Börse New York
Ölpreis-Verfall zieht US-Börsen ins Minus

Öl ist so günstig wie zuletzt 2009. Das drückte die New Yorker Börse ins Minus. Seit Monaten treibt die Anleger weltweit eine Frage um: Wann leitet die US-Notenbank Fed die Zinswende ein?

New YorkDer Rückgang des Ölpreises hat am Montag die US-Börsen belastet. Besonders die Aktien großer Energie-Konzerne litten. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich im Tagesverlauf um 5,2 Prozent auf 40,75 Dollar je Barrel. So niedrig lag der Preis zuletzt im Jahr 2009. Auch US-Öl gab nach. Hintergrund war die Entscheidung der Opec am Freitag, ihre Politik der hohen Förderung beizubehalten.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 17.730 Punkten 0,66 Prozent im Minus. Im Verlauf pendelte er zwischen 17.639 und 17.845 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 2077 Zählern 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor 0,79 Prozent und schloss bei 5101 Punkten. In Frankfurt schloss dagegen der Dax mit 10.886 Punkten 1,25 Prozent im Plus.

In den vergangenen Wochen stand am Markt immer wieder die Frage im Raum, ob die US-Notenbank in der kommenden Woche die Zinswende einleiten wird. Einer Studie von GME Group zufolge gehen inzwischen 79 Prozent der Händler davon aus, dass die Fed bei ihrem Treffen am 15. und 16. Dezember die Erhöhung tatsächlich durchziehen wird. Der Markt habe sich bereits darauf eingestellt, sagte auch Art Hogan von Wunderlich Securities. Ein Rückgang der Rohstoffpreise wie am Montag werde als "vorübergehender Faktor" gesehen.

Den Energiekonzernen brockte der Preisverfall Verluste ein. Titel von Exxon und Chevron schlossen jeweils 2,6 Prozent und 2,7 Prozent im Minus.

Nach der Übernahme von Keurig Green Mountain durch die deutsche Milliardärs-Familie Reimann stiegen die Aktien des US-Kaffeekapsel-Produzenten um fast 72 Prozent.

In einer ähnlichen Größenordnung ging es abwärts - 82 Prozent - für Threshold Pharmaceuticals, ein Partner des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck. Ein gemeinsames Krebsmedikament wirkt nicht wie erhofft.

Für die US-Waffenhersteller ging es dagegen deutlich nach oben: Smith & Wesson-Titel schlossen 7,6 Prozent im Plus, dem höchsten Stand seit mindestens acht Jahren. Sturm Ruger -Titel gewannen 5,8 Prozent. Nach Amokläufen und Schießereien in den USA legen diese Aktien häufig zu: Die Händler gehen davon aus, dass sich die Amerikaner wegen eines erhöhten Sicherheitsbedürfnisses und aus Sorge vor strengeren Gesetzen verstärkt mit Waffen eindecken.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 954 Millionen Aktien den Besitzer. 611 Werte legten zu, 2483 gaben nach und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 654 im Plus, 2186 im Minus und 131 unverändert.

Der Verfall der Ölpreise war auch bei den US-Staatsanleihen das beherrschende Thema. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 8/32 auf 100-1/32. Sie rentierten mit 2,24 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 17/32 auf 100-11/32 und hatten eine Rendite von 2,98 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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