Börse New York: Marktbericht
US-Börsen: Und sie verlieren doch

Gewinnmitnahmen haben am Dienstag an den US-Aktienmärkten der Vortagesrally ein Ende bereitet. Dennoch konnten die Börsen einen Großteil ihrer kräftigen Kursgewinne vom Montag verteidigen.

HB NEW YORK. Einige Anleger bekamen jedoch offenbar neue Zweifel, ob die mit einem Kursfeuerwerk gefeierten Pläne der Regierung zum Aufkauf fauler Wertpapiere endlich die erhoffte Trendwende bringen können. Darunter litten vor allem Titel aus der Finanzbranche. Der niedrigere Ölpreis lastete zudem auf Energiewerten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 1,5 Prozent schwächer mit 7660 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 2,01 Prozent auf 806 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,4 Prozent auf 1518 Stellen.

„Wir sind gestern in der Euphorie vielleicht etwas zu weit gegangen“, sagte der Investment-Stratege Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Einige Börsianer zeigten sich erleichtert, dass die Börse nach dem Freudensprung vom Montag nur relativ geringe Verluste verbuchte. „Für die Bullen ist der heutige Handel sehr ermutigend“, kommentierte Michael James von Wedbush Morgan. Viele Anleger hatten sich seiner Einschätzung nach auf eine größere Gegenbewegung eingestellt.

Der S&P-Index für die Finanzbranche beendete den Handel nach einer Berg- und Talfahrt schließlich mit einem Minus von 6,5 Prozent. Die Papiere der Citigroup büßten fast vier Prozent ein, die Aktien der Bank of America acht Prozent. Für vorübergehenden Optimismus sorgte im Handelsverlauf Notenbankchef Ben Bernanke mit der Zusicherung, dass Anleger, die am Regierungsprogramm teilnehmen, nicht im Nachhinein bestraft würden. Angesichts der Entrüstung über Boni-Zahlungen bei dem taumelnden Versicherer AIG wollen viele US-Abgeordnete eine spezielle Strafsteuer einführen, um die Zulagen wieder zurück in die Staatskasse zu schleusen.

Dem Abwärtstrend konnten sich einige Industriewerte widersetzen - Boeing-Aktien etwa kletterten um rund zwei Prozent. Die Anteilsscheine von General Electric legten zeitweise um mehr als drei Prozent zu, bevor sie dann doch mit geringen Verlusten aus dem Handel gingen. Grund war hier die Einschätzung der Deutschen Bank, dass der Mischkonzern die Probleme bei der Finanztochter bis 2010 schultern kann.

Gerüchte über eine Übernahme durch den in London notierten Pharmariesen GlaxoSmithKline ließen die Titel des Botox-Herstellers Allergan um fast 13 Prozent in die Höhe schnellen. Ein Rückgang des Ölpreises machte sich dagegen vor allem bei Energiewerten bemerkbar: So gaben Exxon-Aktien knapp zwei Prozent nach.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,63 Mrd. Aktien den Besitzer. 915 Werte legten zu, 2149 gaben nach und 92 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Mrd. Aktien 782 im Plus, 1893 im Minus und 116 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 auf 100-14/32. Sie rentierten mit 2,70 Prozent. Die 30-jährigen Bonds dagegen kletterten um fast einen vollen Punkt auf 97-16/32, weil die US-Notenbank Fed die Papiere in ihrem Programm zum Ankauf von Anleihen einschließt. Dadurch sank die Rendite auf 3,64 Prozent.

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