Börse New York
Rekordjagd an US-Börsen

Die Kurse an der Wall Street kennen derzeit nur eine Richtung: steil nach oben. Der Dow Jones klettert auf ein neues Allzeithoch. Die Boeing-Aktie legt nach dem Riesenauftrag auf der Dubaier Branchenmesse zu.
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New YorkDer Dow-Jones-Index hat am Montag seine Rekordjagd fortgesetzt und im Handelsverlauf ein Allzeithoch erreicht. Dem Leitindex halfen vor allem die Aussichten auf eine weiterhin extrem lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed.

Erstmals gelang dem Dow der Sprung über 16.000 Punkte. Der S&P stieg zum ersten Mal über die Marke von 1800 Zählern, bevor der Index nach Gewinnmitnahmen mit einem Minus aus dem Handel ging. Auch die Nasdaq schloss mit Verlusten.

Der aggressive Finanzinvestor Carl Icahn hatte sich vorsichtig über die Aussichten für den Aktienmarkt geäußert: Die Kurse vieler Unternehmen könnten deutlich fallen, da bei den Bilanzen häufig die niedrigen Zinskosten eine größere Rolle spielten als eine starke Leistung des Managements, sagte Icahn kurz vor Handelsschluss in den USA auf einer Reuters-Veranstaltung.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent auf 15.976 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte er zwischen 15.942 und 16.030 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 tendierte 0,4 Prozent niedriger bei 1791 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,9 Prozent auf 3949 Stellen nach. Zwischenzeitlich markierte das Barometer mit 3994 Punkten seinen höchsten Stand seit September 2000. In Frankfurt gewann der Dax 0,6 Prozent auf 9225 Punkte und schloss so hoch wie noch nie. Im Handelsverlauf war der Leitindex auf den Rekordwert von 9253,68 Zählern gestiegen.

Nach Ansicht von Morgan Stanley bleibt die lockere Geldpolitik der Notenbanken weltweit der wichtigste Treiber für die Börsen. Die US-Fed, die Bank of Japan oder die EZB versuchen seit Monaten, der Konjunktur mit einer großzügigen Geldversorgung wieder auf die Beine zu helfen. Nach Einschätzung von Morgan Stanley wird sich die aktuelle Rally in der Vorweihnachtszeit fortsetzen. "Unsere seit 1970 erfassten Daten zeigen, dass der Jahresend-Effekt ziemlich stark ist", heißt es in einer Studie der Bank. "Dezember und Januar sind im Schnitt zwei der umsatzstärksten Monate."

Bei den Einzelwerten an der Wall Street war Boeing stark gefragt. Die Aktie stieg um 1,7 Prozent. Der Flugzeughersteller verzeichnete ebenso wie Airbus eine Auftragsflut auf der Branchenmesse in Dubai. Die Anteilsscheine der Airbus-Mutter EADS verteuerten sich um 2,4 Prozent.

Ebenfalls zu den Gewinnern gehörten die in New York notierten Papiere des japanischen Elektronikriesen Sony, die 1,2 Prozent zulegten. Der Konzern hat nach eigenen Angaben innerhalb der ersten 24 Stunden, in denen seine neue Spielekonsole Playstation 4 in Nordamerika erhältlich war, eine Million der Geräte verkauft.

Die Papiere des größten US-Fleischverarbeiters Tyson Foods gewannen 2,3 Prozent. Der Konzern überraschte Analysten mit seinem Quartalsgewinn positiv.

Für Apple, Facebook und Twitter ging es hingegen abwärts. Icahn betonte, zwar nicht mit dem Apple-Vorstand kämpfen zu wollen, doch auch nicht einfach klein beizugeben. Der Großaktionär fordert, dass der US-Konzern sein Aktienrückkaufprogramm auf 150 Milliarden Dollar ausbaut. Apple will dieser Forderung bisher nicht nachkommen. Die Aktie verlor 1,2 Prozent. Das Twitter-Papier büßte nach einer Herabstufung mehr als sechs Prozent ein. Facebook fiel um 6,5 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 650 Millionen Aktien den Besitzer. 1171 Werte legten zu, 1833 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,82 Milliarden Aktien 940 im Plus, 1637 im Minus und 90 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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