Börse New York
Miese Stimmung an der Wall Street

Eisige Winde an den US-Börsen: Schlechte Konjunkturdaten schürten am Mittwoch die Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft. An der Wall Street ging es in den Ausverkauf, die großen Indizes notierten im Minus.
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New YorkDie Furcht der Anleger vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft hat am Mittwoch zu deutlichen Verlusten an der Wall Street geführt. Anlass für den Pessimismus waren neue Konjunkturdaten aus den USA: Der Umsatz der Einzelhändler sank im September überraschend deutlich und der Konjunkturindex der New Yorker Fed fiel ebenfalls schwächer aus als erwartet. Die drei wichtigsten US-Indizes büßten bis zum Nachmittag rund zwei Prozent ein, erholten sich jedoch bis zum Handelsschluss etwas. Für etwas Beruhigung sorgte dabei die Notenbank Fed, die für die vergangenen Wochen ein "bescheiden bis moderates" Wachstum feststellte, das im Tempo zum vorherigen Bericht nicht wirklich nachgelassen habe.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.141 Punkten fast 1,1 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 15.855 und 16.313 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1862 Zählern 0,8 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor knapp 0,3 Prozent und schloss bei 4215 Punkten. Der deutsche Leitindex Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 2,9 Prozent bei knapp 8572 Zählern in den Feierabend.

"Die Sorgen über Europa und die Abkühlung der übrigen Volkswirtschaften haben uns heute mit den Einzelhandelszahlen erreicht", erklärte Scott Armiger vom Christiana Trust. Gleichzeitig warnte er jedoch vor Alarmismus. "Dies ist jedoch überfällig und völlig normal - die Märkte können nicht so lange ohne einen Rückschlag steigen." Angesichts der lahmenden Weltwirtschaft hatten zuletzt viele Anleger auf Amerika als Wachstumslokomotive gesetzt.

Zusätzlich belastete die Ankündigung des amerikanischen Pharmariesen AbbVie, wegen der verschärften US-Regeln gegen Steuertricks die 55 Milliarden Dollar schwere Übernahme des britischen Rivalen Shire infrage zu stellen. Die in den USA gelisteten Shire-Aktien stürzten um 33,3 Prozent ab, AbbVie verloren 0,9 Prozent an Wert.

Die Papiere der Bank of America gaben um 4,6 Prozent nach. Eine Rekordstrafe für den Verkauf fauler Hypothekenpapiere hatte das Geldhaus in die Verlustzone gedrückt.

Im späten Handel sorgte eine Umsatzwarnung von Wal-Mart zusätzlich für schlechte Stimmung. Für das Gesamtjahr werde jetzt nur noch ein Wachstum von zwei bis drei Prozent zum Vorjahreswert von 473,1 Milliarden Dollar erwartet, erklärte Finanzchef Charles Holley. Im Februar war der weltgrößte Einzelhändler noch von drei bis fünf Prozent ausgegangen. Wal-Mart-Aktien verloren fast 3,6 Prozent.

Ein neuer Ebola-Fall in den USA wirkte sich unterschiedlich auf US-Werte aus. Zum einen stiegen die Aktien von Anbietern von Schutzbekleidung wie Lakeland oder Alpha Pro um 10,1 beziehungsweise 13,7 Prozent. Dagegen kamen die Titel von Fluggesellschaften zunächst unter die Räder: American Airlines, United Continental und Delta gaben zwischenzeitlich jeweils rund fünf Prozent nach. Zum Handelsschluss erholten sie sich jedoch etwas. Während Delta und United noch ein Minus von 1,25 und 1,4 Prozent aufwiesen, kämpfte sich American zu einem Plus von 0,6 Prozent hoch.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,213 Milliarden Aktien den Besitzer. 1466 Werte legten zu, 1655 gaben nach und 92 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa drei Milliarden Aktien 1500 im Plus, 1225 im Minus und 99 unverändert.

Die Sorgen über die Weltwirtschaft ließ Anleger in US-Staatsanleihen flüchten. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 13/32 auf 101-30/32. Sie rentierten mit 2,15 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 20/32 auf 103-30/32 und hatten eine Rendite von 2,92 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Man sollte mal endlich einen Schritt zurück machen mit diesem ganzen Spekulantentum und reißerischen Überschriften, ohne welches diese Welt eine Bessere wäre.
    Weil die geldgierigen Spekulanten sich selbst in eine Sackgasse getrieben haben, hat die Redaktion keinen Grund, eine miese Stimmung heraus zu kehren. Der Wirtschaftskreislauf funktioniert auch ohne dieses Volk und ohne solche ferngesteuerten Überschriften, auf die man eigentlich gut verzichten könnte.
    Laß sie sich doch aufhängen mit ihren selbsterzeugten Depressionen. Ein dirty Dozen weniger jeden Tag ergäbe eine bessere Welt. Shareholders value ist das übelste Krebsgeschwür der dreckigsten Seite des Kapitalismus. Finden wir endlich zurück zur Realität!

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