Börse New York
Nordkorea-Krise und Hurrikan „Irma“ rücken in den Hintergrund

In den USA gewinnen Anleger ihren Optimismus zurück. Die Wall Street legte wieder zu. Die Augen der Anleger richteten sich derweil auf die Westküste der USA. Dort stellte Apple ein neues Luxus-iPhone vor.
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New YorkKursgewinne von Finanz- und Industrieaktien haben am Dienstag den New Yorker Börsenindex S&P 500 auf ein Rekordhoch getrieben. Die Nordkorea-Krise rückte an den Aktienmärkten in den Hintergrund. Zwar drohte die Führung in Pjöngjang den USA mit schmerzhaften Konsequenzen, nachdem die Vereinten Nationen die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft hatten. Der Markt werte es aber als positiv, dass neben den USA auch andere wichtige Staaten die Strafmaßnahmen mittragen, sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensberaters Janlyn Capital.

Zur freundlichen Stimmung trug seinen Worten zufolge zudem bei, dass der Hurrikan „Irma“ sich weiter abschwächte. „Investoren vertrauen darauf, dass das Schlimmste vorüber ist“, sagte Bakhos. „Die Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen 'Irmas' scheinen sich vorerst verflüchtigt zu haben.“

Als zusätzlichen Pluspunkt bezeichneten Börsianer Äußerungen von US-Finanzminister Steve Mnuchin zur geplanten Steuerreform. Mnuchin ließ zwar offen, ob die Körperschaftsteuer wie von Präsident Donald Trump angekündigt auf 15 Prozent abgesenkt werden könne. Er bekräftigte aber das Ziel, das Vorhaben noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen.

Alle drei großen US-Indizes legten rund 0,3 Prozent zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss damit bei 22.118 Punkten, der breiter gefasste S&P-500 bei 2496 und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 6454 Zählern. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent fester bei knapp 12.525 Punkten aus dem Handel.

Apple-Aktien verloren 0,4 Prozent. Der Konzern stellte sein neues iPhone X vor. Einige Analysten sagten, der Verkaufsstart Anfang November liege für das Weihnachtsgeschäft aber reichlich spät. Finanzwerte rückten im Schnitt 1,2 Prozent vor.

Der weltgrößte Generikahersteller Teva gewann in New York 4,5 Prozent. Das Unternehmen treibt seinen Umbau voran mit dem Verkauf seiner Verhütungsmittelmarke Paraguard für 1,1 Milliarden Dollar.

Die Aktien von DowDupont zogen um 2,50 Prozent an. Der jüngst aus dem Zusammenschluss der Chemieriesen Dow Chemical und Dupont entstandene Konzern hatte Änderungen an seinem Plan vorgenommen, wie genau er sich in drei börsennotierte Unternehmen aufgespalten will. So werden einige Geschäftsbereiche nun neu zugeordnet. Analyst Jonas Oxgaard von Bernstein Research sah darin einen Versuch des Managements, Konflikten mit aktivistischen Investoren vorzubeugen.

Unter Druck stand der Kurs von McDonald's, der 3,2 Prozent nachgab. Hintergrund war ein Medienbericht, wonach die Experten eines Analysehauses Sorgen um die Umsatzentwicklung im laufenden Quartal äußerten.

Die Deutsche Bank erwartet ein sich deutlich verknappendes Aluminiumangebot und empfahl die Aktie des Herstellers Alcoa zum Kauf. Die Anleger honorierten dies mit einem Plus von mehr als 3 Prozent.

Die Papiere des Sportartikelproduzenten Nike schließlich waren vom Analysehaus Bernstein mit „Outperform“ in die Bewertung aufgenommen worden. Die Anteilsscheine stiegen um knapp 1 Prozent.

Der Euro kostete zuletzt 1,1966 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1933 (Montag: 1,1997) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8380 (0,8335) Euro. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen verloren angesichts der freundlichen Wall Street 10/32 Punkte auf 100 24/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,165 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 770 Millionen Aktien den Besitzer. 1803 Werte legten zu, 1056 gaben nach und 188 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Milliarden Aktien 1827 im Plus, 1074 im Minus und 223 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Papiere verringerten sich um 10/32 auf 100-23/32. Sie rentierten mit 2,169 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 19/32 auf 99-17/32 und hatten eine Rendite von 2,772 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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