Börse New York
Schwache Arbeitsmarktdaten treiben Wall Street an

Anleger deuteten das schwache Job-Wachstum als Zeichen für die Weiterführung der lockeren US-Geldpolitik. Die Wall Street schloss mit satten Gewinnen. Mit Apple gab es jedoch auch Verlierer.
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New YorkDie Erwartung einer unverminderten Geldschwemme durch die US-Notenbank heizt die Rekordjagd an der Wall Street weiter an. Das breit gefasste Börsenbarometer S&P 500 erreichte am Dienstag mit 1.759,33 Punkten zwischenzeitlich einen Höchststand. Auslöser war der wegen des vorübergehenden Verwaltungsstillstands verspätet veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für September. Die Beschäftigtenzahl wuchs weniger stark als erwartet. Die Anleger werteten dies als Hinweis darauf, dass die Fed ihre Konjunkturspritzen erst im kommenden Jahr zurückfahren könnte.

„Die September-Zahlen rechtfertigen die Entscheidung der Fed, die Drosselung aufzuschieben“, sagte Portfoliomanager Brian Jacobsen von Wells Fargo Funds Management.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent fester bei einem Stand von 15.467 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,6 Prozent auf 1754 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 0,2 Prozent auf 3929 Stellen.

In den USA standen vor allem Technologiewerte im Blick. Belastet wurde die Nasdaq von Apple -Aktien, die knapp 0,3 Prozent tiefer schlossen. Das Unternehmen stellt sein Mac-Betriebssystem und das Office-Konkurrenzprodukt iWork künftig kostenlos zur Verfügung und präsentierte neue Tablet-PCs. Bevor das Unternehmen seine Produktpräsentation begann, war der Kursrückgang allerdings stärker.

Netflix -Titel legten eine spektakuläre Berg- und Talfahrt hin. Nach einem rasanten Anstieg im frühen Geschäft brachen sie ein und notierten sechs Prozent schwächer. Am Montag hatte der Videodienste-Anbieter erklärt, im September in den USA 1,3 Millionen neue Kunden gewonnen zu haben. Zudem stieg der Gewinn im dritten Quartal deutlich.

Bei United Technologies übertraf der Gewinn je Aktie knapp die Schätzungen der Analysten. Zudem fiel der Gewinnausblick des Mischkonzerns für das Gesamtjahr optimistischer aus als zuvor. Die Umsatzprognose wurde hingegen gesenkt. Für die Titel ging es am Index-Ende um 1,38 Prozent bergab.

Die Papiere von Texas Instruments büßten 1,73 Prozent ein, nachdem der Chip-Spezialist die Investoren mit seiner Umsatzprognose für das gerade angebrochene vierte Quartal enttäuscht hatte. Zudem hatte der Konzern im Vorquartal einen Umsatzrückgang erlitten. Unter dem Strich sorgte eine höhere Steuerlast für einen deutlichen Ergebnisrückgang.

Der Schadensversicherer Travelers hatte dank vergleichsweise geringer Katastrophenschäden und höherer Tarife seinen Gewinn stabil gehalten, was die Analysten positiv überraschte. So hatte die Gesellschaft auch die angesichts der ultralockeren US-Geldpolitik geringen Zinserträge der eigenen Anlagen wettmachen können. Vom Erfolg sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Versicherer will sein Aktienrückkaufprogramm um fünf Milliarden Dollar aufstocken. Dennoch verloren die Aktien 0,06 Prozent.

Der Softwarekonzern stellte derweil die neue Generation seiner Tablet-Marke Surface vor. Den Aktien beider Unternehmen halfen diese Nachrichten wenig - sie verloren 0,28 beziehungsweise 1,17 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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