Börse New York Nachlassende Furcht vor Nordkorea-Krise stützt Wall Street

Das vorläufige Ende der Eskalation im Streit zwischen den USA und Nordkorea hat die US-Börsen gestützt. Allerdingst bremste der starke Dollar den Trend aus. Im Fokus standen die neuen Lieblingsaktien von Warren Buffett.
Update: 15.08.2017 - 23:45 Uhr Kommentieren

Druck auf Einzelhandel steigt

Druck auf Einzelhandel steigt

New YorkAn der Wall Street hat die Furcht vor einem bewaffneten Konflikt zwischen den USA und Nordkorea weiter nachgelassen. Dies stützte am Dienstag die Kurse der wichtigen US-Börsenbarometer. „Zumindest aktuell sieht es so aus, als ob der Weg in Richtung einer bewaffneten Konfrontation für keine der beiden Seiten das bevorzugte Szenario ist“, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London.

Von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gingen zuletzt Entspannungssignale aus. Er will der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge warten mit seiner Entscheidung über einen Raketenangriff auf die Pazifikinsel Guam, auf der die USA einen Militär-Stützpunkt betreiben.

Vergangene Woche hatten Sorgen vor einer Zuspitzung des Streits die Kurse gedrückt. US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea für den Fall weiterer Provokationen „Feuer und Zorn“ angekündigt. Die Führung in Pjöngjang drohte daraufhin mit einem Präventivschlag und einem Raketenangriff auf Guam.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging unverändert bei 21.998 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 schloss unverändert auf 2464 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,1 Prozent auf 6333 Punkte.

Das wurde im ersten Halbjahr 2017 aus 100.000 Euro
Platz 25: Zucker
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Wie gewonnen, so zerronnen. Im vergangenen Jahr gehörte Zucker mit einem Plus von 28 Prozent zu den lukrativsten Anlageformen, im ersten Halbjahr 2017 machten Investoren aber deutliche Verluste. Der Preis für eine Tonne Rohrzucker brach in New York um mehr als 35 Prozent ein. Zucker wird – wie alle Rohstoffe - in Dollar gehandelt wird. Der zum Euro gefallene Dollar vergrößerte die Verluste für hiesige Investoren noch. Wer Anfang des Jahres einen Terminkontrakt für 100.000 Euro auf Zucker kaufte, hat so jetzt – ohne Transaktionskosten - nur noch 59.740 Euro auf dem Konto. Hauptgrund für den Verfall sind globale Produktionsüberschüsse und wachsende Lagerbestände.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 24: Öl
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Hohe Lagerbestände sind auch ein Grund dafür, dass der Ölpreis in diesem Jahr wieder auf Talfahrt gegangen ist. Dazu kommt die steigende Förderung in den USA, nicht nur von traditionellem, sondern auch von aus Schiefergestein gewonnenem Öl. Seit Januar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseeölsorte Brent um 16 Prozent, aus 100.000 in Ölkontrakten angelegten Euro wurden sogar nur 77.520 Euro – ein Minus von 22,48 Prozent. Die seit November vergangenen Jahres geltende Förderbremse der Organisation Erdölexportierender Länder (Opec) und zehn weiterer Nationen zieht damit nicht. Die USA machen bei den Beschränkungen nicht mit.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 23: Aktien Katar
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Das reichste Land der Welt wird von seinen Nachbarn isoliert. Saudi-Arabien und seine Verbündeten Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Ägypten und Jemen warfen Katar Anfang Juni vor, Extremisten zu unterstützen und haben ihre diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu dem Wüstenstaat abgebrochen. Darauf reagierte auch die Börse. Die Verluste des QE-Index in Doha summieren sich so seit Jahresanfang auf 13,5 Prozent, dazu wertete die Landeswährung Katar-Riyal zu Dollar und Euro ab. Von 100.000 in den QE-Index investierten Euro sind so nur noch 79.500 Euro übrig.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 22: Aktien Russland
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Die Erholung der russischen Börse aus dem vergangenen Jahr ist schon wieder zu Ende. 100.000 in den Leitindex Micex investierte Euro schrumpften seit Januar auf 81.200 Euro – ein Verlust, der durch die Abwertung des Rubels noch verstärkt wurde. Hauptgründe für den neuen Einbruch der Börse sind der wieder fallende Ölpreis. Dazu belasten nach wie vor die wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen die russische Wirtschaft.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 21: US-Dollar
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Vor allem am Devisenmarkt zeigt sich, dass die Euphorie um US-Präsident Trump verflogen ist. Die Hoffnungen schwinden, dass er seine angekündigten Steuersenkungs- und Investitionsprogramme zügig durchgesetzt bekommt. Auch die Politaffären rund um FBI und Russland lassen den Dollar schwächeln. Und das nicht nur zum Euro, sondern zu den meisten wichtigen Währungen. Der Euro dagegen legte zu vielen Währungen zu. Die Folge: Aus 100.000 zu Jahresbeginn in den Dollar investierten Euro sind in den ersten sechs Monaten des Jahres nur noch 81.200 Euro geworden, ein Minus von über sieben Prozent.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Platz 20: Aktien Brasilien
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Mit vielen Vorschusslorbeeren war Brasiliens Präsident Michel Temer Ende 2015 ins Amt gestartet. Doch im März kam heraus, dass auch Temer in den seit Jahren schwelenden landesweiten Bestechungsskandal rund um die Konzerne Petrobras (Öl- und Gas), Odebrecht (Bau- und Chemie) sowie JBS (Fleisch) verwickelt ist. Das ernüchterte die Investoren. In Real gerechnet legte der Ibovespa-Index zwar knapp drei Prozent zu, aber der Real wertete deutlich ab. Von 100.000 in den Ibovespa investierten Euro verloren Anleger somit in diesem Jahr 5.595 Euro auf 94.050 Euro.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten

Platz 19: US-Staatsanleihen
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Für Dollar-Anleger haben sich US-Staatsanleihen besser entwickelt als erwartet. Obwohl die US-Notenbank Fed den Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal auf ein Band von jetzt 1,00 bis 1,25 Prozent erhöht hat, stiegen die Kurse von US-Staatsanleihen mit langer Laufzeit. Das liegt vor allem an den gesunkenen Inflationserwartungen. Quer über alle Laufzeiten erzielten Anleger im ersten Halbjahr mit US-Staatsanleihen so einen Gesamtertrag aus Zinseinnahmen und Kursveränderungen von immerhin gut zwei Prozent. Der Verlust des Dollars zum Euro zehrte diesen Gewinn aber für Euro-Anleger mehr als auf. Aus 100.000 in US-Staatsanleihen investierten Euro bleiben so nur 94.970 Euro übrig.

Stand 29.6.2017, 15.00 Uhr, Angaben ohne Transaktionskosten, Quelle: Bloomberg

Ausgebremst wurden die drei Barometer von der Aufwertung der US-Währung, die Waren der amerikanischen Unternehmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig macht. Wegen Spekulationen auf eine baldige weitere Zinserhöhung der Notenbank (Fed) stieg der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, um 0,4 Prozent. Getrieben wurde die Rally von entsprechenden Signalen eines einflussreichen US-Notenbankers sowie von überraschend starken US-Konjunkturdaten.

Bei den Einzelwerten rauschten Advance Auto Parts rund 20 Prozent in die Tiefe - so viel wie noch nie. Der Autoteile-Händler kürzte nach einem schlechter als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnis seine Gesamtjahresziele.

Zu den Favoriten der Wall Street gehörte Synchrony Financial. Die Aktien des Kreditkarten-Anbieters stiegen um gut vier Prozent. Star-Investor Warren Buffett, dessen Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway bereits etwa ein Sechstel am Konkurrenten American Express hält, sicherte sich 17,5 Millionen von insgesamt rund 795 Millionen Papieren der ehemaligen Sparte von General Electric (GE).

Fast drei Prozent abwärts ging es für Home Depot, obwohl anhaltende Investitionen von Bauherren der US-Baumarktkette die Kassen füllen. Von Mai bis Juli stiegen Umsatz wie Gewinn auf Rekordwerte. Daraufhin schraubte der Konzern seine Erwartungen fürs Gesamtjahr nach oben.

Dax und EuroStoxx50 legten leicht auf 12.177 beziehungsweise 3462 Punkte zu. Wegen des Feiertags in einigen europäischen Staaten und Regionen blieben die Umsätze aber dünn. Mit knapp 2,2 Milliarden Euro war der Aktienumsatz im Dax so niedrig wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten.

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An der New Yorker Börse wechselten rund 700 Millionen Aktien den Besitzer. 1050 Werte legten zu, 1848 gaben nach und 164 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,56 Milliarden Aktien 950 im Plus, 1952 im Minus und 223 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren angesichts der Entspannung in der Nordkorea-Krise nicht mehr als sicherer Hafen gefragt und ließen Federn. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 12/32 auf 99-28/32. Die Rendite stieg auf 2,2623 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 20/32 auf 98-8/32 und rentierte mit 2,8370 Prozent.

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