Börse New York
Pessimistische Wall Street verliert erneut an Boden

Nach einem freundlichen Handelsstart sind die US-Börsen schnell ins Minus gerutscht. Die schlechten Aussichten in der Berichtssaison der Topfirmen trübten die Stimmung. Vor allem Tech-Titel mussten Abschläge hinnehmen.
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New YorkBesorgte Anleger haben der New Yorker Wall Street bei dünnen Umsätzen den vierten Handelstag in Folge Verluste eingebrockt. Der Pessimismus einer ganzen Reihe von Technologiefirmen schürte am Dienstag die Furcht der Investoren vor einer globalen Konjunkturflaute und deren Folgen für die Gewinne der US-Unternehmen. „Der Markt macht sich langsam darauf gefasst, dass wir auf dem Weg in eine globale Rezession sind“, erklärte James Dailey vom TEAM Asset Strategy Fund.

Börsianer beobachteten immerhin mit gemäßigter Zuversicht die Ereignisse in Europa und setzten darauf, dass das Bundesverfassungsgericht dem ESM-Rettungsschirm und dem EU-Fiskalpakt grünes Licht geben wird. Gleichzeitig jedoch wollten viele Investoren vor der Entscheidung keine Risiken eingehen und hielten sich deshalb dem Handel fern. „Jeder bleibt sitzen und wartet, weil das Gericht zu dem Schluss kommen könnte, dass es so nicht funktioniert“, sagte Analyst Ken Polcari von ICAP Equities.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte büßte 0,7 Prozent ein auf 12.653 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1341 Punkten, ein Abschlag von 0,8 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,0 Prozent und ging mit 2902 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt ging der Dax 0,8 Prozent höher bei 6438 Punkten aus dem Handel.

Am Markt wurde im frühen Handel zunächst positiv quittiert, dass sich die Renditen für spanische Staatsanleihen auf dem Rückmarsch befanden und unter die wichtige Marke von sieben Prozent fielen. Dies hatte im Morgenhandel noch zu Kursgewinnen geführt, die jedoch im Handelsverlauf immer weiter abbröckelten.

Alcoa hatte am Vortag nach Börsenschluss traditionell als erstes Schwergewicht seine Quartalszahlen veröffentlicht. Die weltweite Konjunkturflaute und niedrige Aluminiumpreise setzen dem US-Produzenten zwar nicht ganz so stark zu wie befürchtet. Trotzdem gab die Aktie gut vier Prozent nach. Trotz des jüngsten Preisverfalls hält das von Ex-Siemens-Manager Klaus Kleinfeld geleitete Unternehmen an seiner Prognose fest.

Der US-Chiphersteller Intel steigt bei seinem niederländischen Zulieferer ASML ein und legt dafür mehr als vier Milliarden Dollar auf den Tisch. Der auch in New York notierten ASML -Aktie bekam der Vertrauensbeweis gut, sie legte um rund acht Prozent zu. Die Intel-Investoren gaben sich zurückhaltender und drückten den Anteilsschein mehr als zwei Prozent ins Minus.

Konkurrent AMD kommt hingegen aus dem schweren Fahrwasser nicht hinaus und steuert nach eigenen Angaben auf einen Umsatzrückgang im zweiten Quartal von etwa elf Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Bisher hatte AMD schlimmstenfalls mit stagnierenden Geschäften gerechnet. Die Aktie brach um elf Prozent ein. Ähnlich ging es dem Chipausrüster Applied Materials. Das Papier verbilligte sich um fast drei Prozent. Der Konzern teilte mit, wegen der schwachen Nachfrage seine Ziele für das Gesamtjahr sowie das dritte Quartal zu verfehlen.

Ebenfalls unter Druck stand der Bankensektor. Wegen ihres Engagements in der Euro-Zone machten Anleger einen Bogen um Finanzinstitute - so büßte das Papier von Morgan Stanley 1,6 Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1019 Werte legten zu, 1966 gaben nach und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 817 im Plus, 1656 im Minus und 119 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Sollte sich der heutige Eindruck weiter verstärken, dass die Entscheidung des BVG über den sog. "Fiskalpakt" und "ESM" keineswegs absehbar bzw. keineswegs mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Gunsten der "Euro-Retter" ausfallen wird, dann wird das Investoren und Anleger noch weiter von der Wallstreet fernhalten.

    Schon heute ist jedenfalls klar, dass sich das BVG weder dem politischen, noch dem zeitlichen Druck ausliefert. Statt der gedachten 3-wöchigen Prüfungszeit hat das BVG heute sogar eine Entscheidung erst in DREI Monaten (!) avisiert. Wenn man bedenkt, dass der ESM eigentlich am 01.07. Inkrafttreten sollte, wird die nun anstehende zeitliche Verzögerung und Wartezeit (inkl. Unsicherheit über den Ausgang der Rechtsprüfung) die "Märkte" wohl kaum in euphorische Kaufstimmung versetzen...

    Kommen in dieser Zeit dazu noch passende Meldungen aus Griechenland (Troika-Prüfung), Spanien (Zinsen für Staatsanleihen > 7%) oder bestätigende Prognosen bzgl. der befürchteten globalen Rezession, dann werden DAX und DOW die kommenden Wochen wohl noch kräftig abgeben...

    Sollte "Karlsruhe", also das BVG, den Fiskalpakt und den ESM dann sogar kippen, wäre das nicht nur zur Freude der ESM-Gegner, sondern auch für diejenigen, die gern günstig Aktien deutscher Top-Unternehmen kaufen...

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