Börse New York
Schnäppchenjäger bringen US-Börsen in Bewegung

Nach tagelangen Verlusten haben sich die Anleger behutsam vorgewagt. Auch wenn die US-Börsen im Plus notieren, die Lage bleibt angespannt, denn Demokraten und Republikaner müssen sich bis zum 17. Oktober einigen.
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New YorkDie New Yorker Börsen haben am Freitag trotz des anhaltenden US-Haushaltsstreits Gewinne verbucht. Nach den Einbußen der vergangenen Tage stützten Schnäppchenjäger die Kurse. Die Anleger wagten sich allerdings nur vorsichtig aus der Deckung. Schließlich warnten Experten vor Einbußen bei den Unternehmensgewinnen im vierten Quartal, sollten sich die Demokraten von Präsident Barack Obama und die Republikaner nicht bald auf einen Etat und eine Anhebung der Schuldengrenze einigen. Weil einige Bundesbehörden wegen des Haushaltsnotstandes den vierten Tag in Folge geschlossen blieben, fiel auch die Vorlage des monatlichen Arbeitsmarktberichts aus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 15.083 und einem Tief von 14.972 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 15.072 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,7 Prozent auf 1690 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,9 Prozent auf 3807 Punkte. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Minus von 1,2 und für den S&P von 0,1 Prozent. Die Nasdaq verbuchte Gewinne von 0,7 Prozent. In Frankfurt machte der Dax am Freitag den Vortagesverlust wett und schloss 0,3 Prozent höher bei 8622 Punkten. Im Vergleich zur Vorwoche büßte er 0,4 Prozent ein.

Börsianer und Notenbanker appellierten an die Politiker, sich zu einigen. "Eine Lösung würde einen kräftigen Schub geben", sagte Analyst Adam Sarhan von Sarhan Capital. "Jeden Tag, den der Haushaltsnotstand länger andauert, schrumpfen die Aussichten für die Gewinne der Unternehmen im vierten Quartal." Der Chef der US-Notenbank von Atlanta, Dennis Lockhart, warnte, dass das Patt die Konjunkturaussichten fürs Jahresende eintrübe.

Weil sich die Fronten im Kongress verhärtet haben, sind Hunderttausende Staatsbedienstete im unbezahlten Zwangsurlaub. Die Parlamentarier müssen außerdem in den kommenden beiden Wochen die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar beschließen, sonst droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit.

Auf Unternehmensseite stand die Softwarefirma Adobe nach einem Cyber-Angriff im Mittelpunkt. Hacker erbeuteten Namen, Kundennummern und Passwörter von 2,9 Millionen Kunden des Acrobat-Reader- und Photoshop-Herstellers. Die Aktie gab zunächst 0,4 Prozent nach, schaffte später aber ein Comeback auf ein Plus von 1,4 Prozent. Unter anhaltendem Verkaufsdruck stand Union Pacific. Die Aktien fielen um knapp ein Prozent, nachdem der größte Bahnbetreiber der USA für das dritte Quartal einen überraschend niedrigen Gewinn in Aussicht gestellt hatte.

Hoch im Kurs standen dagegen Anteilsscheine von Unternehmen aus der Medizinbranche. So legten Aktien von Wellcare Health Plans 0,9 Prozent zu. Den Republikanern ist es im Haushaltsstreit bisher nicht gelungen, Abstriche bei der von ihnen abgelehnten Gesundheitsreform - Obamas innenpolitischem Prestigeprojekt - zusammen mit den Etat-Verhandlungen durchzusetzen.

RadioShack -PApiere gewannen 1,9 Prozent. Insidern zufolge hat der Elektronik-Einzelhändler einige Angebote für neue Kredite erhalten. Damit könne das Unternehmen seinen Umbau vorantreiben und seine Finanzierungskosten senken.

Die Restaurantkette Potbelly traf mit ihrem Börsengang den Geschmack der Anleger. Der Aktienkurs des auf Sandwiches spezialisierten Unternehmens verdoppelte sich am ersten Handelstag auf 28 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten knapp 600 Millionen Aktien den Besitzer. 1967 Werte legten zu, 995 gaben nach und 108 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,8 Milliarden Aktien 1741 Titel im Plus, 779 im Minus und 95 unverändert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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