Börse New York
Korea und Schuldenkrise – Dow Jones im Minus

Die Krisenstimmung ist zurück auf dem Parkett. Die Scharmützel zwischen Nord- und Süd-Korea lasten auf der Stimmung wie die ungelöste Schuldenkrise in Europa. Der Dow Jones rutscht tief ins Minus. Einige Aktien legen trotzdem zu. Gefragt waren vor allen die Papiere von Hewlett Packard.
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HB NEW YORK. Bärenstimmung in New York: Die Eskalation des Korea-Konflikts und die Schuldenkrise in Europa haben die Wall Street am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Alle drei großen US-Börsenindizes schlossen mehr als ein Prozent im Minus. Auch aus den USA ereilten die Börsianer unliebsame Nachrichten, und zwar vom Immobilienmarkt. Dort gingen die Verkäufe bestehender Eigenheime nach Zuwächsen in den Vormonaten im Oktober wieder zurück. Das jüngste Sitzungsprotokoll der US-Notenbank ließ die Anleger dagegen weitgehend kalt, obwohl die Fed angesichts eines schwächeren Ausblicks für 2011 noch radikalere Maßnahmen als das 600 Milliarden Dollar schwere Anleihekaufprogramm in Erwägung gezogen hatte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen 11 180 und 10 992 Punkten. Er ging 1,3 Prozent leichter bei 11 036 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P 500 gab 1,4 Prozent nach auf 1180 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 1,5 Prozent tiefer bei 2494 Punkten. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax 1,7 Prozent schwächer bei 6705 Punkten. Rohöl verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 81,44 Dollar je Barrel.

"Die Märkte nehmen die Nachrichten aus Korea offensichtlich nicht sehr gut auf", sagte Investmentstratege und Anlageberater Ralph A. Fogel. "Die Aktienmärkte mögen politische Ungewissheit nie, vor allem weil ihre Auswirkungen so schwer in Zahlen zu fassen sind." In Asien eskalierte der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea, als der Norden eine südkoreanische Insel mit Dutzenden Artilleriegeschossen bombardierte. In Irland droht eine schwere Regierungskrise die geplanten EU-Hilfszahlungen zu behindern.

Zunächst hielten sich die Verluste an den New Yorker Aktienmärkten in Grenzen, weil es auch ermutigende Konjunkturdaten gab. So wuchs die US-Wirtschaft im dritten Quartal mit einem aufs Jahr hochgerechneten Plus von 2,5 Prozent stärker als erwartet. Doch Volkswirte bezweifeln, dass dies den lahmenden Arbeitsmarkt in Schwung bringen kann. Einen Dämpfer versetzte den Anlegern der Geschäftsrückgang auf dem Immobilienmarkt. Schließlich korrigierte die Fed ihre Wachstumsprognosen 2011 deutlich nach unten, die Erwartungen für die Arbeitslosenquote nach oben.

Im Blickpunkt standen die Aktien von Hewlett-Packard, die 2,1 Prozent zulegten. Der Technologiekonzern profitierte im abgelaufenen Quartal von einer wachsenden Nachfrage und erhöhte seine Prognosen für 2011. Die Papiere des weltgrößten Suppenherstellers Campbell hingegen gaben 2,4 Prozent nach. Wegen Preissenkungen war der Quartalsgewinn des Unternehmens unerwartet stark zurückgegangen. Satte 16 Prozent schnellten die Aktien der J Crew Group in die Höhe, nachdem der Einzelhändler einem Kauf durch zwei Finanzinvestoren für 2,9 Milliarden Dollar zugestimmt hatte. Im Sog des Ölpreises gaben dagegen die Energiekonzerne ExxonMobil und Chevron 1,7 und gut zwei Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,02 Milliarden Aktien den Besitzer. 671 Werte legten zu, 2356 gaben nach und 67 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 662 Titel im Plus, 1994 im Minus und 103 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen auf 98-20/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,78 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen auf 100-29/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,20 Prozent.

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