Börse New York
Schnäppchenjäger bringen Wall Street in Schwung

Die jüngsten Kursrückgange verlockten manche Anleger zum Kauf. Erstmals seit einer Woche haben die US-Börsen wieder zugelegt. Doch bei vielen herrscht Skepsis: Alle warten gebannt auf die alles entscheidende Fed-Sitzung.

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag zum ersten Mal in dieser Woche wieder zugelegt. Händler sprachen von Schnäppchenjägern, die sich nach den jüngsten Kursrückgängen bei einigen Titeln eindeckten. Grundsätzlich hielten sich Anleger angesichts des weiterhin sprunghaften Ölpreises und des in der kommenden Woche erwarteten Zinsentscheids der US-Notenbank Fed aber zurück. Die meisten Volkswirte gehen davon aus, dass die Fed dann erstmals seit fast einem Jahrzehnt die Zinsen wieder anheben wird.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 17.574 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 17.474 und 17.697 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent zu auf 2052 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 5045 Stellen. Der Deutsche Aktienindex Dax hatte marginal höher mit 10.598 Punkten geschlossen.

Nordseeöl der Sorte Brent lag am Abend wieder unter der Marke von 40 Dollar je Barrel (159 Liter) und kostete mit 39,54 Dollar rund 1,5 Prozent weniger als Mittwoch. In den vergangenen Tagen hatte der Ölpreis-Verfall zu den Faktoren für sinkende Kurse an den Börsen gehört. Vor allem Aktien von Öl-Firmen wie Exxon und Chevron standen unter Druck.

Am Donnerstag schlossen Exxon unverändert, Chevron und ConocoPhillips stiegen dagegen um je rund zwei Prozent. Chevron und ConocoPhillips kündigten an, ihre Investitionen im kommenden Jahr um jeweils rund ein Viertel zu kürzen.

Twitter legten 6,6 Prozent zu. Der Kurznachrichten-Dienst testet eigenen Angaben zufolge eine Anwendung, mit der Werbung eine größere Reichweite bekommt. Damit könnten zusätzlich zu den etwa 320 Millionen Nutzern rund eine halbe Milliarde Menschen erreicht werden, die nicht auf der Webseite eingeloggt sind.

Um 11,5 Prozent aufwärts ging es mit den Papieren von GoPro. Ein Analyst hatte geschrieben, der Helmkamera-Hersteller sei ein gutes Übernahmeziel für den Technologiekonzern Apple.

Der Software-Produzent Atlassian feierte ein furioses Börsendebüt, die Aktien schlossen um ein Drittel über dem Ausgabepreis. Das Unternehmen ist damit mit 5,85 Milliarden Dollar bewertet.

Die Papiere des Chemiekonzerns Dupont schlossen nach ihrem Höhenflug zur Wochenmitte nun kaum verändert. Sie hatten am Mittwoch von der Hoffnung auf einen möglichen Zusammenschluss mit dem Wettbewerber Dow Chemical profitiert und waren um knapp 12 Prozent in die Höhe geschnellt. Die Dow-Aktien büßten am Donnerstag 3,62 Prozent ein. Auch sie waren Tags zuvor kräftig angesprungen.

Die Papiere des Herrenausstatters Men's Wearhouse brachen um knapp 18 Prozent ein. Damit stehen sie aktuell so tief wie zuletzt 2009. Weil die Geschäfte bei dem im vergangenen Jahr übernommenen Wettbewerber Jos. A. Bank schlecht laufen, könnte die Bekleidungs-Kette ihre Gewinnprognose für dieses Jahr verfehlen. Auch die Aktien des Lastwagen-Bauer Navistar kamen gehörig unter Druck, sie büßten mehr als 18 Prozent ein. Börsianer begründeten dies mit einer skeptischen Studie der US-Bank Morgan Stanley.

Unter den Technologiewerten schließlich verloren die Papiere von First Solar 7,65 Prozent. Der Solarmodulhersteller hatte die Anleger mit seiner Prognose für die Bruttogewinnmarge im kommenden Jahr enttäuscht.

Der Euro stand nach seinem jüngsten Höhenflug etwas unter Druck und notierte zuletzt bei 1,0940 US-Dollar. Am US-Rentenmarkt verloren richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen angesichts der Gewinne an der Wall Street 4/32 Punkte auf 100 5/32 Punkte und rentierten mit 2,232 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 870 Millionen Aktien den Besitzer. 1496 Werte legten zu, 1546 gaben nach und 147 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 1514 im Plus, 1304 im Minus und 153 unverändert.

Die US-Staatsanleihen notierten wenig verändert. Die Zehnjährigen verringerten sich um 4/32 auf 100-03/32. Sie rentierten mit 2,237 Prozent. Die 30-jährigen Bonds hingegen kletterten um 4/32 auf 100-20/32 und hatten eine Rendite von 2,968 Prozent. Händler verwiesen auf Zurückhaltung am Markt vor dem US-Zinsentscheid.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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