Börse New York: Marktberichte
Kursfeuerwerk bei Dow Jones und Nikkei

Gewinne, Gewinne, Gewinne: Nach der Rettung durch die Regierung schreibt die Citigroup nach eigenen Angaben wieder schwarze Zahlen – und löst damit ein Kursfeuerwerk an der Wall Street aus. Die US-Börsen schlossen mit dem größten Plus seit Jahresbeginn. Und der Rausch setzt sich in Japan fort: Auch der Nikkei legt kräftig zu.

HB NEW YORK. Gute Laune in Japan: Der Nikkei legte um 4,55 Prozent zu und schloss bei 7 376 Punkten. Zu den Gewinnern gehörten vor allem Banktitel wie Mitsubishi UFJ Financial Group mit und Mizuho Financial Group.

Bei Toshiba gab es eine Besondere Nachricht: Die Aktie legte um mehr als acht Prozent zu. Eine Zeitung hatte zuvor berichtet, das Unternehmen könnte im kommenden Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von rund 100 Milliarden Yen (rund eine Milliarde Dollar) machen. Die Analystenschätzungen liegen bei einem Verlust von 103 Milliarden Yen.

Ansonsten begründete sich der Kursanstieg in Japan mit den Vorgaben aus den USA. Positive Nachrichten von der Großbank Citigroup haben an den US-Börsen am Dienstag ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Das von der Finanzkrise schwer gebeutelte Geldhaus schreibt nach der Rettung durch die Regierung nach eigenen Angaben wieder Gewinne. Die Nachricht beflügelte die gesamte Finanzbranche. Auch Aussagen von einflussreichen Politikern und Notenbankchef Ben Bernanke sorgten für gute Stimmung. Händler hoffen auf neue unternehmensfreundliche Regelungen bei Leerverkäufen und Bilanzierungsvorschriften. Auch die zuletzt arg gebeutelten Technologietitel legten kräftig zu.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 5,8 Prozent im Plus bei 6 926 Punkten, dem höchsten Stand des Tages bei einem Tief von 6 546 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte 6,4 Prozent auf 719 Stellen zu. Der Technologie-Index Nasdaq kletterte sogar um 7,1 Prozent auf 1 358 Punkte.

Hauptgrund für die Kursrallye war ein Brief von Citigroup-Chef Vikram Pandit, demzufolge die einst weltgrößte Bank im Januar und Februar schwarze Zahlen geschrieben hat. Auch interne „Stress-Tests“ mit sehr pessimistischen Annahmen hätten ergeben, dass die Citigroup über genügend Kapital verfüge, hieß es in einem internen Schreiben von Pandit, das Reuters vorlag. Die Aktie von Citigroup schoss daraufhin 38,1 Prozent auf 1,45 Dollar in die Höhe. In der vergangenen Woche war das Dividendenpapier erstmals unter einen Dollar gefallen.

„Der Markt interpretiert Citigroup als positive Nachricht. Das ist wie eine kleine Pause in der negativen Rhetorik, die bisher aus Washington kam“, sagte Peter Cardillo, Chef-Volkswirt von Avalon Partners. Die gesamte Finanzbranche atme nach den Aussagens Pandits durch, erläuterte Händler Michael James die Kursgewinne. So kletterten die Papiere der Bank of America um rund 27,7 Prozent, die von JPMorgan um 22,6 Prozent und die von Wells Fargo um 18,5 Prozent. Die Papiere von Versicherungsgigant AIG und die zuletzt arg gebeutelten Aktien des Mischkonzerns General Electric schossen jeweils rund 20 Prozent nach oben.

Mit Freunde aufgenommen wurden Vorstöße zu Einschränkungen bei Leerverkäufen. Die US-Börsenaufsicht SEC erklärte, dass sie sich möglicherweise bei einem Treffen im April mit der Wiedereinführung einer Regelung (“uptick rule“) beschäftigen werde, Leerverkäufe - also Wetten auf fallende Kurse - einzuschränken. „Das wäre eine weitere sehr gute Nachricht für Finanzbranche“, erklärte Börsenexperte James.

Positiv reagierte der Markt auf Forderungen von Fed-Chef Bernanke nach „Verbesserungen“ bei den Bilanzierungsregeln. Der Marktbewertungsansatz (Mark to Market), nach dem Unternehmen Anteile zum aktuellen Marktpreis in der Bilanz führen müssen, hat viele Finanzinstitute zu milliardenschweren Abschreibungen gezwungen - unter anderem AIG. Er wolle die Mark-To-Market-Bewertung nicht abschaffen, sagte Bernanke, aber einige schwache Punkte überarbeiten.

Unterstützung erhielt die Wall Street darüber hinaus von Äußerungen des Finanzministers Timothy Geithner. Er hatte am Montag nach einem Treffen mit Abgeordneten der Demokraten in Washington gesagt, die USA hätten in Wochen mehr getan als andere Staaten in Jahren, um die Wirtschaftsprobleme anzugehen.

Von dem positiven Trend profitierte auch der Technologie-Index Nasdaq, der am Montag auf den tiefsten Stand seit über sechs Jahren gefallen war. Die Papiere des iPhone-Herstellers Apple- legten 6,7 Prozent zu, die des Suchmaschinenbetreiber Google gewannen 5,9 Prozent. Noch deutlicher stiegen mit 8,6 Prozent die Dividendenpapiere des Mischkonzerns United Technologies zu. Der weltgrößte Hersteller von Fahrstühlen und Klimageräten hatte seine Gewinnerwartung für 2009 heruntergeschraubt und den Abbau von 12 000 Stellen angekündigt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,19 Mrd. Aktien den Besitzer. 2 918 Werte legten zu, 221 gaben nach und 37 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,39 Mrd. Aktien 2 243 im Plus, 468 im Minus und 123 unverändert. An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 24/32 auf 99-31/32. Sie rentierten mit 2,630 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 35/32 auf 97-29/32 nach und hatten eine Rendite von 2,993 Prozent.

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