Börse New York

Schnäppchenjäger bringen Wall Street in Schwung

Die jüngsten Kursrückgange verlockten manche Anleger zum Kauf. Erstmals seit einer Woche haben die US-Börsen wieder zugelegt. Doch bei vielen herrscht Skepsis: Alle warten gebannt auf die alles entscheidende Fed-Sitzung.
Update: 10.12.2015 - 23:14 Uhr
Am Ende will er doch nur wissen, was die Fed anstellen wird. Quelle: dpa
New York Stock Exchange

Am Ende will er doch nur wissen, was die Fed anstellen wird.

(Foto: dpa)

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag zum ersten Mal in dieser Woche wieder zugelegt. Händler sprachen von Schnäppchenjägern, die sich nach den jüngsten Kursrückgängen bei einigen Titeln eindeckten. Grundsätzlich hielten sich Anleger angesichts des weiterhin sprunghaften Ölpreises und des in der kommenden Woche erwarteten Zinsentscheids der US-Notenbank Fed aber zurück. Die meisten Volkswirte gehen davon aus, dass die Fed dann erstmals seit fast einem Jahrzehnt die Zinsen wieder anheben wird.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 17.574 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 17.474 und 17.697 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent zu auf 2052 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 5045 Stellen. Der Deutsche Aktienindex Dax hatte marginal höher mit 10.598 Punkten geschlossen.

Unruhe plagt die Investoren

Nordseeöl der Sorte Brent lag am Abend wieder unter der Marke von 40 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete mit 39,54 Dollar rund 1,5 Prozent weniger als Mittwoch. In den vergangenen Tagen hatte der Ölpreis-Verfall zu den Faktoren für sinkende Kurse an den Börsen gehört. Vor allem Aktien von Öl-Firmen wie Exxon und Chevron standen unter Druck.

Am Donnerstag schlossen Exxon unverändert, Chevron und ConocoPhillips stiegen dagegen um je rund zwei Prozent. Chevron und ConocoPhillips kündigten an, ihre Investitionen im kommenden Jahr um jeweils rund ein Viertel zu kürzen.

Twitter legten 6,6 Prozent zu. Der Kurznachrichten-Dienst testet eigenen Angaben zufolge eine Anwendung, mit der Werbung eine größere Reichweite bekommt. Damit könnten zusätzlich zu den etwa 320 Millionen Nutzern rund eine halbe Milliarde Menschen erreicht werden, die nicht auf der Webseite eingeloggt sind.

Um 11,5 Prozent aufwärts ging es mit den Papieren von GoPro. Ein Analyst hatte geschrieben, der Helmkamera-Hersteller sei ein gutes Übernahmeziel für den Technologiekonzern Apple.

Der Software-Produzent Atlassian feierte ein furioses Börsendebüt, die Aktien schlossen um ein Drittel über dem Ausgabepreis. Das Unternehmen ist damit mit 5,85 Milliarden Dollar bewertet.

Die Papiere des Chemiekonzerns Dupont schlossen nach ihrem Höhenflug zur Wochenmitte nun kaum verändert. Sie hatten am Mittwoch von der Hoffnung auf einen möglichen Zusammenschluss mit dem Wettbewerber Dow Chemical profitiert und waren um knapp 12 Prozent in die Höhe geschnellt. Die Dow-Aktien büßten am Donnerstag 3,62 Prozent ein. Auch sie waren Tags zuvor kräftig angesprungen.

Diesen Öl-Konzernen laufen die Anleger weg

OMV AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
AT0000743059
Börse
L&S

-0,26 -0,47%
+54,66€
Chart von OMV AG INHABER-AKTIEN O.N.
OMV
1 von 12

Als einer der wenigen Konzerne hat es der österreichische Öl- und Gaskonzern OMW bisher erfolgreich geschafft, dem Preisverfall an den Ölmärkten die Stirn zu bieten. Die Aktien konnten seit Jahresanfang über 15 Prozent zulegen. Zwar brach der bereinigte Gewinn im dritten Quartal um 25 Prozent auf 495 Millionen Euro ein. Experten hatten jedoch mit deutlich höheren Verlusten gerechnet. Abgefedert wurden die sinkenden Erträge in der Ölförderung von einem starken Raffineriegeschäft.

Kursentwicklung: + 15,2 Prozent

TOTAL S.A. ACTIONS AU PORTEUR EO 2,50

WKN
ISIN
FR0000120271
Börse
L&S

-0,18 -0,37%
+48,10€
Chart von TOTAL S.A. ACTIONS AU PORTEUR EO 2,50
Total
2 von 12

Der französische Öl-Konzern Total sieht angesichts der jüngsten Opec-Konferenz nicht unter Druck. Das läge vor allem daran, dass der derzeitige Ölpreis vieles davon schon eingepreist habe. Allerdings ist der Blick in die Zukunft alles andere als zuversichtlich. 2016 erwartet Total keine Erholung beim Ölpreis. Im kommenden Jahr werde die Fördermenge weiterhin über der Nachfrage liegen. „Ich bin nicht sehr optimistisch für 2016“, sagte Total-Chef Patrick Pouyanne. Die Aktien haben sich im laufenden Jahr bislang wacker geschlagen. Seit Jahresanfang liegen die Papiere leicht im Plus.

Kursentwicklung (seit dem 1. Januar 2015): + 0,8 Prozent

ENI S.P.A. AZIONI NOM. O.N.

WKN
ISIN
IT0003132476
Börse
L&S

+0,14 +0,94%
+14,76€
Chart von ENI S.P.A. AZIONI NOM. O.N.
Eni
3 von 12

Effizienzsteigerung ist beim italienischen Ölförderer Eni derzeit oberstes Gebot. Zuletzt hatte sich der Konzern daher von der portugiesischen Galp Energia getrennt. Eni verkaufte seinen Vier-Prozent-Anteil für 325 Millionen Euro. Das Geld soll in Investitionen ins Kerngeschäft von Randgesellschaften fließen. Die Aktien haben den Preisverfall an den Rohölmärkten bisher recht gut verkraftet. Analysten der UBS und von Goldman Sachs halten ihre Kaufempfehlungen für die Eni-Aktien daher bei.

Kursentwicklung: - 1,8 Prozent

HALLIBURTON CO. REGISTERED SHARES DL 2,50

WKN
ISIN
US4062161017
Börse
L&S

-1,08 -2,46%
+42,73€
Chart von HALLIBURTON CO. REGISTERED SHARES DL 2,50
Halliburton
4 von 12

Der zweitgrößte US-Öldienstleister Halliburton muss neben der Flaute in der Energiebranche auch zunächst die Übernahmekosten des Rivalen Baker Hughes verdauen. Im dritten Quartal schrieb der Konzern daher einen Verlust von 54 Millionen Dollar. Im Vorjahr hatte Halliburton noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Der US-Konzern beliefert Ölförderer mit Ausrüstung. Der Investitionsrückgang der großen Ölkonzerne macht Halliburton daher stark zu schaffen.

Kursentwicklung: - 7,0 Prozent

STATOIL ASA NAVNE-AKSJER NK 2,50

WKN
ISIN
NO0010096985
Börse
L&S

+0,05 +0,26%
+18,82€
Chart von STATOIL ASA NAVNE-AKSJER NK 2,50
Statoil
5 von 12

Der norwegische Ölkonzern sucht fieberhaft nach Möglichkeiten seine Kosten zu drücken, um trotz des Ölpreisverfalls eine Dividende auszahlen zu können. Daher will Statoil im kommenden Jahr seine Ausgaben zur Erforschung neuer Ölquellen und Produktionsmethoden senken. „Unsere Aktivitäten werden im nächsten Jahr abnehmen“, erklärte der Chef der Statoil-Forschungsabteilung Tim Dodson.

Kursentwicklung: - 9,8 Prozent

BP PLC REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
GB0007980591
Börse
L&S

+0,01 +0,22%
+5,85€
Chart von BP PLC REGISTERED SHARES DL -,25
BP
6 von 12

Unter dem Öl-Überangebot leidet auch die britische BP. Seit dem 1. Januar haben die Aktien über 15 Prozent verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bewegt sich derzeit bei 14,9. Im kommenden Jahr rechnen die Experten mit einem KGV von 15,3. Doch angesichts der Entwicklungen auf den Öl-Märkten muss mit einem weiterhin sinkenden Preis gerechnet werden. Dementsprechend geringer dürfte der BP-Gewinn 2016 ausfallen. Ein KGV von 15,3 könnte daher als gewagte Prognose verstanden werden. Bei BP überwiegen derzeit die Abwärtsrisiken die Aufwärtschancen.

Kursentwicklung: - 15,4 Prozent

EXXON MOBIL CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US30231G1022
Börse
L&S

-0,64 -0,90%
+71,04€
Chart von EXXON MOBIL CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Exxon Mobil
7 von 12

Auch der größte Ölkonzern der Welt kann dem Preisverfall kaum etwas entgegensetzen. Im laufenden Jahr haben die Aktien von Exxon Mobil fast 17 Prozent verloren. Der Gewinn fiel im dritten Quartal um satte 47 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Obwohl das Unternehmen die Produktion zum Vorjahr leicht steigerte, blieb wegen des massiven Preisrückgangs bei Rohöl viel weniger Geld in der Kasse. Exxon hält mit kräftigen Ausgabenkürzungen dagegen. „Wir legen den Fokus schonungslos auf die Fundamentaldaten, dazu zählt das Kostenmanagement“, erklärte Vorstandschef Rex Tillerson.

Kursentwicklung: - 16,9 Prozent

Die Papiere des Herrenausstatters Men's Wearhouse brachen um knapp 18 Prozent ein. Damit stehen sie aktuell so tief wie zuletzt 2009. Weil die Geschäfte bei dem im vergangenen Jahr übernommenen Wettbewerber Jos. A. Bank schlecht laufen, könnte die Bekleidungs-Kette ihre Gewinnprognose für dieses Jahr verfehlen. Auch die Aktien des Lastwagen-Bauer Navistar kamen gehörig unter Druck, sie büßten mehr als 18 Prozent ein. Börsianer begründeten dies mit einer skeptischen Studie der US-Bank Morgan Stanley.

Unter den Technologiewerten schließlich verloren die Papiere von First Solar 7,65 Prozent. Der Solarmodulhersteller hatte die Anleger mit seiner Prognose für die Bruttogewinnmarge im kommenden Jahr enttäuscht.

Das sind die Dividendenkönige im Dax

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

+0,04 +0,30%
+14,54€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Deutsche Telekom
1 von 10

Jahrelang zählte die T-Aktie zu den dividendenstärksten Werten. Diese Zeiten sind vorbei. Denn der Aktienkurs steigt nach langer Flaute wieder, allein in den vergangenen zwölf Monaten um 35 Prozent. Das lässt die Dividendenrendite fallen. Mit 3,1 Prozent liegt sie aber immer noch über dem Durchschnitt. Alle 30 Dax-Konzerne zusammen erbringen im Schnitt nur 2,7 Prozent.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

+0,36 +0,40%
+91,91€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
Platz 9: BMW
2 von 10

Weltweit starke Geschäfte bescheren dem Premiumhersteller einen Rekordgewinn nach dem nächsten. BMW „plagt“ ein Luxusproblem: Die Dividende steigt Jahr für Jahr rasant, der Aktienkurs ebenso. Deshalb stagniert die sich am Kurs orientierende Dividendenrendite. Sie liegt „nur“ bei 3,3 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

+0,29 +0,24%
+122,92€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 8: Siemens
3 von 10

Ein Klassiker unter Dividendenjägern ist der Münchener Elektronikriese. In jedem Jahr taucht Siemens unter den Top-10 der höchsten Renditen im Dax auf. Auch Siemens kauft eigene Aktien zurück und muss deshalb weniger Geld für seine Dividenden ausgeben. 2016 dürfte die Ausschüttungsrendite 3,6 Prozent betragen.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+0,14 +0,15%
+93,47€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 7: BASF
4 von 10

Der weltweit größte Chemiehersteller überzeugt Jahr für Jahr mit hohen Dividenden und Renditen. Fast immer steigen die Ausschüttungen. Seltene Ausnahme war zuletzt die Wirtschaftskrise 2009, von der auch BASF nicht verschont blieb. Die Devise heißt: In guten Jahren gibt es mehr, in mäßigen oder schlechteren Jahren nur genauso viel. 2015 war bislang ein mäßiges Jahr, deshalb dürfte die Dividende 2016 bei 3,6 Prozent „nur“ stabil bleiben.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

+0,22 +0,29%
+73,96€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 6: Daimler
5 von 10

Anders als der skandalgeplagte VW-Konzern dürfte der Stuttgarter Autobauer seine Dividende im nächsten Frühjahr kräftig erhöhen. Denn ungeachtet des sich abflauenden Wirtschaftswachstums in China legt Daimler in dem größten Schwellenland in atemberaubenden Tempo zu. Auch in den USA laufen die Geschäfte hervorragend. Das treibt die Gewinne, den Aktienkurs – und die Dividende. Laut Berechnungen des Handelsblatt könnte sie im kommenden Jahr auf 3,9 Prozent steigen.

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+1,34 +0,71%
+190,36€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 5: Münchener Rück
6 von 10

Seit 1969 hat der Rückversicherer seine Dividende nicht mehr gesenkt. Erklärtes Ziel ist eine absolut verlässliche Dividendenpolitik. Die Münchener Rück kauft fleißig eigene Aktien zurück. Das versetzt den größten Rückversicherer der Welt die Lage, die Dividendenrendite im nächsten Frühjahr zu auf 4,3 Prozent zu erhöhen, ohne dass die Dividendenausschüttung steigt.

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
L&S

-0,16 -0,08%
+200,93€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 4: Allianz
7 von 10

Der Versicherer ist ein Garant für üppige Dividenden und Renditen. Gemessen an Dividendenverlässlichkeit, Dividenden-Steigerungen und Dividenden-Rendite zählt die Allianz nicht nur jetzt, sondern seit Jahren zu den attraktivsten Werten im Dax. 2016 wird die Dividendenrendite voraussichtlich 4,6 Prozent betragen.

Der Euro stand nach seinem jüngsten Höhenflug etwas unter Druck und notierte zuletzt bei 1,0940 US-Dollar. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen angesichts der Gewinne an der Wall Street 4/32 Punkte auf 100 5/32 Punkte und rentierten mit 2,232 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 1496 Werte legten zu, 1546 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 1514 im Plus, 1304 im Minus und 153 unverändert.

Die US-Staatsanleihen notierten wenig verändert. Die Zehnjährigen verringerten sich um 4/32 auf 100-03/32. Sie rentierten mit 2,237 Prozent. Die 30-jährigen Bonds hingegen kletterten um 4/32 auf 100-20/32 und hatten eine Rendite von 2,968 Prozent. Händler verwiesen auf Zurückhaltung am Markt vor dem US-Zinsentscheid.

  • rtr
  • dpa
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