Börse New York
Neue Zuversicht an Wall Street

Die Händler an der New Yorker Börse zeigen sich im US-Etatstreit weniger misstrauisch. Nach schlechtem Wochenauftakt schloss der Dow Jones im Plus. Trotzdem warnen Experten vor deutlichen Krisensignalen.
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New YorkNeue Zuversicht im US-Haushalts- und Schuldenstreit hat der Wall Street am Montag Gewinne beschert. Im Senat habe es einige Fortschritte gegeben, sagte US-Präsident Barack Obama vor einem Treffen mit den Spitzen beider Kongress-Parteien. Ähnlich äußerten sich auch die Mehrheitsführer beider Parteien. Innerhalb von Tagen könnte eine Einigung erzielt werden, um die Haushaltsblockade zu beenden und die Schuldenobergrenze zu erhöhen, sagten der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Harry Reid, sowie sein republikanischer Kollege, Mitch McConnell. Sollten sich beide Kongress-Kammern nicht auf eine Erhöhung der Schuldengrenze einigen, droht den USA ab Donnerstag die Zahlungsunfähigkeit

Der Dow-Jones-Index schloss nach einem volatilen Handel mit Aufschlägen von 0,4 Prozent auf 15.301 Punkten. Im Verlauf pendelte der Leitindex zwischen 15.136 und 15.309 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls um 0,4 Prozent und tendierte damit bei 1710 Zählern. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 3815 Stellen. Angesichts des Feiertages Columbus Day waren die Umsätze an den US-Aktienmärkten recht gering. Der Anleihemarkt blieb geschlossen.

Der Dax in Frankfurt schloss mit 8723,81 Punkten nur gut einen Zähler unter dem Freitags-Rekordschluss von 8724,83 Zählern. Der EuroStoxx50 beendete den Handel ebenfalls kaum verändert.

"Die Märkte gehen davon aus, dass es zu einer Lösung in Washington kommen wird, da es gar nicht anders sein kann", fasste ein Händler zusammen. "Ich glaube nicht, dass am 17. Oktober der Jüngste Tag anbricht", stimmte Mike van Dulken von Accendo Markets zu. Aber der Druck angesichts der Zeitnot wachse. Die Volatilitätsindizes , die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um bis zu zwölf Prozent und zeigten damit, dass einigen Anlegern bei dem Streit in den USA allmählich doch mulmig wird. Die Zweifel der Investoren ließen sich zudem an den Kursen für Credit Default Swaps (CDS) ablesen, die über kürzere Laufzeiten mehr als über längere kosteten - ein klares Krisensignal, denn üblicherweise sind die längerlaufenden Papiere teurer.

Die Aktien des Video-Streaming-Dienstes Netflix stiegen um 7,8 Prozent. Laut einem Medienbericht befindet sich der Konzern mit mehreren Kabel-Anbietern in Verhandlungen, ob diese das Netflix-Angebot in ihre Set-Top-Boxen aufnehmen. Auch der Facebook -Anteilsschein lag leicht mit 0,8 Prozent im Plus. Das weltgrößte soziale Netzwerk hat den israelischen App-Hersteller Onavo gekauft, der bekannt für eine effiziente Datennutzung zugunsten der Telefonkosten der Nutzer ist.

Eine Herabstufung durch die Deutsche Bank brachte die Papiere des Internet-Reisekonzerns Expedia unter Druck, die rund sechs Prozent fielen. Daneben standen bereits die Unternehmen im Fokus, die am Dienstag für Schlagzeilen sorgen dürften. Unter anderem werden die Citigroup, Coca-Cola und Intel dann Einblick in ihre Quartalsbilanz geben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 570 Millionen Aktien den Besitzer. 1688 Werte legten zu, 1221 gaben nach und 156 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,48 Milliarden Aktien 1533 im Plus, 946 im Minus und 130 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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