Börse New York
Ölpreis bremst die Wall Street

An der New Yorker Börse sind die Kurse am Donnerstag kaum vom Fleck gekommen. Enttäuschende Unternehmenszahlen und der Ölpreis belasteten die Kurse. Doch zum Schluss preschten Aktien der Gesundheitsbranche vor.
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New YorkEin Rückgang der Ölpreise hat am Donnerstag die Wall Street in Schach gehalten. Wegen Spekulationen auf anhaltend hohe Lagerbestände kostete Öl so wenig wie seit Ende November nicht mehr, als die Opec eine Obergrenze für die Förderung beschlossen hatte. Dies zog vor allem Energiewerte in die Tiefe.

Die Zustimmung des Repräsentantenhauses für die von Präsident Donald Trump geplante Rücknahme der Gesundheitsreform seines Vorgängers Barack Obama wirkte sich kaum aus. Wenn Trump damit aber auch im Senat Erfolg habe, könne dies ein positives Vorzeichen für seine geplante Steuerreform sein, sagte Experte Rick Meckler vom Broker LibertyView Capital Management.

Gestützt wurden die Kurse dagegen von der US-Notenbank. Sie hatte sich am Mittwochabend positiv über die Konjunkturaussichten geäußert und die Tür für eine weitere Zinserhöhung im Juni offengehalten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nahezu unverändert bei 20.951 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit einem minimalen Plus von knapp 0,1 Prozent bei 2389 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte ebenfalls rund 0,1 Prozent auf 6075 Stellen zu.

In Frankfurt hatte der Dax zuvor im Handelsverlauf erneut ein Rekordhoch erklommen und bei einem Plus von einem Prozent mit 12.647 Punkten so hoch wie noch nie geschlossen. Die US-Indizes konnten somit nicht Schritt halten mit deutlichen Kursgewinnen in Europa, wo sich vor der Stichwahl in Frankreich die Aussicht auf einen europa- und wirtschaftsfreundlichen Präsidenten verfestigt hatte. Am starken Euro ließ sich ebenfalls ableiten, dass das Interesse der Anleger an diesem Tag eher der Eurozone galt.

Welche Aktien an der Wall Street für Bewegung sorgten

Bei den New Yorker Einzelwerten im Fokus stand Facebook. Das weltgrößte soziale Netzwerk konnte zwar Gewinn und Umsatz im ersten Quartal kräftig steigern. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg stimmte seine Aktionäre aber auf härtere Zeiten ein. Für den Rest des Jahres 2017 erwartet es, dass die Werbeerlöse deutlich langsamer zulegen werden. Der skeptische Ausblick verschreckte die Anleger. Die Papiere büßten 0,6 Prozent ein.

Tesla-Aktien verloren fünf Prozent. Der Elektroautobauer hatte zwar Rekorde bei Produktion, Auslieferungen und Umsatz erzielt, war dabei aber stärker als erwartet in die roten Zahlen geraten. Grund dafür waren vor allem Anlaufkosten für das „Model 3“ gewesen, mit dem Tesla in den Massenmarkt vordringen will.

Der Ölpreis-Rückgang belastete die Energiewerte. Die Papiere des Ölriesen Exxon gaben 1,3 Prozent nach, die Anteilsscheine des Rivalen Chevron um 1,8 Prozent.

Mit fast 1 Prozent waren dagegen die Aktien des Krankenversicherers United Health ein Gewinner im Leitindex. Das Repräsentantenhaus hatte einer Neufassung von „Obamacare“ mit hauchdünner Mehrheit zugestimmt. In der zweiten Kongresskammer, dem Senat, steht US-Präsident Donald Trump mit seiner Gesundheitsreform allerdings vor einer noch größeren Hürde.

Während ansonsten auch Telekomwerte nicht hoch im Kurs der Anleger standen, gab es eine gewisse Stärke bei Biotech-Aktien und Konsumgüterkonzernen. Das Biotechnologie-Unternehmen Regeneron stach im Nasdaq 100 mit einem Aufschlag von fast 7 Prozent positiv heraus. Coca-Cola zum Beispiel gewannen im Dow rund 0,8 Prozent.

Unter den US-Nebenwerten verbuchten die Aktien von Kellogg nach einem guten Quartalsbericht des Corn-Flake-Herstellers ein Plus von 2 Prozent. Bei den Titeln des Kosmetikherstellers Avon Products dagegen führte ein überraschender Quartalsverlust zu einem Kurseinbruch um 22 Prozent. Besser erging es dem Fitnessband-Pionier Fitbit, der im Auftaktquartal weniger Verluste gemacht hattee als befürchtet. Die Anteilscheine zogen kräftig um 12 Prozent an.

Euro legt deutlich zu

Der Euro profitierte von der Aussicht auf eine europafreundliche Präsidentschaft in Frankreich. Die Gemeinschaftswährung kostete im New Yorker Handel 1,0986 US-Dollar und damit etwa einen Cent mehr als am Vortag. Den Referenzkurs hatte die EZB zuvor auf 1,0927 (Mittwoch: 1,0919) Dollar festgesetzt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,01 Milliarden Aktien den Besitzer. 1058 Werte legten zu, 1888 gaben nach und 140 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,05 Milliarden Aktien 1307 im Plus, 1533 im Minus und 216 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 99-022/32. Sie rentierten mit 2,357 Prozent. Die 30-jährigen Bonds sanken um 19/32 auf 99-306/32 und hatten eine Rendite von 3,002 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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