Börse New York
Konzernergebnisse zerren an US-Märkten

Die US-Börsen sind am Mittwoch uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Während solide Quartalszahlen des iPhone-Herstellers Apple den Technologie-Index Nasdaq anschoben, ächzten Dow und S&P unter dem Milliardenverlust bei der Investmentbank Morgan Stanley und Kursverlusten bei Energiewerten.

HB NEW YORK. Auch die schwarzen Zahlen bei der Kaffeehauskette Starbucks konnten nicht genug Rückenwind geben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss erstmals seit sieben Tagen im Minus und verlor 0,4 Prozent auf 8881 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 8860 und 8949 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 0,05 Prozent auf 954 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte dagegen um 0,5 Prozent auf 1926 Punkte und beendete damit den elften Handelstag in Folge mit Gewinnen - seine längste Serie seit September 1996. In Frankfurt ging der Dax den achten Tag in Folge mit Gewinnen aus dem Handel. Am Mittwoch gewann er 0,5 Prozent auf 5121 Stellen.

Der Technologiekonzern Apple steigerte dank starker Verkaufszahlen beim iPhone und Mac-Computern im dritten Quartal seinen Nettogewinn um 13 Prozent und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Analysten. Apple-Papiere legten daraufhin um 3,5 Prozent zu. Im Schlepptau vom Apple verzeichneten viele weitere Branchenwerte Zugewinne. Zu einem Höhenflug setzte die Starbucks-Aktie an. Die Anleger honorierten die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Papiere kletterten um mehr als 18 Prozent. Beide Unternehmen gelten als Indikator für das Kaufverhalten der Verbraucher. Einige Unternehmenszahlen hätten sich positiv ausgewirkt, aber der Markt befinde sich nahe des oberen Endes, sagte der Analyst Richard Sparks von Schaeffer's Investment Research. Es herrsche eine Art Atempause, bis es mehr Neuigkeiten auf Unternehmens- und Konjunkturseite gebe. Mit Spannung warteten die Anleger unter anderem auf die Ergebnisse von Microsoft am Donnerstag.

Die Aktie von Morgan Stanley erlebte eine Berg- und Talfahrt. Die Investmentbank fuhr im zweiten Quartal ein Minus von 1,3 Mrd. Dollar ein und schrieb damit zum dritten Mal in Folge einen Quartalsverlust. Das Papier verabschiedete sich mit einem Minus von 0,1 Prozent. Die Morgan Stanley-Zahlen und steigende Kreditausfälle bei Wells Fargo führten den Börsianern vor Augen, dass die Finanzkrise trotz satter Gewinne von manchen US-Großbanken noch nicht ausgestanden ist. Wells Fargo konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal zwar um 47 Prozent steigern, aber unbediente Kredite von Kunden stiegen auf 18,34 Mrd. Dollar. Die Papiere gerieten dadurch unter Druck und notierten 3,6 Prozent tiefer. Die Aktien des Flugzeugbauers Boeing verloren 2,4 Prozent. Der Konzern überraschte mit einer Gewinnsteigerung von 22 Prozent im zweiten Quartal. Anleger nahmen dem Airbus-Rivalen aber den fehlenden Zeitplan für das Prestigeobjekt 787 übel. Auf einigen Gewinnern der vergangenen Tage wie Coca-Cola lasteten zudem Gewinnmitnahmen. Den Energietitel machte der billigere Öl-Preis zu schaffen.

Viel Beachtung fand an der Wall Street auch eine Rede von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Er sprach bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Senats erneut von Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft. Zugleich wies er aber darauf hin, dass vor allem der Arbeitsmarkt noch der Unterstützung bedürfe, um Rückschläge während der Genesungsphase zu verhindern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,08 Mrd. Aktien den Besitzer. 1701 Werte legten zu, 1293 gaben nach und 112 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,33 Mrd. Aktien 1600 im Plus, 1022 im Minus und 140 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 16/32 auf 96-17/32. Sie rentierten mit 3,544 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken 31/32 auf 96-23/32 und hatten eine Rendite von 4,448 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%