Börse New York
Öl-Flut drückt Wall Street ins Minus

Die Preise für Rohöl haben am Freitag abermals ein Rekordtief erreicht. Das hat die Kurse an den US-Börsen gedrückt. Der Handel endet deutlich im Minus. Im Fokus außerdem: die Aktien des Handy-Herstellers Blackberry.

New YorkDie US-Börsen haben sich zum Wochenschluss deutlich schwächer präsentiert. Vor allem der weitere Rückgang des Ölpreises sorgte für Kursverluste. Die Aussicht auf ein anhaltendes Überangebot drückte den Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee um bis zu 1,8 Prozent auf 36,41 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl fiel um bis zu 1,6 Prozent auf 34,39 Dollar und damit den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren.

Der Börsenhandel stand auch im Zeichen des Verfalls sowohl von Termingeschäften als auch von Optionen auf Börsenindizes und einzelne Aktien. An diesem sogenannten vierfachen Hexensabbat ist der Handel gewöhnlich von vergleichsweise starken Kursschwankungen geprägt, weil Marktteilnehmer die Kurse von Papieren, auf die sie Derivate besitzen, in die gewünschte Richtung treiben wollen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,1 Prozent tiefer auf 17.128 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 notierte zuletzt 1,8 Prozent im Minus bei 2005 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 1,6 Prozent auf 4923 Stellen. Im Wochenvergleich gaben der Dow 0,8 Prozent, der S&P 0,3 Prozent und der Nasdaq 0,2 Prozent nach.

Unter den Einzelwerten kletterten Blackberry-Aktien mehr als zehn Prozent. Der Smartphone-Hersteller kommt offenbar wieder in ruhigeres Fahrwasser und konnte im abgelaufenen Quartal - im Vergleich zum Vorquartal - erstmals seit mehr als zwei Jahren seine Erlöse steigern.

Starke Geschäftszahlen und eine angehobene Prognose gaben Red Hat Auftrieb. Die Aktien des Anbieters einer eigenen Version des Computer-Betriebssystems Linux stiegen zeitweise auf den höchsten Stand seit 16 Jahren.

Disney -Aktien ließen fast vier Prozent Federn, nachdem ein Broker die Aktie des Unterhaltungskonzerns zum Verkauf empfohlen hatten.

Besonders schwach zeigten sich zudem die Bankaktien. So büßte Goldman Sachs im Dow knapp 4 Prozent ein, und JPMorgan gab um knapp 3 Prozent nach. Die Papiere von Morgan Stanley und Citigroup verloren gut 3 Prozent. Unter den kleineren Bankwerten gaben die Anteilsscheine der Regions Financial Corp um knapp 4 Prozent nach. „Zunächst haben die Finanzwerte positiv auf die Fed-Entscheidung reagiert“, sagte ein Börsianer. „Aber nun gibt es zunehmend Bedenken, vor allem wegen Kreditvergaben im Energiebereich.“ Besonders regionale Banken litten darunter.

In Frankfurt fiel der Dax nach der jüngsten Börsenrally um 1,2 Prozent auf 10.608,19 Punkte, der EuroStoxx50 gab um 1,4 Prozent auf 3260,72 Zähler nach. Da die Optionen auf Indizes sowie auf einzelne Aktien und die Index-Futures verfielen, schwankten die Kurse für einzelne Aktien stark. „Gewinnmitnahmen prägen nach der jüngsten Erholungsbewegung das Marktgeschehen“, sagte Gregor Kuhn vom Brokerhaus IG.

Der Euro legte im US-Handel zu und kostete zum Handelsschluss an der Wall Street 1,0873 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0836 (Donnerstag: 1,0841) US-Dollar festgesetzt. Am US-Rentenmarkt gewannen zehnjährige Staatsanleihen 8/32 Punkte auf 100 15/32 Punkte und rentierten mit 2,193 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,45 Milliarden Aktien den Besitzer. 1072 Werte legten zu, 2015 gaben nach und 101 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 3,4 Milliarden Aktien 1084 im Plus, 1813 im Minus und 106 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren angesichts der niedrigen Ölpreise und Abschläge an den Aktienmärkten als sicherer Hafen gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 13/32 auf 100-16/32. Die Rendite ging auf 2,193 Prozent zurück. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 20/32 auf 101-28/32 und rentierte mit 2,906 Prozent.

Agentur
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