Börse New York
Neue Konjunkturdaten lähmen Wall Street

Gute Nachrichten sind schlechte Nachrichten: Seit Monaten beschäftigt die Wall Street der geldpolitische Kurs – vor der bevorstehenden Konjunkturnachrichten aus den USA halten sich die Anleger in Deckung.
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New YorkNach den jüngsten Kursgewinnen haben die US-Börsen am Dienstag trotz erneut ermutigender Wirtschaftsdaten nicht weiter zugelegt. Anleger sind sich im unklaren darüber, wie lange die US-Notenbank (Fed) ihre Konjunkturhilfen noch auf dem aktuellen Niveau belassen wird.

Vor diesem Hintergrund wirken starke Konjunkturdaten - anders als üblich - derzeit belastend, weil sie eine Drosselung des Fed-Programms zur Folge haben könnten. So drückte eine neue Statistik zu den US-Dienstleistern, die im Oktober überraschend wieder an Tempo zulegten, auf die Indizes.

„Die Wirtschaft kommt weiter voran, was natürlich gut ist“, sagte Bruce Zaro von Delta Global Asset Management. „Aber der Markt hat noch keine Antwort darauf gefunden, ob gute Nachrichten gut oder schlecht (für die Kurse) sind.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Dienstag mit einem Abschlag von 0,1 Prozent bei 15.618 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 15.522 und 15.651 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500, der in diesem Jahr um fast ein Viertel zugelegt hat, verlor 0,3 Prozent auf 1762 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg indes um 0,1 Prozent auf 3939 Stellen. Der Deutsche Aktienindex hatte in Frankfurt 0,3 Prozent tiefer bei 9009 Punkten geschlossen.

Die Umsätze blieben an der Wall Street eher gering. Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten im Laufe der Woche zurück, sagten Händler. Erwartet werden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt und zum Arbeitsmarkt.

Beim Internetpionier AOL sorgten gut aufgenommene Zahlen für ein Kursplus von 8,52 Prozent. Die Neuaufstellung der lokalen Nachrichten-Websites hatte dem Konzern zwar das Ergebnis im dritten Quartal verhagelt - unter dem Strich waren nur 2 Millionen Dollar Gewinn übrig geblieben. Doch die wichtigen Werbegelder sprudelten, insgesamt stieg der Umsatz um 6 Prozent auf 561 Millionen Dollar. Dem Urgestein der Branche gehören unter anderem die Onlinezeitung „Huffington Post“ und die großen Technologieblogs „Engadget“ und „TechCrunch“.

Aktien von T-Mobile US gaben nach Zahlen 0,74 Prozent ab. Der Umsatz des Mobilfunkers war im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dank des Zusammenschlusses mit MetroPCS zwar um mehr als ein Drittel gestiegen. Die Tochter der Deutschen Telekom hatte ihre Kundenzahl zudem um mehr als eine Million auf gut 45 Millionen gesteigert. Unter dem Strich stand aber dennoch ein Verlust von 36 Millionen US-Dollar (27 Mio Euro).

Oxygen Biotherapeutics gingen weiter durch die Decke. Die Papiere, die schon am Montag um 60 Prozent gestiegen waren, legten weitere 63 Prozent auf 8,38 Dollar zu, im Verlauf hatten sie sogar 9,75 Dollar gekostet. Der Kosmetik- und Medizinprodukte-Hersteller hatte vor einigen Tagen über eine ermutigende Studie für eines seiner Medikamente berichtet. Anfang September kosteten die Papiere noch 1,19 Dollar.

Um 5,5 Prozent nach unten ging es mit Delphi. Der US-Autolieferer hat seine Jahresprognose leicht gesenkt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,74 Milliarden Aktien den Besitzer. 956 Werte legten zu, 2045 gaben nach und 95 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,92 Milliarden Aktien 1076 im Plus, 1473 im Minus und 92 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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