Börse New York
Schwache Konjunkturdaten stoppen US-Aufwärtstrend nicht

Die US-Börsen trotzen den am Mittwoch vorgelegten schlechten Wirtschaftsdaten und schließen im Plus. Allerdings halten sich derzeit viele Börsianer zurück, weswegen die Märkte kaum auf äußere Impulse reagieren. Gefragt waren vor allem Mastercard und Kraft, Abschläge mussten die Energiekonzerne hinnehmen.
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HB NEW YORK. An der Wall Street ist der Aufwärtstrend ungebrochen. Trotz enttäuschender Konjunkturdaten schlossen die US-Börsen am Mittwoch leicht im Plus. Da viele Börsianer sich aber unschlüssig sind, wie es weitergeht, halten sie sich derzeit zurück. „Die meisten Investoren haben die Hände in den Hosentaschen“, sagte Paul Nolte von Dearborn Partners.

Börsianern zufolge hängt der Markt seit Tagen in einer Handelspanne fest. Die Interventionen Japans am Devisenmarkt spielten wie bereits in Europa auch an den US-Aktienmärkten kaum eine Rolle.´Die japanische Notenbank hatte in großem Umfang Dollar gekauft, um den Yen-Anstieg zu stoppen und den Export anzukurbeln. Dies versetzte die Anleger in Tokio in Kauflaune.

In New York dagegen blieben die Anleger vorsichtiger. Der Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,4 Prozent höher auf 10 573 Punkten aus dem Handel. Das Martkbarometer bewegte sich im Handelsverlauf zwischen 10 481 und 10 588 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 1125 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 0,5 Prozent im Plus auf 2301 Punkten. Der Deutsche Aktienindex (Dax)<.GDaxI) ging in Frankfurt mit einem leichten Minus von 0,2 Prozent auf 6262 Punkten aus dem Handel.

Etwas auf die Stimmung drückten Zahlen zur Lage der Industrie. Deren Produktionsanstieg verlangsamte sich im August deutlich. Außerdem fiel ein wichtiger Frühindikator - er zeigt die Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes im US-Bundesstaat New York an - im September auf den niedrigsten Stand seit Juli 2009. Allzu viel Bedeutung maßen die Marktteilnehmer dem aber nicht bei. Denn zuletzt hatte eine Reihe von ermutigenden Daten Ängste zerstreut, dass die USA erneut in eine Rezession abrutschen könnten.

Zu den Kursgewinnern zählten Kraft Foods, die 1,7 Prozent zulegten. Der Nahrungsmittelkonzern hatte zuvor ein positives Bild seiner Geschäftschancen im Ausland gezeichnet. Dort sieht Kraft ein zusätzliches Umsatzpotenzial von einer Milliarde Dollar bis zum Jahr 2013, während der Heimatmarkt schwierig bleiben dürfte.

MasterCard-Aktien schnellten 5,2 Prozent nach oben. Der Kreditkartenanbieter hatte zuvor langfristige Gewinnziele genannt, die höher liegen als von manchen Analysten erwartet.

Rückläufige Ölpreise drückten dagegen die Kurse von Energieunternehmen. So verloren Chevron 0,4 Prozent. Kursverluste gab es auch bei den Chipwerten. Der Philadelphia-Halbleiter-Index ging um 0,3 Prozent zurück, nachdem die Analysten von Goldman Sachs die Aktien von Micron heruntergestuft hatten. Micron rutschten 4,5 Prozent ab.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 900 Mio. Aktien den Besitzer. 1591 Werte legten zu, 1406 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,08 Mrd. Aktien 1480 Titel im Plus, 1109 im Minus und 157 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 12/32 auf 99-4/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,72 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 1-10/32 auf 100-1/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 3,87 Prozent.

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