie der globalen Konjunktur haben die Kurse an der Wall Street ins Minus gedrückt. Gleichzeitig mehrten sich am Donnerstag die Zweifel, ob die US-Notenbank Federal Reserve wie von den Anlegern erhofft mit einer neuen Milliarden-Geldspritze zur Rettung eilen wird. Auch von Unternehmensseite kam keine Erleichterung: Die Aktien des Computerriesen Hewlett-Packard stürzten wegen enttäuschender Geschäftszahlen um acht Prozent ab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent tiefer bei 13.057 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 0,8 Prozent ein auf 1402 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 3053 Punkte. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax ein Prozent schwächer bei 6949 Punkten aus dem Handel.

Für Ernüchterung auf dem Parkett sorgte die jüngste Entwicklung am US-Arbeitsmarkt. Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe stiegen in der vergangenen Woche auf 372.000 und damit das höchste Niveau seit fünf Wochen. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 365.000 Anträgen gerechnet. Eine Verbesserung am Arbeitsmarkt gilt als der Schlüssel zu einer tiefgreifenden Erholung der gesamten US-Konjunktur und ist damit auch entscheidend für die langfristige Entwicklung der Aktienkurse. Auch die Konjunkturindikatoren aus dem Ausland fielen enttäuschend aus - so signalisierte eine Umfrage unter Einkaufsmanagern, dass die chinesische Industrie den Rückwärtsgang eingelegt hat. "Es gibt keine wichtigen Nachrichten aus Europa über die Schuldenkrise. Deshalb schauen alle nach China und sehen auch dort schlechte Neuigkeiten", sagte Jack de Gan von Harbor Advisory Corp.

Viele Anleger setzten angesichts dieser trüben Gesamtlage auf Unterstützung von der US-Notenbank Federal Reserve. In dem Protokoll der letzten Fed-Sitzung deutete sich an, dass die Notenbank schon "ziemlich bald" der schwächelnden US-Wirtschaft mit einer weiteren Geldspritze auf die Beine helfen könnte. Diese Überzeugung schwächte jedoch der Notenbanker James Bullard, obwohl er derzeit nicht stimmberechtigt in dem entscheidenden Fed-Gremium ist. Bullard erklärte, die Daten hätten sich seit dem vergangenen Treffen aufgehellt und das Protokoll sei deshalb etwas veraltet. Diese Äußerung kam auch bei Gan nicht gut an: "Damit scheint etwas Luft aus dem Fed-Ballon zu entweichen."

Im Fokus standen die Papiere des Computerherstellers Hewlett-Packard. Eine massive Abschreibung im Zusammenhang mit dem Kauf des Outsourcing-Spezialisten EDS brockte dem US-Konzern im abgelaufenen Quartal einen Verlust von fast neun Milliarden Dollar ein. Knapp ein Jahr nach Amtsantritt räumte HP-Chefin Meg Whitman ein, dass noch ein weiter Weg bevorstehe. Die Aktie brach um 8,1 Prozent ein und zog auch die Titel des Rivalen Dell knapp vier Prozent in die Tiefe.

Noch stärkere Verluste musste der Einzelhändler Big Lots einstecken, dessen Papiere 21 Prozent verloren. Der Gewinn im abgelaufenen Quartal entsprach nicht den Erwartungen, zugleich kürzte das US-Unternehmen seine Jahreserwartungen. Auch Stahlhersteller standen wegen einer negativen Analystenbeurteilung auf den Verkaufslisten. Deshalb fielen die Aktien von US Steel um sieben Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,59 Milliarden Aktien den Besitzer. 905 Werte legten zu, 2038 gaben nach und 125 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,38 Milliarden Aktien 800 im Plus, 1657 im Minus und 115 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Börse New York: Konjunktursorgen lasten auf Wall Street"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%