Börse New York
Rezessionsgefahr verunsichert die Wall Street

Die Angst vor der Fiskalklippe und Sorgen vor einem Krieg im Nahen Osten hemmt die US-Anleger. Obwohl einige gute Zahlen vorgelegt wurden, schloss die Wall Street tief in den roten Zahlen.
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New YorkDie Schuldenkrisen in den USA und Europa sowie Sorgen vor einem Krieg im Nahen Osten haben die Wall Street am Mittwoch tief in die roten Zahlen gedrückt. Das drängte eine unerwartet positive Bilanz des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco in den Hintergrund. Beobachtern zufolge dürften die ernsthaften Verhandlungen zur drohenden "Fiskalklippe" zwar erst in einigen Wochen losgehen. Präsident Barack Obama signalisierte in der ersten Pressekonferenz nach seiner Wiederwahl aber kein Entgegenkommen. Sollten Republikaner und Demokraten ihren Streit aber bis zum Jahresende nicht beenden, drohen massive Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen, durch die die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Auch schwache Konjunkturdaten belasteten den Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,5 Prozent auf knapp 12.571 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 12.542 und 12.797 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,4 Prozent auf 1355 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,3 Prozent auf 2846 Stellen. Auch in Frankfurt hielten sich Anleger angesichts des US-Haushaltsstreits sowie der unklaren Perspektive für Griechenland zurück: Der Dax schloss 0,9 Prozent tiefer bei 7101 Punkten.

Massive israelische Angriffe auf den Gazastreifen schürten in New York Sorgen vor einem Krieg zwischen dem jüdischen Staat und den Palästinensern. Die Konjunktur lieferte Optimisten ebenfalls keine Rückendeckung. Die US-Einzelhändler bekommen die Folgen des Hurrikans "Sandy" mit Umsatzeinbußen zu spüren. Die Geschäfte hatten im Oktober 0,3 Prozent weniger in den Kassen als im September. Dies war das erste Minus binnen drei Monaten. Wenig Einfluss auf den Handel hatte die Veröffentlichung des Protokoll der letzten Fed-Sitzung: Demnach wird innerhalb der Notenbank der Ruf nach weiteren Anleihenkäufen lauter.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Aktien von Cisco mit einem Kursaufschlag von 4,8 Prozent. Der Konzern steigerte im ersten Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz. Der Überschuss wuchs um 10,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Beide Kennziffern übertrafen die Analystenerwartungen.

Anteilsscheine von Advanced Micro Devices (AMD) ließen mit einem Minus von 7,7 Prozent Federn. Der US-Chiphersteller stellt sich möglicherweise selbst zum Verkauf. Der Intel-Rivale habe die Bank JPMorgan beauftragt, Optionen für die Zukunft von AMD auszuloten, erfuhr Reuters am Dienstag von drei mit der Sache vertrauten Personen.

Trotz Ablauf einer Haltefrist ging es für die lange gebeutelten Facebook -Aktien mehr als zwölf Prozent nach oben. Der größte Teil der von sogenannten Insidern gehalten Anteilsscheine durfte am Mittwoch erstmals seit dem Börsendebüt im Mai frei gehandelt werden.

Gefragt waren die Anteilsscheine des Büroartikel-Spezialisten Staples. Die Dividendenpapiere verteuerten sich um 2,6 Prozent, nachdem das Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt hatte, die besser als erwartet ausgefallen waren.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Aktien des Modekonzerns Abercrombie & Fitch Die Anteilsscheine sprangen um 34 Prozent in die Höhe. Hintergrund war ein starker Gewinnanstieg im Quartal.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 830 Millionen Aktien den Besitzer. 318 Werte legten zu, 2735 gaben nach und 65 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,09 Milliarden Aktien 504 im Plus, 1961 im Minus und 106 unverändert.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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