Börse New York
Maue Bilanzen und Konjunkturdaten belasten Wall Street

Die US-Wirtschaft wuchs im Frühjahr zwar deutlich – trotzdem zeigen sich viele Analysten enttäuscht. Entsprechend notieren die amerikanischen Indizes tiefer. Im Fokus: ein Hersteller von Windeln und Rasierern.
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BangaloreDurchwachsende Firmenbilanzen und Konjunkturdaten haben die Wall Street am Donnerstag in Schach gehalten. Die US-Wirtschaft wuchs im Frühjahr mit 2,3 Prozent nicht so stark wie erwartet. Allerdings gab es den endgültigen Zahlen zufolge schon im ersten Quartal ein Wachstum, nachdem bislang von einem Rückgang ausgegangen wurde. Auch überraschend schwache Quartalszahlen von Facebook oder Procter & Gamble verhinderten steigende Kurse. "Die Bilanzen waren insgesamt schon nicht besonders gut, und es ist mehr Sand im Getriebe der Wirtschaft, als Investoren oder die Notenbank denken - etwa bei den Themen Öl oder China", sagte John Canally, Investmentstratege bei LPL Financial.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging unverändert zum Vortag mit 17.745 Punkten aus dem Handel, ebenso der breiter gefasste S&P 500 mit 2108 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte indes 0,3 Prozent auf 5128 Stellen zu. In Frankfurt war der Dax 0,4 Prozent höher mit 11.257 Punkten aus dem Handel gegangen.

Die US-Notenbank hatte am Mittwoch die Tür für eine Anhebung der Zinsen offengelassen. Die Währungshüter bescheinigten der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt eine weitere Gesundung. Dies stößt bei manchen Marktteilnehmern auf Unverständnis. Die aktuellen Wirtschaftsdaten stünden im direkten Widerspruch zur Einschätzung der Fed, sagte Adam Sarhan vom Investmentberater Sarhan Capital. Die Wirtschaft verfehle schon bei Leitzinsen von fast null die Erwartungen. Wie sie stärker wachsen solle, wenn die Fed die Zinsen erhöhe, sei ihm ein Rätsel.

Facebook -Aktien verloren 1,8 Prozent. Der Konzern investiert kräftig, um vom Trend zu Smartphones und Tablet-PCs zu profitieren. Dies sorgt aber zunächst für niedrigere Gewinne.

Procter & Gamble gaben vier Prozent nach. Der stärkere Dollar brockte dem weltgrößten Konsumgüterkonzern mit Marken wie Ariel und Pampers zum sechsten Mal in Folge einen Umsatzrückgang ein.

Dagegen stiegen die Papiere von T-Mobile US um 4,9 Prozent. Die Tochter der Deutschen Telekom setzt ihren Preiskampf fort, kann damit Kunden gewinnen und den Umsatz steigern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 790 Millionen Aktien den Besitzer. 1553 Werte legten zu, 1498 gaben nach, und 138 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1463 im Plus, 1340 im Minus und 153 unverändert.

US-Staatsanleihen legten zu. Händler verwiesen auf die BIP-Zahlen im ersten Quartal und die eher optimistische Erklärung der Fed zur Lage der Wirtschaft. Die zehnjährigen Anleihen verbesserten sich um 5/32 auf 98-24/32. Sie rentierten mit 2,265 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 31/32 auf 101-1/32 und hatten eine Rendite von 2,95 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Flaschen sammeln in der frischen Luft helfen dem letzten Schappi. Ich suche noch
    Mitarbeiter auf Kistenbasis mit Korken-Boni. die Kosten für die Qualifikation übernehme ich.

  • Nicht nur der Dow kommt nicht in Schwung, ich auch nicht, fühl mich schlapp

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