Börse New York: Krim-Krise verunsichert US-Anleger

Börse New York
Krim-Krise verunsichert US-Anleger

Solange sich die Lage in der Ukraine nicht entspannt, verlassen die Anleger in den USA nicht ihre Deckung. Sie warten auf klare Ergebnisse aus den Verhandlungen um die Krim. Die US-Börsen notieren weiterhin unbeständig.
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New YorkDer Konflikt um die Zukunft der Krim hat am Dienstag das Aktiengeschäft in den USA gedämpft. Händler an der Wall Street erklärten, Anleger seien wegen des Streits um die ukrainische Halbinsel weiterhin verunsichert und hielten sich zurück. Nachdem das Börsenbarometer S&P 500 noch am Freitag einen neuen Rekordstand erreicht hatte, gebe es vorerst keine neuen Kaufimpulse. Wichtige Bilanzen und Konjunkturdaten seien Mangelware. "Grundsätzlich bewegen wir uns auf einem sehr hohen Niveau, und es gibt eine Menge Warnsignale", sagte Peter Cardillo, Chef-Marktstratege von Rockwell Global Capital in New York. Viele Investoren nahmen Gewinne mit.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.460 und einem Tief von 16.325 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 0,4 Prozent auf einem Stand von 16.351 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,5 Prozent auf 1867 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,6 Prozent auf 4307 Stellen ein. In Frankfurt ging der Dax dagegen mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent auf 9307 Punkte aus dem Handel.

"Den Anlegern bereiten vor allem mögliche Sanktionen der EU gegen Russland Sorgen", sagte LBBW-Investmentanalystin Antje Laschewski. Unterdessen zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel Unionskreisen zufolge bereit, auch negative Folgen schärferer EU-Strafmaßnahmen gegen Russland hinzunehmen. Auf der Krim soll die mehrheitlich russisch-stämmige Bevölkerung am Sonntag über eine Abspaltung von der Ukraine und die Aufnahme in die Russische Föderation abstimmen.

An der New Yorker Börse bekam General Motors den Schrecken der Anleger über ein offenbar drohendes Strafverfahren gegen den Autohersteller zu spüren. Der Kurs sackte mehr als fünf Prozent ab. Aus mit den Ermittlungen vertrauten Kreisen verlautete, die New Yorker Staatsanwaltschaft untersuche den Umgang der Opel-Mutter mit Informationen über Probleme mit Zündschlössern einiger GM-Modelle.

Die Anleger hatten zudem den monatelangen Übernahmepoker in der US-Bekleidungsindustrie im Blick, der nun zu einer milliardenschweren Fusion führt. Der Herrenausstatter Men's Wearhouse kündigte an, für 1,8 Milliarden Dollar den kleineren Rivalen Jos. A. Bank Clothiers zu kaufen. Die Aktien von Men's Wearhouse stiegen um 4,7, die von Jos. A. Bank um 3,9 Prozent.

Enttäuschende Geschäftsprognosen verhagelten dagegen großen Mode-Einzelhändlern den Börsentag: Urban Outfitters verloren 4,3 Prozent, American Eagle 7,8 Prozent.

Mit dem Aktienkurs des Diagnostik-Unternehmens Myriad Genetics ging es sogar mehr als acht Prozent in den Keller. Ein Gericht hatte zuvor zugunsten des Rivalen Ambry Genetics entschieden. Dieser darf weiterhin einen Krebserkennungstest vertreiben, der dem von Myriad ähnlich ist.

Lichtblicke gab es bei der Warenhauskette J.C. Penney, deren Aktienkurs um fast drei Prozent zulegte. Citigroup hatte Anlegern das Papier zuvor zum Kauf empfohlen. Die Aktie von La Jolla Pharmaceutical schoss fast 65 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen gab ein positives Studienergebnis für ein Medikament zur Linderung von Beschwerden bei chronischen Nierenproblemen bekannt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 640 Millionen Aktien den Besitzer. 979 Werte legten zu, 2024 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,5 Milliarden Aktien 703 Titel im Plus, 1903 im Minus und 105 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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